Ebern

Ebern bastelt an vielen Baustellen

Einen vollen Aufgabenkatalog hat Stadtoberhaupt Jürgen Hennemann. Großer Ärger ist nicht dabei.
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Eine Idee: So könnte der "Schulkreisel" in der Coburger Straße in Ebern einmal aussehen.  Foto: Helmut Will
Eine Idee: So könnte der "Schulkreisel" in der Coburger Straße in Ebern einmal aussehen. Foto: Helmut Will

Helmut Will Einen umfassenden Rückblick und einen Ausblick über künftige Investitionen gab Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) am Donnerstagabend in der Rathaushalle vor etwa 60 Bürgern. Auch hatten die Versammlungsteilnehmer Gelegenheit, ihre Wünsche und Sorgen vorzutragen. Eines der Themen war die Schließung der Hausarztpraxis des Arztes Hans Merkl und die Bemühungen, diese Praxis nicht von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Dazu sagte der Bürgermeister, dass es sowohl gleichermaßen Anliegen der Stadt Ebern als auch der im hiesigen Bereich niedergelassenen Ärzte sei, diese Praxis zu erhalten. Nach wie vor gehe es darum, wie man die Praxis erhalten könnte.

Eingangs hatte Hennemann Dirk Suhl, der Protokoll führte, als neuen geschäftsleitenden Beamten und als Nachfolger von Ernst Haßler vorgestellt, der in den Ruhestand geht. Der Bürgermeister bedauerte, dass die Lebenshilfe aus der ehemaligen Berufsschule ausgezogen ist und nach Haßfurt verlagert wurde.

Weiterer Bedarf an Kinderbetreuung machte es nötig, weitere Kita-Gruppen, so auch zwei "Übergangsnotgruppen", in der ehemaligen Berufsschule zu schaffen. Beschlossen ist ihm zufolge der Umbau der städtischen Kita-Kindergartengruppe in eine Krippe. Weiter wies Hennemann auf den Umbau der Realschule Ebern durch den Kreis hin. Für das Betreuungsgebäude der Grundschule mit Mittagsbetreuung gab es eine "vernünftige Förderquote". Die Kosten von rund zwei Millionen Euro bezuschusst die Regierung mit gut 1,2 Millionen Euro. Die Außengestaltung steht noch an.

Pflichtaufgaben erledigt

Die Kanalsanierung im Bereich der ehemaligen Kaserne ist abgeschlossen. Sie kostete 90 000 Euro. Auch die Kläranlage in Kurzewind ist fertig. Hier betrugen die Baukosten 580 000 Euro. "Damit ist die Abwasseranlage der Stadt Ebern komplett fertig", resümierte der Bürgermeister. Der Straßenausbau dort belief sich auf 41 000 Euro.

Als weitere Posten zählte der Bürgermeister die Baugebietserschließung in Ebern in der Sudetenstraße (Wirsing-Acker) auf. 60 000 Euro wurden in das Archiv im Ämtergebäude gesteckt, und die Bauhof-Anschaffungen kommen auf rund 200 000 Euro. Die Ansiedlung von "Aldi" auf dem ehemaligen Gelände von "Mercedes Scholz" in Ebern sei in Arbeit. Für "Aldi-alt" gibt es laut Jürgen Hennemann eine Nachnutzung.

Für die Wasserschutzgebiete stehen Verhandlungen mit den Landwirten an, um die Nitratwerte im Grundwasser zu senken. In Ebern dürften 100 Hektar mit Photovoltaikanlagen bebaut werden. Derzeit sind 90 Prozent davon erreicht.

Aufwendig gestalte sich, so sagte er, die Sanierung der Kläranlage. Von der Baunach-Allianz verspreche man sich Synergieeffekte. Die Einwohnerzahl sei mit 7740 Einwohnern stabil. Wohnraumschaffung sei eine wichtige Aufgabe, auch für Gewerbegebiete würden Areale gesucht. Die Finanzsituation gestalte sich in der Stadt Ebern zufriedenstellend, allerdings sind Mehreinnahmen verplant. "Es fließt viel in den laufenden Betrieb, um die Infrastruktur aufrechterhalten zu können", sagte Hennemann. Ein "großer Brocken" wird für die Sanierung des 45 Jahre alten Freibades nötig, wie die Eberner erfuhren. Dort war 2018 ein "gutes Jahr".

Leerstände in Ebern

Um Leerstände aufzulösen, bemühte sich Ebern um das Förderprogramm "Innen statt Außen". "Unser Problem von Leerständen in der Stadt sind in erster Linie ehemalige Geschäftsanwesen", sagte der Bürgermeister. In Ebern gibt es 200 Baulücken, die alle erschlossen sind und sofort nach dem Umbau genutzt werden könnten. Neubaugebiete werden nur bei Bedarf ausgewiesen. Wo schließlich die Landesbaudirektion, die derzeit mit 25 Beschäftigten im Rathaus unter gebracht ist, ihr neues Domizil finden wird, steht noch nicht fest.

Das Seniorenzentrum Sankt Elisabeth hat Baumängel und muss saniert werden, der Neubau der Diakonie im Mannlehen ist weiter in Planung. Im Pflaster am Marktplatz sieht der Bürgermeister ebenso ein Problem: Es muss ständig ausgebessert werden. Hier wird eine Lösung gesucht, wie es dort künftig weitergehen könne. Fertiggestellt wird der Kreisel in der Coburger Straße ("Schulkreisel"). Dazu zeigte Hennemann ein Model der Grundschule Ebern, wie der Kreisel einmal aussehen könnte.

Die Stadt hat inzwischen die die Xaver-Mayr-Galerie gekauft. Dort sollen Wohnungen für Asylbewerber entstehen. Die Sanierung der Mittelschule erfolgt in Abschnitten. Das Baugebiet "Haube II" in Unterpreppach könnte wohl ab September 2019 genutzt werden.

Bürger melden sich zu Wort

Der Marktplatz solle so schön gestaltet werden, wie die Kapellenstraße in Ebern ist, wünschte eine Versammlungsteilnehmerin in der Diskussion. Sie beschwerte sich, dass Gehwege häufig zugeparkt seien und man die Straße betreten müsse. Da sollten die "Politessen" mehr darauf achten. Manche Autofahrer führen nachts wie Irre durch Ebern, beklagte ein Mann. "Sie rasen von Kreisel zu Kreisel, drehen ihre Runden. Ich habe mal gehört, wie einer in einer Tankstelle prahlte, dass er mit 188 Sachen innerorts gefahren ist. Das war ein junger Kerl mit einem Golf."

Mangelnde Räume für VHS-Kurse monierte Irmgard Ruhhammer, und Ralf Kestel wollte wissen, wann die Neubrückentorstraße "abgerechnet" werde. Er zeigte sich überrascht, dass es im Mannlehen mit dem Altenheim nicht weitergehe, obwohl der Stadtrat einen Beschluss gefasst habe. Dazu sagte Hennemann, dass man vom Bauträger keine Information über die Maße des Projekts habe. Walter Ullrich schlug vor, die Frauengrundhalle aufzuwerten. In der Xaver-Mayr-Galerie könnte man im Erdgeschoss einen Veranstaltungsraum einrichten, um diese mehr zu beleben - eine Art "Bürgerhaus", meinte er. Da wollte der Bürgermeister die Erwartungen eher dämpfen.

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