Kulmbach

Drei Kulmbacher dabei

Über mangelnde Wertschätzung konnten sich die 19 frischgebackenen Landwirtschaftsmeister aus Oberfranken nicht beklagen. Mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und Regierungspräsidentin Heidrun Pi...
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Die frischgebackenen Landwirtschaftsmeister aus Kulmbach (mit Urkunden, von links) Patrick Burkhardt, Andreas Kauper und Markus Unger mit (von links) dem stellvertretenden BBV-Bezirkspräsidenten Erwin Schwarz, stellvertretendem Landrat Dieter Schaar, Erzbischof Ludwig Schick, Prüfungsausschussvorsitzendem Matthias Roder und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz  Foto: Stephan Herbert Fuchs
Die frischgebackenen Landwirtschaftsmeister aus Kulmbach (mit Urkunden, von links) Patrick Burkhardt, Andreas Kauper und Markus Unger mit (von links) dem stellvertretenden BBV-Bezirkspräsidenten Erwin Schwarz, stellvertretendem Landrat Dieter Schaar, Erzbischof Ludwig Schick, Prüfungsausschussvorsitzendem Matthias Roder und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz Foto: Stephan Herbert Fuchs

Über mangelnde Wertschätzung konnten sich die 19 frischgebackenen Landwirtschaftsmeister aus Oberfranken nicht beklagen. Mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz waren zwei hochrangige Vertreter aus dem Bezirk angetreten, um zu gratulieren. Aus dem Landkreis Kulmbach wurden Patrick Burkhardt (Presseck), Andreas Kauper (Wonsees) und Markus Unger (Thurnau) ausgezeichnet.

Der Erzbischof ließ durchaus aufhorchen. Er sei auf dem Land aufgewachsen und habe als junger Mann selbst schon auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet, sagte er. Er könne Traktoren und Mähmaschinen fahren, Melkmaschinen bedienen und notfalls auch mit der Hand melken, sagte Schick. Sogar beim Kalben habe er schon geholfen. Auch auf die Jagd sei er schon gegangen und nicht zuletzt habe er gern geangelt. "Ich bin mit der Landwirtschaft verbunden", so der Erzbischof.

"Land ohne Landwirtschaft wird es nicht geben", sagte Schick. Er plädierte für mehr Regionalisierung bei der Nahrungsmittelerzeugung und für einen guten Mix aus ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung. Der Erzbischof räumte auch ein, dass ihm die Artenvielfalt am Herzen liege. Allerdings sei der Erhalt ein Gemeinschaftswerk, das nicht einseitig den Landwirten aufgebürdet werden dürfe. Deshalb befürwortete er auch nicht alle Punkte des Volksbegehrens.

Ebenfalls nah an der Landwirtschaft dran ist Regierungspräsidentin Piwernetz. Seit August 2019 sind die Bezirksregierungen auch die zuständige Stelle für die Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft, und deshalb fand der Festakt zur Meisterbriefübergabe nach Jahren erstmals wieder im schmucken Landratssaal der Regierung von Oberfranken in Bayreuth statt.

Den frischgebackenen Landwirtschaftsmeistern gab die Regierungspräsidentin mit auf den Weg, dass eine Zukunft mir großen Herausforderungen vor ihnen liege. Unter anderem nannte Piwernetz die Stichpunkte Klimawandel, Digitalisierung, demografischer Wandel und Biodiversität. Die Anforderungen würden ständig weiter wachsen, deshalb werde lebenslanges Lernen unabdingbar zur Zukunft der Landwirtschaftsmeister gehören. Sicher sei vor allem auch eines: "Die Landwirtschaft bleibt eine der Schlüsselbranchen des 21. Jahrhunderts."

Eine wichtige Rolle in der landwirtschaftlichen Ausbildung spielen die Landkreise. Mit Ausnahme von Coburg sind sie Sachaufwandsträger der Landwirtschaftsschulen und tragen damit einen nicht unerheblichen Teil zur Bildung bei. Der Bayreuther Landrat Hermann Hübner nannte die Meister echte Mutmacher. Sie zeigten, dass es eine Zukunft gibt. "Woher sollen die Menschen denn die Wertschätzung für die Landwirtschaft nehmen, wenn ihnen allwöchentlich von den großen Discountern Lebensmittelpreise im Sturzflug vorgeführt werden", so Hermann Hübner. Stephan Herbert Fuchs

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