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Bad Staffelstein

Digitale Datenstraßen für den Landkreis

Die Digitalisierung beschleunigt sich zunehmend, meint der Staffelsteiner Digitalisierungsbeauftragte Siegbert Reuther. Gerade in Krisenzeiten würden viele, die noch Vorbehalte haben, ihre Einstellung zu den neuen Medien überdenken.
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Im Trenching-Verfahren wurde in den vergangenen beiden Jahren in Bad Staffelstein die Datenautobahn ausgebaut. Foto: Matthias Einwag
Im Trenching-Verfahren wurde in den vergangenen beiden Jahren in Bad Staffelstein die Datenautobahn ausgebaut. Foto: Matthias Einwag
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Mirjam Stumpf Ohne eine vorangeschrittene Digitalisierung wäre die Arbeit vieler Menschen von Zu Hause aus in diesen Tagen erst gar nicht möglich. Und die Digitalisierung beschleunige sich zunehmend, sagt Siegbert Reuther, Geschäftsführer von Reuther NetConsulting mit Sitz in Bad Staffelstein. Kommunikation sei deshalb wichtig. "Umfassende Information nimmt Angst vor diesen neuen Themen. Wenn wir die Menschen mitnehmen, gelingt die Digitalisierung", sagt er.

Als Fachmann ist er auch Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Bad Staffelstein. "Ich versuche, den Prozess vom Analogen zum Digitalen beratend zu begleiten", erklärt er die Funktion, die er inne hat.

Bad Staffelstein sei mutig mit vorangeschritten, was die Digitalisierung betrifft, bayernweit vorne mit dabei. Die Kernstadt habe seit Anfang 2019 unter anderem eine flächendeckende Glasfaserversorgung "direkt bis in jedes Haus".

Neue Tafeln in den Schulen

Ein weiteres großes Projekt in der Stadt sei die Ausrüstung der Adam-Riese-Schule mit 20 digitalen Schultafeln als Teil des Förderprogramms "Digitalpakt Schule" gewesen. Im Prinzip seien das Tablets in Tafelgröße, sagt Reuther, bedienbar entweder mit einem dazugehörigen Stift oder einfach mit dem Finger. So können beispielsweise komplexe Tafelbilder verwendet werden, ohne zwingend einen Computer verwenden zu müssen. "Es ist ein ganz anderes Erleben", so Reuther über die neuen Möglichkeiten, den Schülern den Stoff näherzubringen. Auch "der Spieltrieb soll ins Lernen eingebracht werden."

Die Digitalisierung in Schulen ziele zum Teil darauf ab, den Schülern die sogenannten MINT-Fächer und Themen zu erschließen und sie dafür zu begeistern, so dass sie später vielleicht einen Beruf in diesem Bereich wählen, sagt Reuther. "Wir versuchen, die Themen schon an der Basis vorzubereiten."

Das Vorbild ist Estland

Ein Vorbild dafür, welche Vorteile eine gelungene Digitalisierung haben kann, sei Estland. Bei einem Besuch vor Ort im Mai 2019 habe er sich selbst davon überzeugen können. Behördengänge beispielsweise seien nur noch bei der Hochzeit, der Scheidung oder dem Erwerb eines Grundstücks erforderlich. Grundlegende Daten würden nur ein einziges Mal gespeichert werden, alle Ämter könnten dann darauf zugreifen.

Der Schulalltag laufe in dem nordeuropäischen Land ebenso anders, digitale Medien seien schon vollständig in den Unterricht miteinbezogen. Lediglich die Zeugnisse würden noch in gedruckter Form ausgehändigt, zudem hätten die Eltern digital mehr Einblick in die laufenden Klassenarbeiten. Es zeige, wie elegant die Digitalisierung laufen könne und dass sie mehr Vorteile als Nachteile beinhalte, meint Reuther.

Mehr Bereiche denkbar

Weitere Projekte für den sinnvollen Einsatz der Digitalisierung seien unter anderem im Bereich der Telemedizin denkbar, schlägt Reuther vor. Gerade für Kurgäste sei der Kontakt zum heimischen Arzt über Video-Sprechstunde sehr wertvoll.

Er sieht die Digitalisierung als eine große Chance. Es könne ein spürbarer und damit erkennbarer Nutzen entstehen. Alles beginne aber mit Aufklärung und Kommunikation. Gerade in Krisenzeiten sei dies wichtiger denn je. Viele würden ihre Einstellung, die Digitalisierung nicht zu brauchen, aufgrund der aktuellen Lage überdenken. "Die Basis der Digitalisierung ist in Bad Staffelstein da. Nun muss es gelingen, diese digitalen Straßen auch zunehmend zu nutzen."

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