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Mitwitz
Heimatpflege

Drei Kreisheimatpfleger im Amt bestätigt

Der Kreistag Kronach bestellte im nichtöffentlichen Teil seiner letzten Sitzung die ehrenamtlichen Kreisheimatpfleger für die am 12. Juli beginnende, nächste fünfjährige Amtszeit. Wie Kreisheimatpfleg...
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Über den Bauhausarchitekten Alfred Arndt und sein Interesse für die traditionelle Stanniolmalerei hat Siegfried Scheidig einen Beitrag im neuen heimatkundlichen Jahrbuch verfasst. Foto: pr
Über den Bauhausarchitekten Alfred Arndt und sein Interesse für die traditionelle Stanniolmalerei hat Siegfried Scheidig einen Beitrag im neuen heimatkundlichen Jahrbuch verfasst. Foto: pr

Der Kreistag Kronach bestellte im nichtöffentlichen Teil seiner letzten Sitzung die ehrenamtlichen Kreisheimatpfleger für die am 12. Juli beginnende, nächste fünfjährige Amtszeit. Wie Kreisheimatpflege-Leiter Bernd Graf gegenüber dem in Mitwitz tagenden Arbeitskreis für Heimatpflege öffentlich bekanntgab, wurden die bisherigen Amtsinhaber Siegfried Scheidig, Dieter Lau und Robert Wachter in ihren Funktionen bestätigt. Beim Ehrenamtsempfang am 11. April werde ihnen Landrat Klaus Löffler ihre Bestellungsurkunden aushändigen. Von Hans Blinzler, der nicht mehr für dieses Amt kandidiert habe, werde ab Juli Robert Wachter den Fachbereich Regionalkultur und die Zuständigkeit für die Rodachtal-Gemeinden zusätzlich übernehmen. Ansonsten bleibe es bei den seit 2014 geltenden Zuständigkeitsregelungen.

Graf wies auch auf den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, hin, dessen bundesweites Rahmenthema das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum aufgreift. Das von 1919 bis 1933 bestehende Bauhaus in Weimar bzw. Dessau sei zur bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert geworden, so Graf.

Kreisheimatpfleger Siegfried Scheidig habe für das neue heimatkundliche Jahrbuch einen exklusiven Beitrag über Bauhausarchitekt Alfred Arndt, seine Leidenschaft für Schiefer und sein besonderes Interesse an traditioneller Stanniolmalerei erstellt. Neben kolorierten Zeichnungen habe Arndt eine große Zahl kultur- und heimatgeschichtlich wertvoller Detailzeichnungen und Schwarzweiß-Fotos von Schieferfassaden und anderen Architekturelementen hinterlassen. Im Landkreis Kronach betreffen diese Dokumente hauptsächlich Ortschaften im mittleren Haßlachtal um Pressig und Neukenroth.

Die Folgen der Nazi-Herrschaft

Als Schriftleiter und Mitautor des Jahrbuchs, das Ende April erscheinen soll, ging Bernd Graf auf die Themenvielfalt der 44 Buchbeiträge zur Lokalgeschichte, Brauchtums- und Heimatpflege ein. Eines der Schwerpunktthemen betreffe das Dorfbaum-Projekt und die Franken-Initiative der Kreisheimatpflege. Dabei wurden nicht nur die Geschichte und Bedeutung von Mai- und Kirchweihbäumen allgemein und lokalbezogen untersucht, sondern auch die gestalterische Ausrichtung solcher Bäume auf die Kulturregion Franken als Ausdruck fränkischen Heimatbewusstseins in den Blick gerückt. Sieben Beiträge verschiedener Verfasser betreffen die Begleiterscheinungen und Folgen der NS-Schreckensherrschaft.

Wie Graf weiter informierte, habe Kreisheimatpfleger Robert Wachter das "letzte Flößerhaus der Stadt Kronach" unter der Rubrik "Gefährdetes Denkmal" in das Denkmalnetz Bayern eintragen lassen. Das im Ziegelanger, dem einstigen Kronacher Flößerviertel, stehende Flößerhäuschen mit der Hausnummer 8 sei unter anderem für die Sozialgeschichte der Stadt von großer Bedeutung, so Wachter. Das Dach sei bis heute mit den historischen Krempziegeln eingedeckt, die direkt vor Ort am Ziegelanger von Hand gefertigt wurden. "Wer weiß schon noch, dass die Ziegelhütte, nach der das Viertel seinen Namen trägt, einst auf dem heutigen Kronacher Bahnhofsplatz stand?", fragte Robert Wachter. bg

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