Ebern

Ebern setzt die Säge an

Eine alte Kastanie und weitere Bäume müssen aus Sicherheitsgründen verschwinden.
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Rund 60 Jahre alt war die Kastanie, die am Dienstag per Hubsteiger gefällt wurde. Fotos: Eckehard Kiesewetter
Rund 60 Jahre alt war die Kastanie, die am Dienstag per Hubsteiger gefällt wurde. Fotos: Eckehard Kiesewetter
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Eckehard Kiesewetter Ebern — Die Motorsäge dröhnt, und ein weiterer dicker Ast plumpst auf dem abgesperrten Areal des Anlagenrings rund sieben Meter tief zu Boden. Die Schäden im Kern sind unverkennbar. Die gut 60 Jahre alte Kastanie an einem Knotenpunkt am Übergang von der Walk-Strasser-Anlage Richtung Realschule, unweit vom Rondell am Wohnmobilstellplatz und vom Altenheim, "war einfach fällig", sind sich die Arbeiter einig. Bei Sturm hätte leicht ein Ast des altersschwachen Riesen herunterbrechen können. Gefahr also für Fußgänger.

"Es geht um die Verkehrssicherungspflicht der Stadt", sagt Bürgermeister Jürgen Hennemann. Ein Gutachten, für das auch Resonanzmessungen angestellt wurden, belegt, dass die Kastanie nicht zu retten war.

Über die Zukunft weiterer Bäume aus der einstigen Allee in Eberns "grünem Gürtel", rund 200 Meter weiter südlich, im Umfeld des Diebsturms, ist noch nicht abschließend entschieden. Ihren Zustand hat der Gutachter ebenfalls untersucht - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Anlass dafür war die Empfehlung des Planungsbüros Ammermann und Döhler, das im Auftrag der Stadt die Neugestaltung des Anlagenrings konzipiert, die Bäume weitgehend fällen zu lassen. Es gehe darum, barrierefreie Wege mit elegantem Schwung zu schaffen, hatte Architektin Elke Döhler beim Vorstellen der Pläne erklärt. Die betagten Bäume samt ihrem umfangreichen Wurzelwerk stünden einer vernünftigen Planung im Weg. Dem Stadtrat indessen war dieser Ansatz zu radikal, weshalb der Bürgermeister das Gutachten in Auftrag gab. Auf dessen Basis soll der Stadtrat demnächst entscheiden, welche Bäume tatsächlich fallen werden und welche eine so große Lebenserwartung haben, dass sich ihr Erhalt rentiert. "Es sollen keine weg, die nicht müssen", sagt Hennemann. "Ich will keinen Kahlschlag."

Der Entwurf der Bamberger Planer soll modifiziert und die Anlagengestaltung ins Städtebauförderungsprogramm aufgenommen werden. "Vorerst wird weiter nichts passieren", versichert der Bürgermeister.

"Das Zeug wächst wie verrückt überall", erklärt er zu Protesten gegen die Beseitigung des Efeu-Bewuchses am Pfarrgartenturm. Dekorativ ja, aber schädlich für die Gebäudesubstanz. Allzu drastisch fand mancher Passant in den letzten Tagen auch Eingriffe mit der Säge im Bereich des TV-Geländes und Angerbachs und am früheren Bundeswehrgelände.

Die Stadt beruft sich bei diesen "Durchpflegemaßnahmen" auf Rücksprachen mit der Naturschutzbehörde und verweist darauf, dass jeweils nur ein Teil der Büsche und Hecken beseitigt werde. Die Stadt gehe behutsam vor, "so dass wir wieder ein paar Jahre Ruhe haben", versichert der Bürgermeister. Wir haben genug Grün in Ebern."



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