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Herzogenaurach

Diesmal gibt's auch leisere Töne

Nach einer Rockband gibt's Meditation. Das Event "We rock for Nepal" weicht diesmal auf den Marktplatz aus.
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Alberto Parmigiani vor den tibetischen Gebetsfahnen in seinem Haus in der Einsteinstraße. Er freut sich auf das fünfte Benefiz-Open-Air "We rock for Nepal".  Foto: Bernhard Panzer
Alberto Parmigiani vor den tibetischen Gebetsfahnen in seinem Haus in der Einsteinstraße. Er freut sich auf das fünfte Benefiz-Open-Air "We rock for Nepal". Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Zum fünften Mal schon organisiert Alberto Parmigiani ein Benefizkonzert für die Opfer des großen Erdbebens im nepalesischen Himalayagebirge, das sich 2015 ereignet hat. Seither hat er viele Tausende Euro an Spenden zusammengetragen und in den betroffenen Dörfern unter anderem Schulen gebaut. Zurzeit ist das vierte Gebäude in Planung. Zum fünften Mal heißt es nun zwei Tage vor dem Altstadtfest " We rock for Nepal".

Doch diesmal ändert sich der Schauplatz. Wegen der Großbaustelle rund ums Rathaus steht für die kommenden Jahre der Schlosshof nicht zur Verfügung. Schon das Open-Air-Kino musste umziehen. Während sich aber der Kirchenplatz vom 6. bis 15. Juni in ein Freiluftkino verwandelt, darf Alberto mit dem Nepal-Konzert am 19. Juni auf den Marktplatz ausweichen. Da steht dann bereits die Bühne der Stadtjugendkapelle fürs Fronleichnamkonzert und das am Freitag beginnende Altstadtfest.

Parmigiani ist zwar auch Rockmusiker und bei den Events der vergangenen Jahre wurden durchgängig auch schon mal härtere Töne angeschlagen, doch diesmal belässt er es bei einer Band. "Ab 22 Uhr wird's ruhiger", verspricht er. Er wolle damit die Anwohner auf dem Marktplatz nicht über Gebühr strapazieren. Es folgen ja dann auch noch mehrere Festtage.

Rockmusik bis 22 Uhr

Eine Rockband freilich tritt dennoch auf, die Veranstaltung heißt ja trotzdem "We rock für Nepal". Es ist "Rocktide", die schon von Anfang an dabei ist und bei der Alberto als Schlagzeuger seit sieben Jahren selbst mitspielt. Fans des rockigen Trios sollten aufmerken, denn es ist die letzte Gelegenheit, "Rocktide" zu hören. Denn die Band gibt an diesem Mittwochabend ihr Abschiedskonzert. Spätestens um 22 Uhr ist Schluss, danach wird's ruhiger. Denn die Veranstaltung endet erst um 23 Uhr.

Gut vorstellbar, dass die Nachbarn dann die Fenster nicht etwa schließen, sondern bewusst öffnen. Denn Alberto kündigt für die letzte Stunde ein kleines Konzert zum Zuhören und Meditieren an. Er spielt mit der Hand Pan, einem melodiösen Percussion-Instrument. Und dazu gibt's noch seine Singing Bowls, also die Klangschalen. Als Gäste hat er zwei Musiker aus Nepal und Japan. "Die Nachbarn werden sehr gut schlafen", verspricht Alberto angesichts des "ganz ruhigen" Ausklangs.

Seine beiden musikalischen Gäste gehören, ebenso wie Alberto, dem internationalen Gemeinschaftsprojekt "Son of Light" an. Alberto hat es im Jahr 2003 gemeinsam mit zwei Nepalesen gegründet. Seitdem organisiert das Trio, das inzwischen auch in Japan Unterstützung findet, gemeinsame Aktivitäten, um damit Spenden für Kinder-Hilfsprojekte in Nepal zu sammeln und Patenschaften für Waisenkinder zu übernehmen. Seit 2015 gilt das Augenmerk vor allem den Betroffenen im Erdbebengebiet.

Auch wenn der Eintritt für das Benefizkonzert frei ist, bittet Alberto die Besucher doch um Spenden. Diese kommen ebenso wie der Erlös aus dem Verkauf von Souvenirs, Speisen und Getränken "zu hundert Prozent" den Erdbebenopfern in Nepal zu, verspricht Alberto. Er freut sich, dass das Rockevent schon vier Jahre besteht. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass die Bürger und Firmen eine private Veranstaltung so kontinuierlich mit Spenden unterstützen, sagt er. Diese Hilfsbereitschaft habe seinen höchsten Respekt. Auch deshalb nimmt er die Anstrengung der Organisation auf sich. Denn bis so ein Event steht, braucht es monatelange Vorbereitung, sagt er. Der Erfolg gibt ihm recht. Und zuletzt sprang immer eine fünfstellige Spendensumme für die Menschen in Nepal heraus.

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