Kehlbach

Dorfgemeinschaft wird gestärkt

Wo einst die Schule stand und Kinder unterrichtet wurden, entstand nun ein Haus für die Kehlbacher Bevölkerung. Am Freitagnachmittag wurde es offiziell eingeweiht.
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Architekt Elmar Ruß zeigte den Inhalt der "Urne". Diese wurde bei der Grundsteinlegung der alten Schule eingemauert. Foto: Veronika Schadeck
Architekt Elmar Ruß zeigte den Inhalt der "Urne". Diese wurde bei der Grundsteinlegung der alten Schule eingemauert. Foto: Veronika Schadeck

Veronika SChadeck "Es ist ein Genuss", freute sich Liane Vetter. Für sie steht außer Zweifel, dass dieses Gebäude die Dorfgemeinschaft noch enger zusammenführen wird. Mit Begeisterung erwähnte sie, dass einen Tag vor dem großen Fest 25 Kehlbacher zusammenkamen, um das Haus zu reinigen und um die Räumlichkeiten für den großen Tag herzurichten.

Bei der Einweihung gab es auch etwas Außergewöhnliches. Denn beim Abriss der alten Schule kam eine Urne von der Grundsteinlegung aus den 60er Jahren mit einer Urkunde und einigen Geldmünzen zum Vorschein. Diese wurde am Festtag nun mit den Bauplänen, der aktuellen Tageszeitung und der Eröffnungsrede weiter befüllt, verlötet und mit dem Grundstein von damals wieder eingemauert. Etwas Besonderes sind auch die Bleiglasfenster, die einst den Eingangsbereich der Schule künstlerisch schmückten. Auf einem davon werden die Glasindustrie und Glasbläser dargestellt.

Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) bezeichnete das Dorfhaus als ein Gebäude, das die Kehlbacher zusammenführen und den Jugendlichen Zuversicht geben soll.

Geschaffen wurde ein großer Gemeinschaftsraum für die Vereine, ein Besprechungszimmer, ein Jugendzimmer für die jungen Menschen und die aktive Kehlbacher Zechgemeinschaft. "Es ist uns wichtig, unseren Jugendlichen mit modernen Räumlichkeiten zu vermitteln, dass sie uns wichtig sind", so Löffler. Die modernen Sanitäranlagen, der Ausschank sowie eine behindertengerechte Toilette können zugleich für Veranstaltungen in der angegliederten Kulturhalle genutzt werden.

Wie der Bürgermeister weiter erklärte, soll im nächsten Jahr der Außenbereich mit Parkplätzen und einer gepflasterten Tanzfläche, welche die neu gepflanzte Tanzlinde umgibt, fertiggestellt werden.

1,2 Millionen Euro

Die Gesamtkosten des Dorfhauses belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Gefördert wurde das Projekt mit bis zu 90 Prozent über die Förderoffensive Nordostbayern. Zwar lag der ursprüngliche Kostenansatz bei 900 000 Euro, doch sei dieser, so der Bürgermeister, trotz sorgfältigster Mittelverwendung aufgrund der Bauhochkonjunktur nicht zu halten gewesen. Aufgrund der Förderungen äußerte er sich dankbar gegenüber der Bayerischen Staatsregierung.

"Es ist ein historischer Tag", so Landrat Klaus Löffler (CSU). Er forderte die Kehlbacher auf, selbstbewusst in die Zukunft zu blicken. Und er war stolz auf die Kehlbacher, denn abgesehen von deren Zusammenhalt gehöre der Kehlbacher Fasching mittlerweile zu den ganz großen Veranstaltungen im Landkreis.

"Ein Riesenkompliment an die Kehlbacher Dorfgemeinschaft", so der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, Anton Hepple. Er wies darauf hin, dass aus seinem Amt 450 000 Euro an Förderungen ausbezahlt wurden. "Wir machen damit vernünftiges Zeug, das soll auch der Landtag wissen." Die Förderinitiative, so erklärte er, habe noch bis in die Jahre 2021/2022 Bestand. Das Amt werde noch viel Geld benötigen, um den Anträgen und Wünschen nachkommen zu können. Und was das Kehlbacher Projekt betrifft: "Es ist uns wichtig, dass ihr eine gute Gemeinschaft pflegt und das Dorfhaus mit Leben erfüllt."

Architekt Elmar Ruß erinnerte anhand seines Bautagebuches an die Bauphase. Sein und auch der Dank des Bürgermeisters galten den am Bau beteiligten Firmen. Die kirchliche Weihe nahmen Christiane Wachter und ihr katholischer Kollege Thomas Hauth vor. Für die musikalische Umrahmung sorgte der "Routenkirchner Viergesang!"

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