Windischenhaig
windischenhaig.inFranken.de  Franz und Babette Zimmer feierten ihre Eiserne Hochzeit.

Die Vereine spielten eine wichtige Rolle

Auch wegen der außergewöhnlichen Begleiterscheinungen können sich Franz und Babette Zimmer an den Tag ihrer Eheschließung vor nunmehr 65 Jahren noch sehr genau erinnern: Nach tagelangen Regenfällen ga...
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Eiserne Hochzeit feierten Franz und Babette Zimmer. Mit im Bild (links) Sohn Gerfried mit Lebensgefährtin Elisabeth Garmisch, rechts Sohn Manfred mit Lebensgefährtin Karin Schilling Foto: Jürgen Valentin
Eiserne Hochzeit feierten Franz und Babette Zimmer. Mit im Bild (links) Sohn Gerfried mit Lebensgefährtin Elisabeth Garmisch, rechts Sohn Manfred mit Lebensgefährtin Karin Schilling Foto: Jürgen Valentin

Auch wegen der außergewöhnlichen Begleiterscheinungen können sich Franz und Babette Zimmer an den Tag ihrer Eheschließung vor nunmehr 65 Jahren noch sehr genau erinnern: Nach tagelangen Regenfällen gab es an diesem Samstag, 10. Juli 1954 - eine Woche nach dem sensationellen WM-Triumph der deutschen Fußball-Nationalmannschaft -,  eine der bislang schlimmsten Hochwassersituationen in Windischenhaig. Der Kulmbacher Stadtteil stand sogar teilweise unter Wasser.

Geheiratet und gefeiert wurde trotzdem. Brauch war damals, dass die Festgesellschaft tagsüber zu Hause bewirtet wurde. Abends gab es in der Gaststätte Hereth Freibier und Tanz für die Dorfbewohner.

Glückwunschschreiben

Dort traf sich die Familie auch - aus Westfalen war eigens Franz Zimmers Schwester Marie (88) angereist -, um die eiserne Hochzeit zu feiern. Viel Aufhebens wollten Franz und Babette Zimmer um ihr seltenes Ehejubiläum eigentlich nicht machen. "Als ich dann aber die Glückwunschschreiben des Bundes- und Ministerpräsidenten sowie vom Landrat und Oberbürgermeister las, wurde mir erst so richtig die Bedeutung des Jubiläums bewusst", erzählt Franz Zimmer. Ministerpräsident Söder überraschte die Eheleute sogar mit einem zweiteiligen Rosenthal-Teeservice. Landrat Söllner und OB Schramm würdigten in ihren Schreiben überdies das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Eheleute Zimmer.

So wurde Franz Zimmer vor einigen Monaten vom Deutschen Roten Kreuz für 70-jährige Mitgliedschaft zum Ehrenbereichsleiter ernannt. In einer ausführlichen Dokumentation berichtete der 91-Jährige vor kurzem sogar auf TV Oberfranken über seine langjährigen Erfahrungen als Bereitschaftsleiter der BRK-Ortsgruppe Windischenhaig.

Bleibende Verdienste erwarb sich Franz Zimmer auch um den Gartenbauverein Windischenhaig und Umgebung, den er ebenfalls jahrelang als Vorsitzender führte, um die Windischenhaiger Feuerwehr und den Imkerverein Kulmbach. Bei all diesen Vereinen wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft zuteil.

Ein derartiges ehrenamtliches Engagement wäre allerdings unmöglich gewesen, wenn Ehefrau Babette ihn nicht unterstützt und ihm den Rücken frei gehalten hätte.

Stolz ist das Jubelpaar auf seine beiden Söhne: Manfred (65) bewohnt den ersten Stock des Zweifamilienhauses, in unmittelbarer Nachbarschaft hat Gerfried Zimmer (61) ein schmuckes Einfamilienhaus gebaut. Bemerkenswert, mit welcher Vitalität und geistiger Frische Franz Zimmer und seine zwei Jahre jüngere Ehefrau Babette ihre eiserne Hochzeit feierten. Natürlich zwickt es bei beiden an manchen Stellen, ihrer Lebensfreude tut dies aber keinen Abbruch. Beide nehmen noch sehr rege am Dorfgeschehen teil, besuchen gemeinsam seit nunmehr über drei Jahrzehnten regelmäßig die "Rockenstube" und kümmern sich noch weitgehend selbst um den großen Garten.

Begnadeter Handwerker

Besucht man Franz Zimmer zu Hause, trifft man den begnadeten Handwerker und Tüftler oft in einer seiner drei (!) Werkstätten an, die er sich im 1964 erbauten Zweifamilienwohnhaus eingerichtet hat. Nach seiner landwirtschaftlichen Lehre im Sudetenland wurde Franz Zimmer als 16-Jähriger zur Wehrmacht eingezogen. Nach den Kriegswirren landete er auf einem bäuerlichen Anwesen in Hitzmain, wo er zunächst seinen Lebensunterhalt verdiente und im Nachbarort Windischenhaig seine große Liebe fand.

Als einer der ersten Mitarbeiter der Plassenburg-Kelterei in Kulmbach ließ sich Franz Zimmer zum Getränkefachmann ausbilden. Als er während seines Hausbaus acht Jahre bei der Schlosserei Meisel arbeitete, legte er zudem seine Gesellenprüfung als Schlosser ab, verfügt somit über drei Berufsausbildungen, die ihm auch während seiner Tätigkeiten bei der Plassenburg-Kelterei in Bad Berneck und bei der Firma ESK Schneider in Lehenthal von großem Nutzen waren. Jürgen Valentin

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