Ebensfeld

Drei Orchester - ein Ensemble

Die Musikvereinigung Ebensfeld feierte mit einem Konzert ihr 50-jähriges Bestehen. Dabei bewiesen die Musiker eindrucksvoll ihr Können. Erstmals traten sie zudem in ihrer neuen Tracht vors Publikum.
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Einfühlsam dirigierte Eva Murmann die Erwachsenenbläserklasse, das Schülerorchester und die Junior-Band. Fotos: Andreas Welz
Einfühlsam dirigierte Eva Murmann die Erwachsenenbläserklasse, das Schülerorchester und die Junior-Band. Fotos: Andreas Welz
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Eine tiefe Verbeugung vor Frau Musica machte am Samstag die Musikvereinigung bei ihrem Jubiläumskonzert in der Dreifachturnhalle der Pater-Lunkenbein-Schule. Der Abschluss des Jubiläumjahres "50 Jahre Musikvereinigung" gipfelte in einem Konzert der Superlative: eine Hymne an die Musik, eine Friedensbotschaft an eine kriegerische Welt, ein Bekenntnis für den Zusammenschluss aller Generationen. "Alle machen es gern und lieben die Musik", freute sich Ebensfelds Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) über das Konzert.

Viele Jugendliche wirkten mit

Über allem schwebte der Taktstock des Kapellmeisters, Musiklehrers und Dirigenten Reinhold Stärk. Er verstand es, die drei Musikgruppen zu einem harmonischen Ensemble zu vereinen: Die jüngsten im Schülerorchester und in der Junior-Band, die Erwachsenenbläserklasse "Bloos a-Moll" und das Blasorchester Ebensfeld. "Ein Glück, dass wir dich haben", lobte Vorsitzender Rudolf Dierauf. Und der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Horst Sünkel, sagte: "Ihr habt Großartiges geschaffen!" Ihn beeindruckten der steile Aufwärtstrend und die große Zahl von Jugendlichen, die sich von der Musik begeistern lassen.

Der Bezirksvorsitzende des Musikbundes, Thomas Kalb, der verdiente Aktive für 50-jährige Zugehörigkeit mit der goldenen Ehrennadel auszeichnete, machte dem Jubelverein ebenfalls große Komplimente. Nicht nur dem Nachwuchs zollte er Respekt, sondern auch den Älteren, die noch mit 70 Jahren ein Instrument erlernen.

Drei Premieren an einem Abend

Zweiter Vorsitzender und Moderator Benedikt Krüger kündigte gleich drei Premieren an diesem Abend an: Die Musikvereinigung sollte zum ersten Mal nicht mehr bunt gewürfelt, sondern in einer neuen einheitlichen Tracht auftreten; erstmals sollten Schülerorchester, Junior-Band und Erwachsenenbläserklasse gemeinsam spielen und erstmals sollten Harfe und Orgel zu hören sein.

Musikreise durch 50 Jahre

Mit "Vivat Bavaria" eröffnete das Blasorchester die musikalische Reise durch fünf Jahrzehnte. Bereits zu diesem Zeitpunkt deutete sich die Vorliebe von Dirigent und Ensemble für imposante Klänge an. Auch bei den folgenden Beiträgen erwies sich das in allen Registern stark besetzte Blasorchester als ein sehr homogener und zugleich gewaltiger Klangkörper, der gerade auch hymnenartige oder majestätisch anmutende Werke voluminös und unter der versierten Stabführung von Reinhold Stärk mit einer feinfühligen Liebe zum Detail intonierte. So entstand ein besonderes, geradezu kolossales Klangerlebnis, das die 350 Zuhörerinnen und Zuhörer sichtlich beeindruckte und fesselte.

Mit der Titelmelodie aus Andrew Lloyds Webbers "Phantom der Oper" unterstrich das Orchester seine sinfonische Qualität. Die mystischen Szenen aus den Katakomben der Pariser Oper begleiteten Perlenklänge der Harfe und kräftige Orgeltöne, bei denen das Phantom mit Christine in einem Boot durch die unterirdischen Kanäle gleitet. Moderator Benedikt Krüger ließ es an interessanten und humorvollen Erklärungen nicht mangeln.

Den Abschluss fand der erste Konzertteil mit einem Alphornsolo von Reinhold Stärk, nach dem die Zuhörer spontan die erste Zugabe forderten.

Eva Murmann dirigierte

Das Schülerorchester eröffnete den zweiten Teil mit dem Eröffnungsmarsch "Mount Vernon March" von Tom Molter. Den Dirigentenstab übernahm Eva Murmann. Sie leitet bei der Musikvereinigung die Junior-Band. Als begabte Sängerin zeigte sich Selina Finzel bei dem Hauptmotiv des Musicals "Mamma Mia" von Abba.

Auch eine kleine Modenschau stand auf dem Programm. Benedikt Krüger beschrieb die neue Tracht. Unter 100 Schnittmustern und Stoffen wurde ausgewählt. Das Ergebnis: Die Herren im dunkelblauen Sakko, Trachtenhemd und Bundhosen, die Damen in schwarzen Kleidern, weißen Blusen und Schürzen in den Vereinsfarben. Verantwortlich waren Carolin Böhmer und Gerhard Wagner.

Dann intonierte das Blasorchester bekannte Melodien aus Opern und Operetten. Die Melodie von der "Maus" und dem "blauen Elefanten" erinnerte an die beliebte ZDF-Fernsehreihe für Kinder.

Eine Liebeserklärung an die Musik war zum Schluss "Music for the Millions" von John Miles.

Das Orchester entließ die begeisterten Zuhörer erst nach zwei Zugaben, die von allen gemeinsam gespielt wurden. Noch lange nachklingen wird wohl Louis Armstrongs "What a wunderful world". Und nicht nur das.

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