Kleukheim

Dorfplatz als Bühne für Rebellinnen

Der Junglandverein Kleukheim bot unterhaltsame Bühnenkunst mit einer Open-Air-Theateraufführung unter dem Titel "Der Weiberputsch".
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In seiner Rolle als Dorfpolizist glänzte Christoph Storath. Fotos: Mario Deller
In seiner Rolle als Dorfpolizist glänzte Christoph Storath. Fotos: Mario Deller
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Eine höchst vergnügliche Zeitreise bekamen die Liebhaber des Laientheaters jüngst in Kleukheim geboten. Wie schon vor zehn Jahren zum runden Jubiläum führte das Ensemble des Junglandvereins auch anlässlich des 110-jährigen Bestehens wieder ein Stück unter freiem Himmel am Dorfplatz auf. Insgesamt rund 1000 Zuschauer hatten an drei Veranstaltungstagen ihren Spaß an dem historischen Schwank "Der Weiberputsch".

Seit Ende März hatten die elf Darsteller des Junglandvereins wöchentlich geprobt. Man kann sich vorstellen, welchen Aufwand der Aufbau der Bühne inklusive der modernen Beleuchtungs- und Lautsprecherinstallation bedeutete.

Der vor über 70 Jahren von Franz Streicher ersonnene Dreiakter versetzte die Zuhörer in eine Zeit, als Emanzipation noch ein Fremdwort war und der Mann sich als Herr im Haus begriff.

Als die Ehemänner - gespielt von Stefan Schneiderbanger, Andreas Schatz, Michael Kunzelmann und Matthias Zenk - den Bogen überspannen, ständig im Wirtshaus sitzen und die Arbeit an den Gattinnen (Christiane Geßner, Martina Dütsch, Christine Töfflinger und Carmen Hofmann) hängen bleibt, reißt diesen der Geduldsfaden. Im ersten Akt klagen sich die Frauen gegenseitig ihr Leid, so etwa mit folgendem Dialog: "Meiner hat's neulich so krachen lassen - der ist erst zum Frühstück wieder komma." - "Des is ja noch gar nix gegen mein' Haderlump. Früher hab' ich auf die Uhr g'schaut, wann er zurückkommt - mittlerweile schau' ich nur noch aufn Kalender."

Männer auf Abwegen

Zu allem Übel, so schauen die schon etwas in die Jahre gekommenen Männer auch noch den blutjungen Rockzipfeln nach. Ehefrau Kathi, in deren Rolle für die kurzfristig erkrankte Susanne Willner die Regisseurin, Christine Töfflinger, schlüpfte, echauffiert sich: "Meinen lieben Gatten hab' ich neulich erwischt, wie er die Wirtstochter in den Hintern gezwickt hat. Ich ko mir Blutegel anlegen lassen, wenn ich gezwickt werden will."

Die Frauen haben die Faxen dicke: "Wir machen's jetzt genauso, pfeifen auf die Arbeit am Hof, geh'n aa ins Wirtshaus und busseln den hübschen Wirt ab." Mit Worten wie diesen gehen sie auf die Barrikaden und probieren sich sogar im Kegeln und Fingerhakeln, zwei in der Entstehungszeit des Theaterstückes noch eindeutige Männerdomänen.

In die Rolle des knackigen Wirtes, mit dem die Frauen demonstrativ vor den Augen ihrer verdutzten Ehemänner leidenschaftlich flirten, schlüpfte Stefan Hümmer. Als offenbar naive, aber niemals um einen frechen Spruch verlegene Magd Anna überzeugte auch Tanja Finzel.

"Die Weiber sind rebellisch geworden", erkennt der Dorfpolizist, der, von Christoph Storath verkörpert, nach den Aktpausen per Glocke den Wiederbeginn der Aufführung ankündigte. Er sieht sich veranlasst "weibliche Zusammenrottungen zum Schutze des Lebens der männlichen Bevölkerung nicht länger zu dulden" - und sperrt die aufsässig gewordenen Frauen in eine Arrestzelle. Dort landen dann aber auch erwähnte Ehegatten.

Die Darsteller des Junglandvereins, denen die Bühnenauftritte sichtlich Freude bereiteten, waren Garanten vergnüglicher Bühnenkunst. Doch auch viele weitere Mitwirkende hatten ihren ebenso großen Anteil am Gelingen, von den Souffleuren Miriam Lieb und Andreas Kunzelmann bis zu jenen, die für Maske, Frisuren, Bühnenbau und Tontechnik zuständig waren - nicht zu vergessen die Bewirtenden.

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