Lichtenfels

Die Tiere mit dem Knopf im Ohr

Die Leihgaben des Coburger Puppenmuseums sprechen vor allem das Herz und die Erinnerung an.
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Marlies Breunlein hat einen Steiff-Terrier wohl aus den 50er Jahren. Foto: Corinna Tübel
Marlies Breunlein hat einen Steiff-Terrier wohl aus den 50er Jahren. Foto: Corinna Tübel

Es sind die Teddys, "die mit dem Knopf im Ohr", aber auch Haustiere, Waldtiere und Wollminiaturen, die viele Besucher kennen. Eine ganz andere Anziehungskraft besitzen dagegen die große Weihnachtskrippe und die mehrstöckige Weihnachtspyramide der Firma Steiff. Sie sind zwei von insgesamt 121 Sonderausstellungsstücken, denen die Vernissage am Sonntagnachmittag im Stadtmuseum Lichtenfels das Geleit gab.

Auf die Leihgabe des Coburger Puppenmuseums zeigten sich nicht nur der Bürgermeister Andreas Hügerich, sondern auch die Zweite Bürgermeisterin Sabine Riesner mit zahlreichen Stadtratskollegen stolz: "Jeder hat wohl seine eigene Erinnerung an diese besonderen Tiere. Deshalb freuen wir uns sehr über diese Möglichkeit, sie hier zu bestaunen."

Aus den Nachkriegsjahren

Schildkröten, Elefanten, Hirten oder Könige: Die Exponate, die überwiegend aus den Nachkriegsjahren stammen, lassen sich als Sammleredition betiteln. Ihr Fund? Ein Glücksfall: Vor rund drei Jahren sei eine Sammlerin aus dem Raum Bamberg an das Coburger Puppenmuseum herangetreten und habe rund 200, mit viel Herzblut errungene Stücke angeboten. Ihre Ausstellung im Coburger Puppenmuseum im vergangenen Jahr sei bereits ein voller Erfolg gewesen.

Christine Spiller, Leiterin der Einrichtung, freute sich auch über den guten Zustand der Tiere: "Sie sind weniger zum Spielen da gewesen. Sie werden mehr bewundert, geliebt und oft im Erwachsenenalter gesammelt. Deshalb sind sie meist wenig abgenutzt. So ist es heute auch noch verbreitet." Die Qualität der Produkte spreche da auch für sich. Das Motto der Steiff-Gründerin Margarete Steiff bilde bis heute die Firmenphilosophie: "Für Kinder ist das Beste gerade gut genug."

Der kurze Einblick in die Unternehmensgeschichte lässt den Blick auf die Exponate noch einmal intensiver werden: Es ist die Geschichte einer eindrucksvollen Frau, der querschnittsgelähmten Margarete Steiff, die im späten 19. Jahrhundert nicht nur unternehmerisches Denken, sondern auch Durchhaltevermögen beweist. Vom ursprünglich als Nadelkissen gedachten "Elefäntle" über den legendären Teddybär bis hin zur Igelfamilie um "Mecki" lässt die Bekanntheit der Steiff GmbH bis heute nicht nach.

So ist Ausstellung doch auch etwas Persönliches: Marlies Breunlein aus Lichtenfels etwa hat ihren alten Steiff-Terrier gleich mitgebracht: "Den habe ich in meinen Kindertagen bekommen, das muss ungefähr zwischen 1956 und 1962 gewesen sein. Er lag immer im Wohnzimmerschrank, nur ab und zu habe ich ihn rausgenommen und gestreichelt." Das Tier birgt viele Erinnerungen für sie, an einen Verkauf denkt sie nicht - auch, wenn sein Wert für Sammler heute sicherlich hoch sein würde.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom Schüler der Heinrich-Faber-Musikschule Michael Weibert, der mit Gitarrenklängen die besondere Atmosphäre begleitete.

"Dieser kleine Teil aus dem großen Steiff-Fundus zeigt wieder einmal, wie vielfältig die oberfränkische Museums- und Kulturlandschaft ist", sagte Andreas Hügerich. Die Ausstellung bietet einen kurzweiligen Besuch zum Staunen und Erinnern.

Von 14 bis 17 Uhr geöffnet

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind bis 12. Januar jeweils mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr; ebenso am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, und am 6. Januar 2020 von 14 bis 17 Uhr.

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