Kulmbach

Die Verblödung schreitet voran

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Ein provozierender Titel, finden Sie? Ja, natürlich, aber die Meldung aus der Montagsausgabe liegt mir immer noch im Magen: "Viele Kinder können nicht mehr mit der Hand schreiben." Eine Bildungsforscherin hat herausgefunden, dass die Gründe dafür unter anderem zu wenig Bewegung und moderne Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer sind.
So weit, so schlecht. Schlimmer noch: Ich gehe davon aus, dass genau diese Kinder später das autonome Auto kaufen werden, dessen Prototyp jetzt von Google (!) präsentiert wurde. Das Ei, das aussieht wie eine Kreuzung zwischen Smart und Raumkapsel, fährt nur mit Sensoren und Software. Eine Möglichkeit, es manuell zu steuern, gibt es nicht. Klar: Wer keinen Kugelschreiber benutzen kann, ist auch zu doof, um zu lenken, zu schalten oder zu bremsen. Ziel eingeben, Knopf drücken - und ab.
Während der Fahrt kann man dann, ohne auf den Verkehr zu achten, fleißig auf seinem Tablet herumtippen und schon mal die ersten dienstlichen E-Mails checken. Google wird unterdessen fleißig Daten sammeln. Immerhin ist von Firmenchef Eric Schmidt das Zitat überliefert: "Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du gerade denkst."
Wem das alles wirklich zu blöd ist, dem sei heute und morgen der Besuch des Kulmbacher Oldtimer-Treffens auf dem Mönchshofgelände empfohlen. Sie sehen dort Fahrzeuge, die tatsächlich noch aus einer Zeit stammen, in der die Kinder mit Kreide Buchstaben auf Schiefertafeln gekritzelt haben.
Ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte. Peter Müller
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