Wonsees
Wasser-Zweckverband

Die Unterdeckung bei der Sanspareil-Gruppe beträgt 150 000 Euro

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Sanspareil-Gruppe hat jetzt die überörtlichen Prüfungen der Jahresrechnungen der letzten 20 Jahre festgestellt und genehmigt: Am Ende bleibt eine Unterdeckung...
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Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Sanspareil-Gruppe hat jetzt die überörtlichen Prüfungen der Jahresrechnungen der letzten 20 Jahre festgestellt und genehmigt: Am Ende bleibt eine Unterdeckung in Höhe von mehr als 150 000 Euro, die ausgeglichen werden muss.

Eigentlich stand in der Sitzung am Montag nur die Bekanntgabe und Feststellung der Jahresrechnungen an. Allerdings wurden Rechnungen bis ins Jahr 1999 vorgelegt. Damals stand dem Verband noch Georg Stübinger vor, deshalb veranlasste der heutige Vorsitzende Günther Pfändner die Feststellung und Entlastung. Nach Stübinger stand er an der Spitze. Für diesen Zeitraum stellte der Wonseeser Bürgermeister Andreas Pöhner die Rechnungen fest und beantragte eine Entlastung.

Viele Fehlbeträge

Obwohl die Wasserversorgung kostendeckend geführt werden muss, weisen die Abschlüsse Minusbeträge auf. 2017 hielt sich das Minus mit einem Fehlbetrag von rund 2400 Euro in Grenzen. Am massivsten war der Fehlbetrag 2005: Damals lag das Minus bei über 91 000 Euro. 2006 folgte ein Minus in Höhe von mehr als 60 000 Euro, 2009 stand ein Fehlbetrag von fast 78 000 Euro zu Buche. Einige Jahre verliefen kostendeckend oder mit einem Plus: 2010 konnte sogar ein Plus von 69 000 Euro verbucht werden. Dennoch fällt die Gesamtbilanz negativ aus.

In den Jahren bis 2006 ergab sich ein Minus von über 201 000 Euro, im folgenden Kalkulationszeitraum lag es bei rund 39 000 Euro. 2011 bis 2014 verliefen positiv: Ein Überschuss in Höhe von 118 000 Euro wurde erwirtschaftet. Im aktuellen Kalkulationszeitraum gibt es eine Unterdeckung in Höhe von 28 000 Euro - die Jahre 2018 und 2019, in denen der Bau der Leitung nach Alladorf bereits mit 530 000 Euro zubuche schlug, sind da noch nicht einbezogen.

Günther Pfändner betonte, dass es noch nie eine überörtliche Prüfung gegeben habe. Auch eine Entlastung sei nie vorgenommen worden. Einstimmig stellten die Mitglieder des Zweckverbandes die Jahresrechnungen am Montag fest und entlasteten den Vorsitzenden.

Karin Barwisch aus Hollfeld regte an, die Kalkulation des Wasserpreises künftig alle vier Jahre neu zu überdenken und anzupassen. "Dann ist der Schock für die Bürger nicht so groß", sagte Barwisch.

Neue Wasserpreise?

Die Mitglieder des Zweckverbandes beschlossen, dass die Überdeckung ausgeglichen werden soll. In vier bis sechs Wochen soll die von Arno Bitterwolf von der gleichnamigen Kommunalberatung überarbeitete Gebührenkalkulation vorliegen. Dann kann neu über die Wasserpreise entschieden werden. Außerdem werden Verbesserungsbeiträge kalkuliert und auch eine Entschädigungssatzung werde erstellt, so Bitterwolf.

Bitterwolf ging detailliert auf den überörtlichen Prüfungsbericht ein. "Der überörtliche Prüfungsbericht 1999 bis 2016 der Staatlichen Rechnungsstelle des Landratsamtes Kulmbach hatte zu einer Reihe von Bemerkungen geführt. Zur fachlichen Unterstützung hat 2018 der Zweckverband der Sanspareil-Gruppe die Kommunalberatung Bitterwolf hinzugezogen. Ein großer Teil der Textziffern des Prüfungsberichtes wurde in der Zwischenzeit qualifiziert bearbeitet und erledigt", kommentierte er und betonte, dass das Landratsamt den Zweckverband aufgefordert habe, die Buchführung nach den Bestimmungen der Kommunalen Haushaltsverordnung vorzunehmen. Der Verband habe diese Aufgabe nun auch der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (AKDB) übertragen.

Künftig wird einiges anders

Der Redner betonte, dass seine Mahnungen, die kalkulatorischen Kosten an die Realitäten anzupassen, nicht als Kritik am Vorsitzenden zu verstehen gewesen seien. In einer schriftlichen Stellungnahme legte er dar, dass sich die öffentliche Wasserversorgungseinrichtung des Zweckverbandes "bedingt durch die lange Betriebsdauer unstrittig im Zustand einer umfassenden Erneuerung und Verbesserung" befinden würde.

Bis dato sei der Haushalt nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt worden, künftig werde das kameralistische System angewandt. Es soll auch immer ein Nachkalkulationszeitraum von vier Jahren eingehalten werden. Auch der Bedarf an Investitionen solle für diesen Zeitraum ermittelt werden. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte er.

Vorsitzender Günther Pfändner wehrte sich gegen jegliche Negativschlagzeilen und verwies darauf, dass künftige Maßnahmen jetzt unter die Kategorie "Härtefall" fallen würden. Dies werde für voraussichtlich 840 000 Euro Zuschuss für die Erneuerung von Leitungen und von rund 460 000 Euro für die Erneuerung der Hochbehälter führen. "Das Warten hat sich gelohnt. Das ist Geld, das wir den Leuten nicht abnehmen müssen", stellte Pfändner fest.

Firmen sind ausgelastet

Durch die Härtefallregelung verdoppele sich die Bezuschussung, führte die Kommunalberatung Bitterwolf aus. Allerdings seien die Preissteigerungen, die durch den Bauboom und die aktuell enorme Auslastung der Firmen verursacht werden, nicht berücksichtigt.

Durch das Ingenieurbüro Alexander Dürrschmidt sind alle baulichen Maßnahmen, die getätigt werden sollen, erfasst und kostenmäßig bewertet.

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