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Diese drei bleiben wahllos im Amt

Die Bürgermeister von Hofheim, Sand und Theres haben am Wahltag, 15. März, nichts zu befürchten. Warum in ihren Kommunen der Chefsessel im Rathaus erst in zwei oder drei Jahren neu vergeben wird, erfahren Sie hier.
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Matthias Schneider
Matthias Schneider
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Eckehard Kiesewetter Drei der 26 Kommunen im Landkreis tanzen bei der Bürgermeisterwahl 2020 aus der Reihe. In ihnen wird am 15. März zwar ein neuer Gemeinde- oder Stadtrat, aber kein neuer Bürgermeister gewählt. In Hofheim bleibt Wolfgang Borst (CSU) noch bis 2022 der Chef im Rathaus. Erst dann wird er seine dritte Amtszeit vollendet haben. In Sand und Theres wird gar erst ein Jahr später, also 2023, über den Chefsessel im Rathaus entschieden. Dort können Bernhard Ruß (SPD) und Matthias Schneider (CSU) dem Wahlabend entspannt entgegensehen, auch wenn sich durch eine personelle Veränderung auf den anderen Stühlen am Ratstisch natürlich für sie einiges verändern wird, denn Gemeinde- und Stadtpolitik ist immer auch ein Stück Teamarbeit.

Bei der antizyklischen Wahl muss zwischen haupt- und nebenamtlichen Bürgermeistern unterschieden werden. Für nebenamtliche Bürgermeister beginnt und endet die Amtszeit stets mit den Kommunalwahlen, weil der Gesetzgeber grundsätzlich eine Harmonisierung der Wahlperioden anstrebt, so dass Bürgermeisterwahlen gemeinsam mit den allgemeinen Kommunalwahlen stattfinden.

Dem trug auch die Stadt Zeil Rechnung, die sich im Jahr 2010 wieder in den allgemeinen Rhythmus einreihte. Die erste Amtszeit von Thomas Stadelmann (der SPD-Mann war damals Wahlsieger gegen den Amtsinhaber Christoph Winkler von der ÜZL) wurde seinerzeit auf vier Jahre verkürzt. Jetzt kann er auf seine erste "volle" Amtsperiode zurückblicken.

Drei außer der Reihe

Grundsätzlich aber sind hauptamtliche Bürgermeister, die "zwischen den Wahlen" ins Amt kamen, zeitversetzt "dran". Und dies gilt dann auch für deren Nachfolger. Außer der Reihe gewählt wird bis heute in Hofheim, Sand und Theres.

Wolfgang Borst ist seit 2004 in der einstigen Kreisstadt Hofheim im Amt, und dies unangefochten, denn er war bei seinen Wiederwahlen 2010 und 2016 jeweils ohne Gegenkandidat geblieben. Bei der nächsten Wahl in der einstigen Kreisstadt wird der annähernd 70-Jährige nicht mehr antreten. Er hätte dann auch die Altersgrenze für hauptamtliche Bürgermeister überschritten. Doch dieser Chefwechsel wird erst im Jahr 2022 stattfinden.

Derart antizyklisch wird in Hofheim bereits seit 1981 gewählt. Der damalige Bürgermeister Hans Wacker war etwa zur Hälfte der Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, und so wurden "außer der Reihe" Neuwahlen angesetzt. Ins Amt gewählt wurde seinerzeit Erwin Borst, der Vater des heute amtierenden Bürgermeisters. Borst senior kam bei einem Verkehrsunfall im Jahr 1992 ums Leben, so dass erneut außer der Reihe ein neuer Bürgermeister gewählt werden musste. Im Amt folgte 1993 Hubert Eiring (FDP/Freie Bürger), der zwölf Jahre an der Spitze der Stadt stand. Bei der Wahl 2004 setzte sich dann Wolfgang Borst gegen Willibald Angermeir (FDP/Freie Bürger) durch. Seither regiert er die Stadt unangefochten.

Grund war ein Rücktritt

In Theres war Matthias Schneider 2011 als Nachfolger von Hans-Peter Reis (ebenfalls CSU) ins Rathaus eingezogen. 2017 setzte er sich gegen Mario Dorsch durch, den die Soziale Unabhängige Bürgergemeinschaft Theres (SUBT) nominiert hatte. Vor Reis (1993 bis 2011) waren Theo Stierhof (CSU; 1980 bis 1993) und Toni Voit (SPD; Gemeindechef in Obertheres ab 1956 und von Theres seit der Bildung der Großgemeinde im Jahr 1978 bis 1980) die Bürgermeister in Theres.

Aus dem Rhythmus geriet Theres, weil Theo Stierhof sein Amt während einer laufenden Amtsperiode, zum 30. April 1993, niederlegte und sich in den Ruhestand verabschiedete. Seitdem sind in Theres die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen an getrennten Terminen. Hans-Peter Reis hatte mehrfach versucht, die Wahltermine wieder in Einklang zu bringen, scheiterte damit jedoch am Votum des Gemeinderats. Selbst als er 2010 das Angebot machte, für drei Jahre ehrenamtlich weiterzumachen. So hätte man die Termine für Bürgermeister- und Gemeinderatswahl im April 2014 synchronisieren können. Der Gemeinderat entschied damals aber mit deutlicher Mehrheit für eine Beibehaltung des hauptamtlichen Bürgermeisters.

Beständig seit 1993

In Sand ist der SPD-Mann Bernhard Ruß seit 1993 der Bürgermeister, aktuell also in seiner fünften Amtszeit. Der heute 65-Jährige trat im Jahr 1993 die Nachfolge von Franz Blasl (CSU) an, der nach der Hälfte der Legislaturperiode von seinem Amt zurückgetreten war. Bernhard Ruß, seit 1996 Kreisrat und seit 2008 auch als Bezirksrat aktiv, ist erst 2017 wieder im Amt bestätigt worden. Damals setzte er sich mit gut 60 Prozent der Stimmen gegen Andrea Rippstein (CSU) und Dr. Jörg Kümmel (FSB) durch. Richtig fürchten musste die Sander SPD, die Bernhard Ruß als Teamplayer und Macher schätzt, um ihren Bürgermeister eigentlich nur bei den Wahlen im Jahr 2014. Damals trat Ruß an, um Nachfolger von Rudolf Handwerker als Landrat zu werden.

Der Posten blieb damals aber bekanntlich bei der CSU, vertreten durch Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach.

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