Kulmbach
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Dieter Thomas 90: Nie den Humor verloren

Dieter Thomas sah sich in seinem Leben mit vielen Herausforderungen konfrontiert, bewahrte sich aber bis heute seinen Humor. Dieser Tage feierte er im Kreis seiner großen Familie seinen 90. Geburtstag...
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Zweiter Bürgermeister Ralf Hartnack (links) und stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann (rechts) gratulierten Dieter Thomas zu seinem 90. Geburtstag; mit im Bild Ehefrau Margit Thomas. Foto: Uschi Prawitz
Zweiter Bürgermeister Ralf Hartnack (links) und stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann (rechts) gratulierten Dieter Thomas zu seinem 90. Geburtstag; mit im Bild Ehefrau Margit Thomas. Foto: Uschi Prawitz

Dieter Thomas sah sich in seinem Leben mit vielen Herausforderungen konfrontiert, bewahrte sich aber bis heute seinen Humor. Dieser Tage feierte er im Kreis seiner großen Familie seinen 90. Geburtstag und erzählte aus seinem Leben.

Geboren wurde er als Zwilling in Aschersleben, wo er aufwuchs und später zunächst als Lehrer arbeitete. "Ich war Grundschullehrer und unterrichtete Physik und Chemie in den höheren Klassen", erzählte er. Beim Mikroskopieren blickte er eines Tages aus dem Fenster, "als ein junges Mädchen im Pelzmäntelchen vorbei lief". Das war Margit, seine spätere Frau, die er dann bei einer Tanzstunde näher kennenlernte und mit der er in diesem Jahr 70 Jahre verheiratet ist.

Nicht von Max Hundt

"Eigentlich wollte ich Arzt werden, aber nach dem Krieg kamen die Heimkehrer, da kam ich nicht zum Zug", erzählte er. Als Lehrer sei er zu streng gewesen, sagte er mit einem Augenzwinkern - Dieter Thomas ist einer, der sich selbst nicht zu ernst nimmt.

"Ich komme aus dem Osten, da wurde viel Wodka getrunken", deshalb sehe er auch heute noch so gut aus. Natürlich habe er auch Sport getrieben, sei mit dem Faltboot Regatten gefahren.

In den 50er Jahren machte sich das Ehepaar Thomas auf nach Kulmbach, um die Verwandtschaft zu besuchen. Der Onkel von Margit Thomas war kein geringerer als Schulrat Max Hundt. "Ich hätte in Westdeutschland bleiben können, aber ich wollte unbedingt zurück in die DDR, studierte Theologie, lernte Latein, Griechisch und Hebräisch", erzählte der Jubilar.

20 Jahre lang arbeitete er schließlich in Magdeburg als evangelischer Pfarrer, erlebte Höhen und Tiefen des Lebens in der DDR. "Nach der Grenzöffnung habe ich mir die Stasiakten über mich kommen lassen - 250 Seiten waren das!"

Nach Kulmbach verschlug es ihn endgültig 1994, als er in Rente ging. Er zog mit seiner Frau Margit in den Seniorenwohnpark am Schwedensteg, hielt bis vor einiger Zeit jeden Mittwoch eine Andacht für die Bewohner, das hat ihm viel bedeutet.

"Ich liebe Gemeinschaft, erzähle auch gerne Witze", sagte er, "ich bin allergisch gegen humorlose Leute."

Diesen Humor gab er an seine zwei Kinder, fünf Enkel und acht Urenkel weiter, ebenso die Tugend, immer ehrlich zu sein. Er fühlt sich wohl in Kulmbach, aber eines vermisst er an seiner früheren Heimat DDR doch: "Das Soziale hätte man sich von der DDR abgucken müssen." up

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