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leserbrief

Dorfleben wird gestört

Zum Artikel "Keinen Bock auf Ziegen?" (BR vom 14. November) wird uns geschrieben: Am 14. November musste ich lesen, dass wieder einmal ein Dorf mit landwirtschaftlichen Strukturen und den entsprechend...
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Zum Artikel "Keinen Bock auf Ziegen?" (BR vom 14. November) wird uns geschrieben: Am 14. November musste ich lesen, dass wieder einmal ein Dorf mit landwirtschaftlichen Strukturen und den entsprechenden Gebäuden den gleichen Ärger erleben muss wie viele andere auch.

Erst werden den Dörfern Baugebiete und der Zuzug von Städtern mit verklärten Vorstellungen aufgebürdet, die dann den alteingesessenen Nachbarn Vorschriften machen wollen.

In diesem Fall handelt es sich um ein und dieselbe Person, die erst den Zuzug in großem Maßstab öffentlich befürwortete (was bei weitem nicht allen Dorfbewohnern gefiel), und jetzt das Dorfleben mit Rechtsanwaltsschreiben stört - und das als Gemeinderätin!

Wer in ein Dorf mit landwirtschaftlichen Gebäuden zieht, egal ob in einen Neubau oder Gebrauchtimmobilie, der müsste das akzeptieren, was schon vorher vorhanden war, inklusive Tierhaltung, die es früher schon gab; davon zeugen die bäuerlichen Nebengebäude.

Niemand wird gezwungen, dort zu wohnen. Wo sollte überhaupt noch Tierhaltung stattfinden - in der Innenstadt etwa? Wir hatten in unserem Dorf fast neun Jahre ein sehr ähnliches Problem, was dann in Bedrohungen, Anzeigen, Gerichtsverhandlung und vielen Pöbeleien gipfelte.

Ich wünsche den jungen Leuten sehr viel Kraft, ihren Traum nicht aufzugeben. Ich kann aus gemachter Erfahrung jeder Dorfgemeinschaft nur empfehlen, sich sehr reiflich zu überlegen, ob ihr Dorf durch Bewohner mit verklärten Träumen wachsen soll.

Dieser Dame rate ich, mal zu überlegen, wo sie wohnt: in einem oberfränkischen Dorf!

Angelika Müller

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