Wallenfels

Drei Schandflecken sollen verschwinden

Die Wallenfelser Räte kamen zu einer Klausurtagung zusammen. Im Mittelpunkt standen die Investitionen für 2018.
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Wallenfels: Auch die ehemalige Bäckerei in der Schützenstraße soll mit Mitteln der Nordostbayerninitiative beseitigt werden. Foto: privat
Wallenfels: Auch die ehemalige Bäckerei in der Schützenstraße soll mit Mitteln der Nordostbayerninitiative beseitigt werden. Foto: privat
Bei einer Klausurtagung legten sich die Mitglieder des Wallenfelser Stadtrates auf einen Fahrplan für die Investitionen des laufenden Jahres fest. Einstimmig sprachen sie sich dafür aus, den Straßenbau, die Beseitigung von Leerständen, die Dorferneuerung sowie die Schaffung von Gewerbeflächen in den Mittelpunkt zu stellen.
Neben der Vorberatung des Haushaltes beschäftigten sich die Räte mit einer Prioritätenliste für die Sanierung der Ortsstraßen und einer Machbarkeitstudie für die Neugestaltung des Wallenfelser Freibads.
"Leichte Entspannung aber noch keine Entwarnung", so fasste Bürgermeister Jens Korn zu Beginn der Sitzung die Finanzsituation der Stadt Wallenfels zusammen. Nachdem im vergangenen Jahr keine Zuführung des Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt erwirtschaftet werden konnte, springt in diesem Jahr voraussichtlich zumindest eine bescheidene "freie Spitze" heraus. Wie Kämmerer Torsten Grundei informierte, steigen die Einnahmen aus der Beteiligung an der Einkommens- und Umsatzsteuer sowie die Schlüsselzuweisungen deutlich an.


Förderung von 90 Prozent

Die Gewerbesteuer hingegen bewegt sich nach den sehr guten Jahren 2015 und 2016, in denen sich die Einnahmen nahezu verdoppelt hatten, wieder auf dem langjährigen Durchschnittsniveau. Zur Verbesserung der Lage gegenüber dem Vorjahr trägt auch eine um gut 150 000 Euro reduzierte Kreisumlage bei.
Die größten Investitionen für 2018 hatte der Stadtrat bereits in den Vorjahren angestoßen und anfinanziert: Mit rund 1,3 Millionen Euro bei einer Förderung von 90 Prozent schlägt heuer alleine die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Schnappenhammer und Wolfersgrün zu Buche. Ebenfalls in diesem Frühjahr werden die Bauarbeiten für das Kirchenumfeld Neuengrün im Rahmen der Dorferneuerung starten. Für die Maßnahme, die in Trägerschaft der Teilnehmergemeinschaft durchgeführt wird, muss die Stadt bei Gesamtkosten von fast 400 000 Euro lediglich 10 Prozent Eigenanteil beisteuern.
Gut 200 000 Euro wird die Stadt die Schaffung der Gewerbeflächen im Leutnitztal kosten. Dieser Posten war in der Finanzplanung bislang nicht enthalten und engt damit den weiteren Spielraum ein. "Wir wissen aber genau, dass es elementar wichtig für uns ist, Gewerbe hier zu halten und neue Betriebe anzusiedeln", erklärte der Vorsitzende des Finanzausschusses Günther Blumenröther (CSU).


Machbarkeitsstudie

Durch den Abriss von drei Gebäuden im Sanierungsgebiet soll sich in diesem Jahr das Bild der Stadt zum Besseren verändern. Im Vorgriff auf die Neugestaltung des Marktplatzes ist vorgesehen, die Leerstände Frankenwaldstraße 1 (Bockn-Haus) und der Marktplatz 6 (Backdie) zu beseitigen. Eingeplant ist auch der Rückbau der ehemaligen Bäckerei Becker (Schützenstraße 7). Anschließend soll die Fläche neu gestaltet werden. Möglich gemacht werden diese Maßnahmen durch eine 90-prozentige Förderung im Rahmen der Nordostbayerninitiative.
Den Blick voraus richteten die Räte bei der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie für das Freibad Wallenfels durch das Kulmbacher Büro plafog. Anlass für die Studie waren Gespräche mit dem Kronacher Gesundheitsamt im Jahr 2016.
Die Aufsichtsbehörde hatte der Stadt dabei nahegelegt, sich zeitig Gedanken zur Zukunft des Freibades zu machen. Angesichts der aktuellen Diskussion um eine Förderung für die Sanierung von Freibädern kommt die Machbarkeitsstudie nach Ansicht von Bürgermeister Jens Korn zur richtigen Zeit: "Wir sind damit anderen Interessenten bereits einen Schritt voraus." Kleiner und kompakter soll das Freibad nach den Plänen werden, die Geschäftsführer Manfred Klaus vom Büro plafog vorstellte. Er schlägt eine Reduzierung der Fläche des Schwimmbeckens vor: "Für 10 000 Besucher ist das jetzige Becken absolut überdimensioniert." Dafür soll an das Becken eine Rutsche angebaut werden. Die Kulmbacher Ingenieure wollen den Badebereich zudem kompakter gestalten. Ihr Plan sieht vor, das Kinderbecken zwischen Kioskterrasse und Hauptbecken zu platzieren.
Bürgermeister Jens Korn will die Studie in einem nächsten Schritt der Öffentlichkeit vorstellen. Wichtig ist ihm vor allem das Gespräch mit den Nutzern des Freibads. Allerdings stellte er auch klar, dass angesichts einer Kostenschätzung von 2,1 Millionen Euro das Projekt nur dann umsetzbar sei, wenn kräftig Fördergelder aus München fließen: "Alles andere ist unrealistisch."


14 Mal schlechteste Note 4,0

Geschäftsleiter Frank Jakob stellte eine Zustandsanalyse der Wallenfelser Ortsstraßen vor. Gemeinsam mit den Infrastrukturreferenten Gerd Köhlmann (SPD) und Marco Fischer (Freie Wähler) sowie Jens Korn hatte er in einer Befahrung die Mängel an den Straßen und Wegen im Stadtgebiet aufgenommen. Von 77 erfassten Abschnitten haben 14 die schlechteste Note 4,0. "Seit 20 Jahren hat man sich wegen der Straßenausbaubeitragssatzung nicht an eine Sanierung getraut. Die Abschaffung der Satzung könnte diese Bremse nun lösen", so Bürgermeister Jens Korn. In einem nächsten Schritt sollen die Straßen mit der schlechtesten Bewertung nun nach ihrer Verkehrsbedeutung priorisiert werden. Mit der ersten Sanierung wollen die Räte in 2019 beginnen. In ihrer Aprilsitzung wollen die Stadträte den Haushalt offiziell verabschieden. Bis dahin soll an dem Zahlenwerk noch gefeilt werden. Von zentraler Bedeutung werde dabei das Gespräch mit der Rechtsaufsicht im Landratsamt sein, erklärte Jens Korn.
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