Neudrossenfeld

Digitalisierung der Schule: Wie das Lernen in der Zukunft aussieht

Das traditionelle analoge Klassenzimmer hat in der Vergangenheit über viele Jahre die Schule bestimmt. Jetzt ist die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen auf dem Vormarsch und hat auch ...
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Im Robotik-Unterricht sind neben der Lust am Tüfteln auch Programmierkunst, Englischkenntnisse und Teamgeist gefragt. Foto: Werner Reißaus
Im Robotik-Unterricht sind neben der Lust am Tüfteln auch Programmierkunst, Englischkenntnisse und Teamgeist gefragt. Foto: Werner Reißaus

Das traditionelle analoge Klassenzimmer hat in der Vergangenheit über viele Jahre die Schule bestimmt. Jetzt ist die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen auf dem Vormarsch und hat auch die Schule bereits verändert. Und dieser Prozess ist nicht aufzuhalten. Das Staatliche Schulamt im Landkreis Kulmbach hatte daher alle Schulaufwandsträger und Vertreter der Schulen aus ganz Oberfranken in die Dreifachturnhalle eingeladen.

Zahlreiche Firmen umrahmten die Veranstaltung mit Fachvorträgen und Informationen und präsentierten das digitale Klassenzimmer, bestehend aus einem Lehrerarbeitsplatz mit einer Präsentationseinrichtung (Lehrer-PC, Großbilddarstellung, Dokumentenkamera, Audiosystem) und der Möglichkeit für Schüler, digitale Geräte wie zum Beispiel Notebooks, Tablets und Smartphones zu nutzen.

"Auch Medienerziehung wichtig"

Schulrat Michael Hack stellte zur Frage, wie das Klassenzimmer beziehungsweise das Lernen der Zukunft aussieht, fest: "Schüler bedienen und nutzen täglich digitale Medien und Geräte, dies allerdings in der Hauptsache konsumierend. Ziel der Schulen muss es sein, Kindern und Jugendlichen an den Schulen auch ein produktives, praxisorientiertes und interaktives Arbeiten zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist aber auch der Bereich der Medienerziehung, um Schüler kompetent zu machen, wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden." Wie Schulrat Hack erklärte, wird die Digitalisierung der Schulen über das Förderprogramm "Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer" im Rahmen des Masterplans "Bayern Digital II" der bayerischen Staatsregierung und seit vergangenem Jahr über den Digitalpakt des Bundes unterstützt: "Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um Schulen mit neuen digitalen Geräten und Software für den pädagogischen Einsatz auszurüsten."

Die Veranstaltung wurde von Bianca Simon als Beraterin für digitale Bildung an den Schulämtern Kulmbach und Bayreuth verantwortlich organisiert. Ziel der Schulen muss es nach ihren Worten sein, Schülern durch digitale Medien ein produktives und interaktives Arbeiten zu ermöglichen: "Ausstattung und Medienbildung müssen dabei Hand in Hand gehen."

Primäres Ziel sollte es nach den Worten von Bianca Simon sein, die Schüler zu befähigen, sich mündig in der heutigen und künftigen Welt bewegen zu können: "Dies impliziert eine umfassende Medienbildung. Wir müssen transparent machen, wie Technik funktioniert und entlarven, was im Internet passiert."

Selbstbestimmung als Ziel

Bianca Simon hielt es für nötig, den Schülern technische Grundlagen und Grundlagen der Informatik zu vermitteln: "Die Schüler müssen lernen, sich selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Sie müssen wissen, was Algorithmen sind und wie sie funktionieren. Damit sie verstehen, warum ihnen das Smartphone immer wieder genau das präsentiert, was sie mögen, egal ob es um die Lieblingsmusik, Modevorlieben oder Filmtipps geht. Wenn Schüler das durchschauen, haben sie die Chance, zwischen Fakten und Fake zu unterscheiden und zu mündigen Individuen heranzuwachsen." Man könne ebenso wie gegen Straßenverkehr auch gegen die digitale Bildung sein, aber sie finde nun mal statt: "Wenn wir die Schüler nicht darauf vorbereiten, werden sie umgefahren."

Für die gastgebende Friedrich-von-Ellrodt-Schule Neudrossenfeld erklärte Rektor Michael Zeitler: "Am digitalen Klassenzimmer führt kein Weg vorbei."

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