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Gräfenberg
Konstituierende Sitzung

Dunkle Wolken und Sonnenblumen für den Gräfenberger Stadtrat

Ein paar Wolken lagen in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats über der Wahl des Zweiten Bürgermeisters. Nicht jeder war mit dem Vorschlag der Freien Wähler, Hans Derbfuß (CSU) zum Vertreter von ...
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Hans Derbfuß
Hans Derbfuß
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Ein paar Wolken lagen in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats über der Wahl des Zweiten Bürgermeisters. Nicht jeder war mit dem Vorschlag der Freien Wähler, Hans Derbfuß (CSU) zum Vertreter von Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) zu nominieren, einverstanden. Er wurde es trotzdem. Der Protest folgte bei der Wahl von Sylvia Hofmann (FW) als Dritte Bürgermeisterin. Sechs ungültige Stimmen wurden abgegeben.

Von diesem faden Beigeschmack war bei der Vereidigung von Kunzmann zu Beginn der Sitzung noch nichts zu spüren. Alfred Lanzendörfer nahm als ältester Stadtrat die Vereidigung vor. Kunzmann bedankte sich zunächst bei seinem Vorgänger Hans-Jürgen Nekolla für dessen Arbeit. Dieser war nicht anwesend und hatte sein Stadtratsmandat nicht angetreten. Alfred Lanzendörfer war deshalb nachgerückt.

Wie auf dem Kreuzfahrtschiff

Die Räte saßen wegen der Corona-Krise weit auseinander. Mit einem Kreuzfahrtschiff verglich der neue Bürgermeister den Stadtrat. Alle sitzen im selben Boot. Jeder trage Verantwortung und auch in turbulenten Zeiten gelte es einen Weg zu finden, den man gemeinsam gehe. Doch ihm als Kapitän sei bewusst: "Der Kapitän ist nur so gut wie seine gesamte Besatzung", sagte Kunzmann und wünschte sich eine gute, konstruktive Zusammenarbeit, bevor er die neuen Räte vereidigte. Das waren: Christiane Scheumann, Cathrin Trautner, Roland Hofmann, Christoph Kasch und Jakob Schuberth.

Ein wenig kippte die Stimmung, als Kunzmanns Stellvertreter gewählt wurde. Werner Wolf (FW) schlug Hans Derbfuß (CSU) vor. Er hatte nach Ralf Kunzmann das zweitbeste Wahlergebnis. Doch damit waren nicht alle einverstanden. Von der SPD, den Grünen und der GBL kam der neu ins Gremium gewählte Christoph Kasch (GBL) als Gegenvorschlag. Heiko Kracker (GBL) konnte sich Derbfuß schlecht als Vertreter vorstellen. Grünen-Stadtrat Matthias Striebich warf Derbfuß vor, sich im Wahlkampf nicht klar positioniert zu haben. Das betraf die Vorwürfe gegen den CSU-Vorsitzenden Thomas Müller. Zudem sei bis heute eine Entschuldigung für die Kampagne gegen Hans-Jürgen Nekolla offen. Wolf zog nach diesen Äußerungen die Reißleine. "Wir wählen keine Partei, sondern die Person Hans Derbfuß", sagte Wolf. Mit zehn Stimmen wurde Hans Derbfuß (CSU) dann auch zum zweiten Bürgermeister gewählt. Sieben Stimmen erhielt Christoph Kasch.

Anschließend musste noch der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens Gräfenberg (KUG) gewählt werden. Dieser übernimmt immer mehr Aufgaben, die eigentlich dem Stadtrat obliegen. Die Wasserversorgung beispielsweise, aber auch die Baulanderschließungen, und in den nächsten Jahren kommt auch die Abwasserversorgung hinzu. Bislang war der Verwaltungsrat mit vier Stadträten besetzt und dem Bürgermeister. Werner Wolf betonte, dass dieser Verwaltungsrat kein Spiegelbild des Stadtrats sei und regte deshalb die Erhöhung auf acht Personen an. Die Opposition war der Meinung, dass sechs Stadträte ausreichend wären.

Zunächst wurde über den Vorschlag mit der höheren Anzahl abgestimmt. Da dieser Antrag mit zehn zu sieben Stimmen durchging, war der andere Antrag vom Tisch.

Trotz des faden Beigeschmacks, den die Wahl des Zweiten Bürgermeisters hinterlassen hat, nahm die konstituierende Sitzung ein schönes Ende, durch ein sonniges Zeichen der Grünen. Christiane Scheumann verteilte an jeden Stadtrat eine Sonnenblume.

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