Marktgraitz

Dorfladen auf der Wunschliste

Marktgraitz will mit anderen Kommunen zusammenarbeiten und im Rahmen der ländlichen Entwicklung verschiedene Projekte vorantreiben. Als hilfreich könnten sich dabei die positiven Haushaltszahlen erweisen.
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Einen Dorfladen in diesem Gebäude in der Hauptstraße wünscsht man sich in Marktgraitz. Foto: Tobias Kindermann
Einen Dorfladen in diesem Gebäude in der Hauptstraße wünscsht man sich in Marktgraitz. Foto: Tobias Kindermann

Sehr zufrieden waren Bürgermeister Jochen Partheymüller und die Marktgraitzer Gemeinderatsmitglieder bei ihrer letzten Sitzung. Ein Grund dafür waren die Zahlen der Jahresrechnung 2018.

Der Verwaltungshaushalt schloss in Einnahmen und Ausgaben mit 1 979 837 Euro (Vorjahr 1 941 161 Euro), der Vermögenshaushalt mit 610 562 Euro (Vorjahr 798 992 Euro). Der Gesamthaushalt belief sich somit auf 2 590 399 Euro (Vorjahr 2 740 153 Euro). Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt beträgt dabei 158 011 Euro - deutlich mehr als veranschlagt (105 899 Euro).

Der Überschuss zur Verwendung im laufenden Jahr 2019 betrug 232 663 Euro. Dieses positives Jahresergebnis in Richtung Vermögenshaushalt ist für den weiteren Schuldenabbau sehr wichtig, waren sich Bürgermeister und Gemeinderat einig.

Mehr Kooperation

Um die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken, Mehrwert aus gemeinsamen Projekten zu ziehen, das Gemeindegebiet und die Region nachhaltig weiterzuentwickeln sowie Förderkulissen zur ländlichen Entwicklung bestmöglich nutzen zu können, wird Marktgraitz künftig im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) mit Nachbargemeinden enger zusammenarbeiten.

Dies war das Ergebnis eines Auftaktseminars in Klosterlangheim, an dem aus Marktgraitz Bürgermeister Jochen Partheymüller, sein Stellvertreter Georg Bülling (CSU) und Gemeinderätin Tanja Beier (CSU) teilgenommen hatten. Zusammen mit den Gemeinden Ebersdorf bei Coburg, Großheirath, Grub am Forst, Niederfüllbach, Schneckenlohe, Sonnefeld, Weishausen, Untersiemau und dem Markt Mitwitz sollen Mehrwerte aus gemeinsamen Projekten gezogen werden. Dabei sollen Förderkulissen zur ländlichen Entwicklung bestmöglich genutzt werden.

Größere Möglichkeiten

Es sei erstaunlich, welche Schnittmengen es gebe, brachte es das Gemeindeoberhaupt zum Ausdruck. So sei eine Vernetzung in Richtung "Dorfladen" ein Beispiel dafür, wie eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Großheirath angestrebt werden könne, da man sich dort mit ähnlichen Themen wie in Marktgraitz beschäftige.

Zweiter Bürgermeister Bülling erklärte, dass in diesen Gemeinden zusammengefasst 30 000 Bürger leben, so dass man bei gemeinsamen Projekten größere Möglichkeiten habe. Gemeinderätin Tanja Beier sprach von spannenden Themen und Ideen, die bereits erörtert wurden. Besonders gemeinsame Tourismusprojekte könnten auf den Weg gebracht werden.

Nun war man sich im Gemeinderat einig, dass in einem gemeinsamen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) Marktgraitz mitwirken solle.

Weiter verfolgt wurde in dieser Sitzung auch die Themen "Fördermöglichkeiten durch das Amt für ländliche Entwicklung (ALE)" und "Einrichten eines Dorfladens". Bereits seit August 2018 wird die Gemeinde von Ines Riermeier betreut und beraten. Bei einer Zusammenkunft in Bamberg mit Bürgermeister Partheymüller hatte diese nach Recherchen mehrere Punkte festgestellt, bei denen in Marktgraitz Bedarf bestehe.

Dorfladen und Artpraxis vorne

Ganz oben auf der Liste stehen dabei ein Dorfladen, eine Arztpraxis, Leerstand und Leerstandsbedrohungen und Busfahrmöglichkeiten. Mögliche Projekte wären ein Haus der keltischen Handwerkskünste (Oudlahaus) oder Start-Up-Räume, welche mehrere Nutzer gleichzeitig teilen könnten.

Friedrich Bihler, Leiter der Abteilung Fachliche Dienste mit den Bereichen Förderung, Bauwesen, Landespflege und Landwirtschaft, sowie Wolfgang Kießling, der Leiter der Abteilung Land- und Dorfentwicklung für die Landkreise Bamberg, Coburg, Forchheim, Kronach und Lichtenfels, stellten bei diesem Treffen weiter fest, dass in Marktgraitz kein großes Dorferneuerungsverfahren mehr durchgeführt werden kann, da dies bereits in den 70er und 80er Jahren geschehen ist. Es sei jedoch ein kleines Dorferneuerungsverfahren möglich.

Kießling bestätigte, dass der 2015 gestellte Antrag für punktuelle Projekte weiter verfolgt werden soll. So die Entwicklung der alten Schule zum "Outlahaus" am Marktplatz 9 und 10, der Kirchweihplatz (Hauptstraße 47) oder der Bereich des ehemaligen "Kerzen-Rita-Hauses" in der Hauptstraße 14 -15.

Im letztgenannten Bereich bei der ehemaligen Bäckerei Hornung favorisiere er einen Standpunkt für einen Dorfladen, erklärte dazu Bürgermeister Partheymüller. Erste Kontakte seien geknüpft worden.

Verbunden werden könne dies mit der Verbesserung der Bauhofsituation, was wiederum für mehr Platz und Räumlichkeit der FFW Marktgraitz führen würde. Die Förderung für den Markt Marktgraitz belaufe sich dabei auf einen Prozentsatz von 75 bis 90 bei Co-Finanzierung durch das Amt für ländliche Entwicklung.

Als sehr positiv nahmen die Räte auch zur Kenntnis, dass drei Bauplätze verkauft werden konnten und es weitere fünf Interessenten gebe. Aufgestellt werden soll demnächst auch eine Mitfahrbank.

Am Sonntag , 30. Juni, findet auf dem Kerwaplatz (Hauptstraße 47) ab 6 Uhr früh der "1. Garaatzer Trödelmarkt" statt. Für Infos und Kontakte steht Bürgermeister Jörg Partheymüller unter der Telefonnummer 0172/8333900 zur Verfügung.

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