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Untersiemau
Kirchweihauftritt

Die Untersiemauer "Tratschtanten" Claudia und Sissi teilten kräftig aus

In Untersiemau versteht man es, die Kirchweih richtig zu feiern. Feuerwehr, Bürgerverein, Gesangverein und SKC Siemau - vier Vereine der Kirchweihgesellschaft boten wieder ein ganzes Wochenende lang v...
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Die "Tratschtanten" Claudia Gössele (links) und Sylvia Schultheiß schauten in die Glaskugel, nahmen sich bei der Kirchweihpredigt selbst auf die Schippe und sprachen auch aktuelle Themen an. Foto: M. Stelzner
Die "Tratschtanten" Claudia Gössele (links) und Sylvia Schultheiß schauten in die Glaskugel, nahmen sich bei der Kirchweihpredigt selbst auf die Schippe und sprachen auch aktuelle Themen an. Foto: M. Stelzner

In Untersiemau versteht man es, die Kirchweih richtig zu feiern. Feuerwehr, Bürgerverein, Gesangverein und SKC Siemau - vier Vereine der Kirchweihgesellschaft boten wieder ein ganzes Wochenende lang viel für Alt und Jung.

Bereits am Donnerstag wurde ein Wirtshaussingen angeboten, das bei den Bürgern sehr gut ankam. Auch die "Siemauer Hüttengaudi" am Freitag in dem extra dafür auf dem Rathausvorplatz aufgestellten Festzelt, unweit des astronomischen Brunnens, fand großen Anklang. Auf dem Sportplatz kämpfte die AH Untersiemau gegen den TSV Scherneck um das runde Leder.

Kirchweihbaum aufgestellt

Die freiwillige Feuerwehr stellte am Samstag mit reiner Muskelkraft den Kirchweihbaum auf, der von der Jugend geschmückt wurde. Danach stimmten Bürgermeister Rolf Rosenbauer und Pfarrer Heinrich Arnold das Untersiemauer Lied an. Am späten Nachmittag fand eine lustige Bauchrednershow mit "Erwin und seiner Elly" statt. In der Turnhalle kam es zu spannenden Tischtennisspielen.

Der Kirchweihsonntag begann mit einem Kirchweihgottesdienst im Festzelt. Die Predigt trug Pfarrer Heinrich Arnold in Reimen vor. Danach wurde zu einem zünftigen Frühschoppen und zu einem Mittagessen eingeladen. Ab 14.30 Uhr fand das Lokalderby TSV Untersiemau gegen SC Germania Stöppach-Haarth auf dem Sportplatz statt.

Ein Blick in die Glaskugel

Ein weiter Höhepunkt im Kirchweihgeschehen waren die beiden Untersiemauer "Tratschtanten" Claudia (Claudia Gössele) und Sissi (Sylvia Schultheiß), die in ihrem Zwiegespräch auch sich selbst auf die Schippe nahmen, aber auch in die mitgebrachte Glaskugel schauten die beiden Damen in ihren Dirndeln und versuchten, die Zukunft von Untersiemau vorherzusagen.

Sissi hatte ein Dirndl mit künstlicher Intelligenz an, das mitwächst. Aber auch die bekannte "Alexa" bekam einen Seitenhieb: Sie sei wie die Politik, mal so, mal so. Aber auch die Männer, die sich nur für Autos und Straßen interessieren, bekamen ihr Fett weg: Viele Männer trauen sich nicht mehr, einer Frau Komplimente zu machen.

Außerdem ging Sissi auf den "Park der Begegnung" und den Siemauer Kreisel ein. Wenn es nach den "Tratschtanten" geht, soll in der Mitte des Kreisels eine Skulptur angebracht werden, die für eine kinder- und seniorenfreundliche Gemeinde wirbt.

Das Unkraut im Getreide

Des Weiteren gingen die beiden auf das Bienenbündnis ein. Man sollte einen Weg finden, bei dem beide Seiten profitieren. Demnach sollen die Feldraine bestehen bleiben. Dort könnte man Disteln, Klatschmohn und Kornblumen aussäen. Die beiden "Tratschtanten" sahen aber auch das Problem mit den großen Maschinen der Landwirte. Auch über das Unkraut im Getreide, das für viel Geld aussortiert werden müsse, sprachen die beiden.

"Die Politik macht nur das, was die Großindustrie vorgibt", lautete eine weitere Erkenntnis. Als Beispiel nannten sie das Krankenhaus: "Ich glaube, die haben alle geschlafen, niemand will etwas von den Schulden gewusst haben."

Die beiden "Tratschtanten" stellten außerdem fest, dass Untersiemau eine Weltgemeinde sei. Denn man habe eine griechische Gaststätte und einen pakistanischen Pizzabäcker, man brauche da nicht mehr nach Coburg.

"Bratwurstbude abgesichert"

Beim Sautrogrennen der Feuerwehr habe man auf den Bürgermeister und Pfarrer warten müssen, deshalb habe man später angefangen.

In Weißenbrunn habe es am gleichen Tag an der gleichen Stelle zweimal gebrannt. Die Feuerwehr sei auch dazu abkommandiert worden, eine Bratwurstbude abzusichern, wussten die beiden.

Hausgemachter Pflegenotstand

Ein weiterer Vorschlag war, ein Werbeposter in den Kreisel zu hängen. Des Weiteren wurde die Kinderkrippe angesprochen und festgestellt, dass in Untersiemau eine rege Bautätigkeit herrsche und eine super mobile Pflege vorhanden sei. Über den Pflegenotstand brauche man sich freilich nicht wundern, denn die Kinder sollen ja alle studieren. Deshalb gebe es keine Handwerker und niemanden mehr, der in sozialen Berufen arbeiten will.

Sehr gelobt wurden von den beiden Damen die Kirchweihgesellschaft und die Männer der Gemeinde. mst

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