Eltmann

Die zwei Seiten der digitalen Welt

Eltmanner Mittelschüler gingen der Frage nach, worauf es bei der Entwicklung einer App ankommt.
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Schüler an der Trick-Box: Die digitale Welt eröffnete sich die Eltmann Mittelschülern bei der App-Entwicklung.  Foto: Günther Geiling
Schüler an der Trick-Box: Die digitale Welt eröffnete sich die Eltmann Mittelschülern bei der App-Entwicklung. Foto: Günther Geiling

Günther Geiling Es entströmt Gas, aber niemand kann es riechen. Es ist gefährlich, aber niemand kann es wahrnehmen. Davor schützt die neue Gas-App. Das Handy nimmt Luftveränderungen wahr und ein Alarm wird ausgelöst, sobald eine Gefährdung droht. Das war eine der Ideen, die Teams im Rahmen des Projekts "StartAPP quick" mit Hilfe digitaler Werkzeuge visualisiert haben. Insgesamt fünf Teams konnten an der Georg-Göpfert-Mittelschule Eltmann ihre eigenen Ideen zu einer neuen App für Smartphones zusammentragen, bewerten und auch vorstellen.

Kritische Fragen

Doch bis es so weit war, bekamen die Schüler durch eine Medienpädagogin Einblicke, was echte App-Entwickler alles bedenken müssen. Digitale Medien spielen in der Alltagskommunikation von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Deswegen sollte ein erster Anreiz geschaffen werden, um mit gewonnenen Kompetenzen einer kritischen Mediennutzung in die App-Programmierung einzusteigen.

Braucht es zum Beispiel einen Beschleunigungsprozessor, einen Ortungssensor oder einen Kreiselsensor für eine App? Welches Konzept wird verfolgt? Soll die App kostenfrei oder kostenpflichtig sein? Wie kann man damit Geld verdienen? Wie und wo soll die App vermarktet werden und ist die App benutzerfreundlich?

Im Vordergrund stand auch die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Anwendungen, aus denen die teilnehmenden Schüler ihre Ideen für eine ideale App entwickeln sollten. Kritisch setzten sich die Schüler mit bekannten Apps auseinander, die zwar oft kostenfrei, aber nicht umsonst seien. Bezahlt wird dabei mit den eigenen Daten. In diesem Zusammenhang führte die Medienpädagogin die Schüler zu den Einstellungen auf ihren eigenen Smartphones, die entsprechende Berechtigungen beim Datenschutz zuließen. Dabei tauchte die Frage auf: Wozu braucht eine Musik-App den Zugriff auf Kontakte?

Werbung gehört dazu

Nach dem spielerischen Einstieg in die Theorie schlüpften die Mittelschüler-Teams dann in die Rolle der Entwickler und fanden Antworten auf Fragen wie: "Wie soll unser Start-up-Unternehmen heißen? Was kann die App? Für wen ist die App gedacht? Wofür ist die App eine Lösung und was macht die eigne App so einzigartig?"

Zu jeder Präsentation erstellten die Teams Werbe-Trickfilme oder kurze Werbespots. "Vor allem die Vorbereitung der Werbefilme hat uns gut gefallen", erklärten Mirjam, Svenja, Stefanie und Leen, die Macherinnen von "Beauty Girls". Simon, Marie und Marco waren sich einig: "Es war spannend, einen Trickfilm-Trailer für unser Computergame zu drehen. Auch Emma, Maximilian und Denny hat es Spaß gemacht: "Besonders interessant fanden wir es, einen eigenen Werbefilm mit der Trick-Box zu drehen." "Dabei haben wir auch etwas über Handys gelernt", erklärten Aisha und Alleria, die ihr Videogame "The real dudes" entwarfen.

Begleitet wurden die Schüler von Lehrern und Schulleiter Raimund Willert, der resümierte: "Es ist faszinierend mitzuerleben, wie sich Fragen wie von selbst ergeben und erschließen, sobald Schüler die Perspektive wechseln und in die Rolle der Macher schlüpfen."

Seitdem die Mittelschule Eltmann mit 40 Tablets ausgestattet wurde, sind solche Projekte möglich geworden.

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