LKR Forchheim

Dreizähniges Knabenkraut

Die Vorstände der Arbeitskreise Heimischer Orchideen haben in Arnstadt die Orchidee des Jahres proklamiert. Adolf Riechelmann aus Kersbach gehört zum Gremium.
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Das Dreizähnige Knabenkraut  Foto: Adolf Riechelmann
Das Dreizähnige Knabenkraut Foto: Adolf Riechelmann

Seit dem Jahre 1989 stellen die Arbeitskreise Heimischer Orchideen (AHO) in Deutschland der Öffentlichkeit eine "Orchidee des Jahres" vor. Sie lassen sich von dem Wunsch leiten, mit dem Vorstellen einzelner Orchideenarten der heimischen Flora und deren Gefährdung aus der Sicht der AHO einen Beitrag zu den Problemen des Florenschutzes zu leisten und die Bürger für den Schutz und die Erhaltung gefährdeter Lebensräume zu sensibilisieren, in denen die einheimischen Orchideen wachsen und gedeihen.

Schutz der Pflanzenfamilie

Andererseits soll aber auch auf die Aktivität der Arbeitskreise aufmerksam gemacht werden, die sich die Erforschung, den Schutz und die Erhaltung dieser Pflanzenfamilie zu ihren Aufgaben gemacht haben. Alljährlich im Herbst treffen sich die Vorstände der Arbeitskreise in Arnstadt (Thüringen), zu denen auch Adolf Riechelmann aus Kersbach als Vorsitzender des AHO Nordbayern gehört, und proklamieren die Orchidee des Jahres.

Mit der Orchidee des Jahres 2019, dem Dreizähnigen Knabenkraut (Neotinea tridentata), soll auf eine Art aufmerksam gemacht werden, welche innerhalb der Bundesrepublik Deutschland nur inselartig verbreitet ist. In Bayern findet man diese Spezies lediglich im Gebiet zwischen Donau und Altmühl.

Das Dreizähnige Knabenkraut entwickelt im Spätherbst aus zwei kugelig bis eiförmigen, unterirdischen Knollen eine Winterblattrosette mit bläulich-grünen Grundblättern. Mit diesen assimilieren die Pflanzen im Winter. Dieses besondere Verhalten weist darauf hin, dass die Art ursprünglich in Gegenden mit milden Wintern vorkam. Geringe Schneeauflagen und vor allem Kahlfröste schwächen die Pflanzen, was wiederum Auswirkungen auf die Blühfähigkeit haben kann.

Zum Schutz der Orchidee des Jahres 2019 gehört vordringlich, dass sich mit einer auf die Blühphase und Samenbildung abgestimmten Schafbeweidung in Form konkreter Beweidungspläne noch vorhandene Vorkommen gut regenerieren lassen. red



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