Laden...
Stadtsteinach

Die Welt zu Gast bei Narren

"Staanich Helau" schallte es an zwei Gardenachmittagen in der Steinachtalhalle dem närrischen Volk entgegen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Urlaub in Italien machte in diesem Jahr das Weiberballett. Fotos: Klaus Klaschka
Urlaub in Italien machte in diesem Jahr das Weiberballett. Fotos: Klaus Klaschka
+3 Bilder

152 Aktive, davon drei Tanzmariechen und sieben Gruppen mit deren 18 Trainerinnen, präsentierte die Faschingsgesellschaft (FG) an zwei Gardenachmittagen in der Steinachtalhalle dem närrischen Staanicher Volk. Und das huldigte den anmutigen bis höchst sportlichen Darbietungen lauthals mit Jubel und mehrfachem "Staanich Hellau".

Den Aufwand und das Engagement, der hinter einer solchen Veranstaltung über vier Stunden steckt, konnte FG-Präsident Andi Sesselmann nur andeutungsweise beschreiben. Neben Konzeption und Choreografien der Verantwortlichen und unzähligen Trainingsstunden der Aktiven sind auch nicht die Schneiderinnen zu vergessen, die für jeden der, außer im Männerballett, überwiegend weiblichen Tänzer individuelle Kostüme für die Schautänze nach Maß anfertigen und fast schon nebenbei die Gardeuniformen in Schuss halten. Dem pflichtete auch Bürgermeister Roland Wolfrum in einer wohlgereimten kurzen Rede bei, die ihm gnädigerweise von Präsident Sesselmann gewährt wurde, der ja seit dem 11. 11. der eigentliche Herr des Rathausschlüssels ist.

Die Jungen machen mit

Bei allem Spaß: Was die FG nicht nur während der Faschingszeit macht, ist ein gerüttelt Maß an Jugendarbeit, die zwar überwiegend Mädchen anspricht, aber mittlerweile auch Jungs. Immerhin drei haben sich bereits vom Buben-Vorurteil emanzipiert, dass Tanzen wie Flötespielen was für Mädchen sei. Doch nicht nur Kinder und Jugendliche begeistern sich in der FG am närrischen Treiben. Auch einige Erwachsene sind dem Metier treu geblieben und machen in der Maxi-Garde, dem Männer- und dem Weiberballett nach wie vor mit - was Marcel Ott, mit Hansi Hümmer Moderator, als "Seniorenarbeit des Vereins" humorvoll diffamierte.

Nach der Einzelkür der Tanzmariechen Emma Stäsche, Julia Limmer und Nicole Gomer boten neben ihren obligatorischen Gardetänzen die vier Kinder- und Jugendgarden auch wieder Schautänze. Als Eulen flogen die Kleinsten der Purzelgarde durch Europa, die Minigarde begab sich im Eskimomantel in den eisigen Norden, als Clowns schwirrte die Midigarde über die Bühne und auf die Walz ging die Mickigarde. In der "Seniorenabteilung" machte das Weiberballett Urlaub in Italien, das Männerballet wagte sich in die kriminelle Unterwelt und die Maxigarde kam diesmal mit einem Tempeltanz aus dem fernen Osten. Mit einem Wort: Wieder einmal war die ganze Welt zu Gast in Staanich.