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Durch die Zeit und um die Welt

In der Ebnether Schlosskapelle musizierten Silke Winkler, Malte Müller und Thomas Meyer.
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Die Sopranistin Silke Winkler (links) und ihr Lebensgefährte Malte Müller (Mitte) interpretierten nicht nur klassische Weisen mit ihren beeindruckenden Stimmen. Organist Thomas Meyer begleitete sie. Foto: Corinna Tübel
Die Sopranistin Silke Winkler (links) und ihr Lebensgefährte Malte Müller (Mitte) interpretierten nicht nur klassische Weisen mit ihren beeindruckenden Stimmen. Organist Thomas Meyer begleitete sie. Foto: Corinna Tübel

"Die alte Dame ist nicht ganz einfach zu spielen. Sie hat so kleine Tasten", stellte Organist Thomas Meyer den zahlreichen Zuhörern in der kleinen Ebnether Schlosskapelle die alte Barockorgel vor. Das traditionelle Konzert zu Dreikönig, veranstaltet vom Freundes- und Förderkreis der Ebnether Barockorgel, bestritten in diesem Jahr zudem die Sopranistin und Altblockflötistin Silke Winkler sowie deren Lebensgefährte Malte Müller.

Der Tenor stammt aus dem nahen Roth bei Lichtenfels und lebt heute in Mannheim. Zusammen mit Thomas Meyer, der seit über 25 Jahren Orgeln im Burgkunstadter Raum spielt, interpretierten sie im Duett klassische Lieder wie "Still, still, still" oder "Josef, lieber Josef mein".

Perspektive des Jesuskindes

Letzteres stammt aus der Feder des österreichischen Komponisten Heinrich von Herzogenberg und beeindruckte im 19. Jahrhundert sicher wie heute durch seinen innigen Klang und gewaltige Gefühle. Im Stück "Jesus de Nazareth" vom französischen Komponisten Charles Gounod wurde das Weihnachtsgeschehen aus der Perspektive des Jesuskindes musikalisch erzählt. Die vorausschauende Weise auf die kommende Erlösung an Ostern erklang wonnig leicht und gab den Zuhörern Gewissheit und Sicherheit.

"So etwas habe ich noch nie gehört", flüsterten einige Leute in den Bänken. Möglich wurde dieses neue Verständnis durch die kurzen Erklärungen zu den interpretierten Werken der Darbieter. Auch "Klassiker" wie "Die Hirten" von Peter Cornelius oder "O Jesulein süß, o Jesulein mild" von Johann Sebastian Bach fanden ihren Ausdruck in den beeindruckenden Stimmen der beiden Sänger.

Auf "internationalem Terrain"

Die generalüberholte und sanierte Orgel aus dem Jahr 1794 erklang dabei in genau derselben Weise wie damals, erklärte ihr Organist. "Sie wurde wieder komplett in ihren Originalzustand zurückversetzt" - nur einen Balgtreter, der jenen in der Zeit des Barock mit seinen Füßen bedienen musste, braucht man heute nicht mehr. Dafür begab sich die Orgel an diesem Tag auf "internationales Terrain". Weisen wie "Greensleeves" aus England oder "I wonder as I wander", ein traditionelles indianisches Volkslied, gaben den Zuhörern das Staunen zurück, dass Jesus, Gottes Sohn, sein Leben für die Menschen gegeben hat. Es waren ruhige und feierliche Töne, die durch die kleine Kapelle schallten.

Musik, die ihre Zuhörer früher wie heute miteinander verbunden hat. Das "Adeste fidelies", übersetzt: Herbei, o ihr Gläubigen", durfte im Anschluss daran natürlich nicht fehlen. Fast schien es, als wollten manche Gäste aufspringen und mitsingen: "Kommt, lasset uns anbeten!"

Mit dem beschwingten "Hört der Engel Lieder", einemStück aus Frankreich, und einer Zugabe endete das Konzert in der Ebnether Schlosskirche, das sicher viele Besucher noch einmal zurück in das feierliche Weihnachtshochgefühl zurückversetzt hat. Das Lächeln in vielen Gesichtern bestätigte es.

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