Willmersreuth

Dörfer im Nachteil?

Hermann Paal aus Willmersreuth kritisiert, dass in Mainleus zu viel Geld in den Hauptort fließt. Bürgermeister Robert Bosch widerspricht dem Vorwurf klar.
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Nach Ansicht von Hermann Paal wird im Markt Mainleus zu wenig für die Ortsteile und zu viel für den Hauptort getan. "Alles zieht nach Mainleus, und das geplante Baugebiet in Willmersreuth wird wieder auf Eis gelegt", klagte er am Donnerstagabend in der Teilbürgerversammlung im "Gasthof zur Linde" in Willmersreuth.

Ein Vorwurf, den Bürgermeister Robert Bosch (CSU) allerdings nicht auf sich sitzen ließ. "Für den Hauptort besteht eben ein großer Handlungsbedarf", begründete er die rege Erschließungs- und Bautätigkeit. Zugleich erläuterte er, warum es im vergangenen Jahr nicht zur Ausweisung des geplanten Baugebiets in Willmersreuth kam. Wenn die Gemeinde Flächen ausweise, dann wolle man allen Interessenten das Gefühl geben, dass sie dort sorgenfrei bauen könnten.

Geruch ein Problem

Das sei hier nicht der Fall gewesen. Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass ein in unmittelbarer Nähe befindliches Fahrsilo zu einer Geruchsbelästigung und damit zu einem Konflikt führen könne. Dies habe, so Bosch, zu einer Verkleinerung des Areals geführt und die Mehrheit im Gemeinderat zu einer Ablehnung des geplanten Vorhabens veranlasst.

Den Bürger überzeugte das nicht. "Das sind ewige Ausreden", beharrte Paal auf seiner Meinung. "Private Initiativen zur Erschließung eines Baugebietes begrüßen und unterstützen wir weiterhin", erwiderte das Gemeindeoberhaupt.

Mit Blick auf die Dürre des vergangenen Jahres sprach sich Fred Seelmann dafür aus, stillgelegte Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Im Falle von Schmeilsdorf wird daraus nichts. Der in die Jahre gekommene Wasserspeicher, der zuletzt an eine Firma verpachtet war, werde in einen Löschwasserbehälter umgebaut, klärte Bosch die rund 30 Zuhörer auf. Den Pachtvertrag habe man bereits gekündigt. "Das ist ein Gewinn für die Feuerwehr", frohlockte Bosch.

Die Wassermenge, die man von der FWO beziehe, sei ausreichend, zerstreute der Redner etwaige Bedenken. Die Inbetriebnahme eines stillgelegten Brunnens bedeute einen Eingriff in den Boden und den natürlichen Wasserhaushalt. Zudem machte er deutlich, dass eine solche Maßnahme Geld kosten und sich auf den Wasserpreis auswirken würde.

Viele Jahre befand sich die Willmersreuther Schulbushaltestelle an der Kreisstraße. Nach einer Inspektion aller Haltestellen im Mainleuser Land durch Polizei und Schulbusunternehmen hält der Schulbus jetzt im Ort, und zwar im Auweg. Reiner Lindner verstand die Welt nicht mehr: "Jetzt, wo nur noch zwei Kinder einsteigen, hält er im Ort. Vor 50 Jahren, als es noch 40 Jungen und Mädchen waren, war es genau umgekehrt. Das ist schon ein starkes Stück."

Uwe Seelmann schlug vor, am Willmersreuther Dorfplatz wegen der unübersichtlichen Verkehrslage einen Kreisel zu errichten, der nur von Autos befahren werden darf.

Kreisel in der Dorfmitte?

Davon hielt Zweiter Bürgermeister Jürgen Karg nicht viel. Er betonte, dass er ein Verfechter für Kreisel sei, aber in diesem Fall halte er ihn nicht für sinnvoll. Autofahrer, die in die obere Fischäckergasse wollten, müssten rechts herum bei der Gaststätte fahren. "Das wird ein schönes Chaos, vor allem am Sonntag, wenn viel Betrieb im Wirtshaus ist", sagte er.

Brigitte Schelhorn regte an, vor der Kirche Boxen einzuzeichnen, um das Parkchaos in den Griff zu kriegen.

Hans-Jürgen Sack sprach die Mauer in der unteren Fischäckergasse an, die sich in Richtung Straße neige. Gerhard Naujoks wies darauf hin, dass die Verkehrsschilder "Sackgasse" im Auweg und "Vorfahrt achten" im Siebenbürgenweg verblasst sind. Ferner schlug er vor, einen Abfallbehälter an der neuen Bank am Radweg aufzustellen. Bosch versicherte, sich der Anliegen anzunehmen.

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