Zeil am Main
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"Diese Zeit brauche ich ..."

Ein Woche früher als gewohnt fand die Vierzehnheiligen-Wallfahrt der katholischen Pfarrgemeinde Zeil statt. Wegen des Datums gab es Terminüberschneidungen für so manchen langjährigen Wallfahrer. Desha...
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Ein Woche früher als gewohnt fand die Vierzehnheiligen-Wallfahrt der katholischen Pfarrgemeinde Zeil statt. Wegen des Datums gab es Terminüberschneidungen für so manchen langjährigen Wallfahrer. Deshalb gleich vorneweg: Die Wallfahrt 2020 findet wieder wie gewohnt am ersten Samstag nach Schulbeginn statt.

Der Segensgedanke war das Leitmotiv der Wallfahrt, an der knapp 40 Pilger teilnahmen und die von einer Gruppe der Stadtkapelle Zeil musikalisch begleitet wurde. Da die Deutschen in gesegneten Zeiten ohne Krieg, Hunger, Vertreibung und wirtschaftlicher Not leben - und das in einer immer noch gesegneten Landschaft -, war es im Wesentlichen eine Wallfahrt des Dankes nach Vierzehnheiligen.

Wenn man über das Beachtenswerte reflektiert, stellt man fest, dass es neben der Glaubensbotschaft die persönlichen Begegnungen, das zufällige Wort unterwegs, der Mensch ist, was nachhaltig bleibt. So wie Pater Aro, der sich erstmals mit den Zeilern auf die Wallfahrt begeben hat.

Ein weiser Mann aus Indien wurde einmal gefragt, warum er immer so ruhig, gelassen und immer freundlich sein kann. Er antwortete: "Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich laufe, dann laufe ich." Darauf entgegneten seine Gesprächspartner: "Aber das tun wir doch auch." Darauf sagte der Weise: "Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich laufe, dann laufe ich." Darauf hieß es: "Aber wir doch auch!" "Nein", entgegnete der Weise: "Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel."

Pastoralreferent Norbert Zettelmeier hat zusammen mit Pater Aro das In-sich-ruhen vorgelebt: "Wenn ich laufe, sind Atmung und Füße im Gleichklang, wenn ich esse und trinke, genieße ich, wenn ich bete und singe, nehme ich den Rhythmus mit in die Füße, wenn ich im großen Segenskreis um den Altar der Pfarrkirche in Wiesen im Segenslied vereint stehe, spüre ich, dass ich Teil einer besonderen Gemeinschaft bin und den Moment ohne Wiederkehr erlebe."

Nach dem großen Moment des Einzugs in die Basilika wurde Pater Aro gefragt, ob er sich jetzt im Schwesternhaus Kuchen und Kaffee gönnen möchte oder lieber im "Klosterbräu" ein Bier. "Nein", entgegnete er, "ich gehe zurück in die Kirche. Ich habe Menschen Gebete versprochen. Ich setze mich jetzt in die Kirche und werde ein Gebet nach dem anderen beten. Diese Zeit brauche ich ..." red

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