Erlangen

Die Welt für die Enkel erhalten

Auf dem Erlanger Schlossplatz gab es Tipps, wie sich Nachhaltigkeit leicht in den Alltag integrieren lässt.
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Karin Depner, Gesundheitsberaterin, zeigte Interessenten, wie man eine klimaschonende und gesunde Mahlzeit - hier ein Hafersalat - zubereitet. Foto: Pascale Ferry
Karin Depner, Gesundheitsberaterin, zeigte Interessenten, wie man eine klimaschonende und gesunde Mahlzeit - hier ein Hafersalat - zubereitet. Foto: Pascale Ferry

Am Samstag präsentierten 32 Initiativen, Vereine und andere Akteure auf dem Erlanger Schlossplatz, wie Nachhaltigkeit im Alltag geht, damit die Welt auch für die Enkelgeneration lebenswert bleibt.

"Regional, saisonal, vorzugsweise in Bio-Qualität", so fasste Karin Depner, Gesundheitsberaterin, gesunde und klimaschonende Ernährung zusammen. Sie hat eine "Koch-Kiste" mitgebracht, eine Styroporbox, in der ein Topf aufgekochter Hafer zwischen zwei Sofakissen ohne Energiezufuhr fertig gart. "Ich stelle den Topf ins Bett", sagt eine Passantin, "da brennt der Milchreis nicht an. Joghurt mache ich auch so." Wichtig sei, so Depner, Bauern vor Ort zu unterstützen. "Nur so ist gesichert, dass auch in Zukunft hier Gemüse angebaut wird."

Am nächsten Stand wurde über solidarische Landwirtschaft (Solawi) informiert: Verbraucher finanzieren landwirtschaftliche Betriebe und erhalten im Gegenzug Lebensmittel von "ihrem" Hof. Die Solawi Erlangen arbeitet mit Höfen in Steudach, Weisendorf, Schnaittach und Kirchensittenbach sowie einem Bäcker aus Hetzles zusammen. Gerhard Rühl vom Heidschnuckenhof in Weisendorf über nachhaltige Fleischerzeugung: "Bei uns werden männliche Küken zu Masthähnchen."

Wider die Wegwerfmentalität

Respekt vor dem Lebensmittel und wider die Wegwerfmentalität - das steckt auch hinter "foodsharing". Der Kühlschrank ist noch voll, obwohl es in den Urlaub geht? An drei "Fair-Teiler"-Stellen in Erlangen kann man Lebensmittel abgeben und entnehmen, zum Beispiel im "Wohnzimmer" der VHS. "Nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum zählt, sondern Geschmack, Geruch und Konsistenz", so Lisa D., eine der Lebensmittelretterinnen.

"Dei Hemd werd a Säggla": Ute Burkhart und Margarethe Gwiasda, Einzelhändlerinnen in der Altstadt, nähten vor Ort aus alten Hemden originelle Stoffbeutel. Reste könne man als Lumpen oder Küchenrollen-Ersatz verwenden. Gwiasda führt den Feinkostladen "Dodal regional", dessen Produkte aus maximal 100 Kilometern Umkreis kommen, Burkhart den Papierladen in der Ecke Schiffstraße/Wasserturmstraße.

Mitstreiter suchte die Aktion "Erlangen, tritt in die Pedale!" (www.radentscheid-erlangen.de). Diese Initiative will Erlangen zur Fahrradstadt Nummer eins machen. Jörg Leininger erläuterte: "Wir sind alle Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger. Es geht nicht darum, Autos zu verteufeln, sondern Flächen gerechter zu verteilen." Dazu gehöre beispielsweise ein Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof, Schnell-Radwege in anliegende Kommunen und Sicherheit für alle, Fußgänger und Radler.

Carsharing ist sehr nachgefragt in Erlangen. An 22 Stationen stehen insgesamt 24 Wagen bereit, auch in Buckenhof, Spardorf, Uttenreuth, Heroldsberg und Herzogenaurach. "Samstags sind die meisten Wagen im Einsatz", berichtet Harald Bußmann, Zweiter Vorsitzender des Vereins Carsharing Erlangen. Man arbeite mit den Buchungsplattformen "Flinkster" und "scouter" zusammen.

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