Lichtenfels

"Don Promillo" auf dem Mofa

Ein 46-jähriger Staffelsteiner hatte 1,7 Promille auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor - und jetzt eine Geldstrafe.
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Tragikomische Züge trug der Fall, der am Dienstag im Amtsgericht zur Mittagszeit verhandelt wurde. Es ging dabei um einen Angetrunkenen, dem ein Polizist die Weiterfahrt untersagte und der wenig später von diesem noch betrunkener fahrend angetroffen wurde.


Mit 1,2 Promille am Lenker

Ein Fahrrad mit Hilfsmotor diente am 11. September 2017 einem 46-jährigen Bad Staffelsteiner als Vehikel. Um 13.10 Uhr fielen der Mann und vor allem sein Zustand einem Polizisten am Einkaufszentrum auf, wo der Mann an der Lauter eine Rast einlegte. Eine kurze Alkoholkontrolle ergab einen Wert von 1,2 Promille, worauf ihm der Polizist dringend empfahl, mit dem Rad nicht mehr am Verkehr teilzunehmen.
Doch als der Beamte kurz vor 14 Uhr eine Staatsstraße befuhr, fiel ihm auf selbiger fahrend der Ermahnte auf. "Glatzkopf, Blödmann, Vogel, Depp, Wichser" bekam der Beamte zu hören, als er den Bad Staffelsteiner aus dem Verkehr nahm.
Ein neuerlicher Alkoholtest ergab nun, dass ein Nachtrunkverhalten vorlag, kam der Mann doch nun auf 1,68 Promille. Das zusammengenommen brachte ihm eine Anzeige wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr sowie Beleidigung ein.


Ein paar Bier zu Mittag

"Stolz bin ich net drauf", erklärte der Beschuldigte in ruhigem Ton vor Richter Stefan Jäger und Staatsanwalt Michael Koch. "Ein paar Bier getrunken" habe er um die Mittagszeit. Auch das war etwas, was der Polizist an jenem Septembertag bemängelte, denn er untersagte ihm Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit.
Auf die vom Gericht gestellte Frage, ob er denn zu Mittagszeiten öfter trinke, antwortete der Gefragte schlicht mit "gelegentlich". Überhaupt wirkte der Mann sortiert und zurückhaltend, eher höflich. Zudem war er umfassend geständig. Schon 2009 hatte er unter Alkoholeinfluss seinen Führerschein verloren, weshalb er sich aufs Radfahren verlegte.
Mit diesem Rad, so der Mann, habe er von einem Bekannten Werkzeuge übernehmen und zu seiner Wohnung bringen wollen, als Übergabeplatz sei hierbei das Einkaufszentrum vorgesehen gewesen. Auf die richterliche Frage danach, warum er trotz ausgesprochenem Fahrverbot dennoch gefahren sei, entgegnete der Angeschuldigte, dass es "ein dummer Gedanke" war.
Schon mehrmals geriet der Mann mit dem Gesetz in Konflikt, nicht selten wegen Alkohols oder Betäubungsmitteln. Insgesamt acht Einträge weist sein Bundeszentralregister auf, das von Nötigungen und Beleidigungen und eben auch von fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr spricht.
Auch der als Zeuge geladene Polizist gab an, schon damals bei dem Ermahnten den Eindruck gehabt zu haben, dass dieser Alkohol gewohnt gewesen sei. Nachtragend war der Beamte nicht und Belastungseifer gegen den 46-Jährigen legte er auch nicht an den Tag.


Haftstrafe oder Bewährung?

Die Frage, die blieb, war, ob es zu einer erstmaligen Haftstrafe kommen sollte oder nicht. Staatsanwalt Koch plädierte dafür, dass "keine Geldstrafe mehr angezeigt" sei und forderte fünf Monate Haft auf Bewährung, bei 1000 Euro Geldauflage und einer dreijährigen Bewährungszeit. Worte, die Wirkung zu erzielen schienen, zeigte sich der Angeklagte doch bedrückt ob seines Verhaltens. Doch eine Haftstrafe sollte es nicht werden, da Richter Stefan Jäger eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro aussprach, begleitet von einem viermonatigen Fahrverbot für das Mofa Fahrrad mit Hilfsmotor.
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