Forchheim

Die Tiefbohrung kann beginnen

Die Leithenberg-Gruppe bohrt zwischen Kersbach und Effeltrich einen sechsten Brunnen. Damit soll die Trinkwasserversorgung von gut 8000 Menschen nachhaltig sichergestellt werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Für die Tiefbohrung des sechsten Brunnens der Leithenberg-Gruppe ist alles vorbereitet.  Foto: Josef Hofbauer
Für die Tiefbohrung des sechsten Brunnens der Leithenberg-Gruppe ist alles vorbereitet. Foto: Josef Hofbauer

JOsef Hofbauer Der Wegebau ist abgeschlossen, ein 20 mal 20 Meter großer Bohrplatz ist hergerichtet. Am Waldrand neben der Staatsstraße zwischen Kersbach und Effeltrich wird nun ein großes Bohrgerät aufgestellt. Der Wasserzweckverband Leithenberg-Gruppe will nämlich zur Sicherung des Wasserbedarfes einen weiteren Tiefbrunnen niederbringen.

Aktuell versorgt die Leithenberg-Gruppe die rund 8000 Bewohner von Kersbach, Effeltrich, Poxdorf, Hagenau und Igelsdorf (Baiersdorf) sowie Gaiganz, Ermreus und Pommer sowie Sigritzau über ein rund 70 Kilometer langes Leitungsnetz. Als "Wassergäste" kommen im Bedarfsfall Kunreuth und Hetzles hinzu. Die jährliche Menge von mehr als 400 000 Kubikmeter Wasser liefern fünf Brunnen, die zwischen 112,5 und 142 Meter tief sind. Sie wurden zwischen 1961 (Brunnen eins) und 1997 (Brunnen fünf) gebaut.

Bevölkerung wächst

Neue Wohngebiete, beispielsweise in Igelsdorf und Kersbach, sowie die steigende Zahl der Gewerbegebiete, so Verbandsvorsitzender Paul Steins, machten einen weiteren Brunnen notwendig. Zwar liege die Leistungsfähigkeit der Brunnen aktuell noch in einem Bereich, in dem die Verbrauchsspitzen abgedeckt werden könnten, doch habe sich im extrem trockenen Sommer gezeigt, dass durch den abgesunkenen Grundwasserspiegel die Fördermenge um 30 Prozent zurückgegangen sei. Deshalb investiert der Wasserversorger in die Zukunft und baut einen sechsten Brunnen. Hier soll das Wasser aus einer Tiefe von 160 Metern aus dem Kalksandstein entnommen werden.

Standort festgelegt

Den Standort des tiefsten Brunnens der Leithenberg-Gruppe habe er so gewählt, dass bei voller Förderleistung keine Beeinträchtigung der anderen Brunnen zu erwarten sei, erklärt der Geologe Werner Reiländer, der das Projekt betreut. Statt der Wünschelrute habe er sich dabei lieber auf geologische Daten verlassen, so Reiländer.

Steht das Bohrgerät, wird zunächst ein acht Meter tiefes Loch mit einem Durchmesser von 1,10 Meter gebohrt. Dann muss der 30 Meter mächtige Feuerletten, die geologische Sperrschicht, die nichts durchlässt, durchbohrt werden. Dabei müsse rund um die Uhr gearbeitet werden, denn das Material würde bei einer längeren Pause aufquellen und das Bohrgerät regelrecht "einzementieren".

Bis zu drei Wochen Bauzeit

Ist diese Schicht durchstoßen, wird die Bohrung mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern bis zur endgültigen Tiefe von 160 Metern fortgeführt. Abhängig von der Bodenbeschaffenheit dringt der Bohrer pro Stunde zwischen einem und zwei Metern in die Tiefe vor. "Wir gehen von einer Bohrzeit von zwei bis drei Wochen aus", verrät Werner Reiländer. Allerdings würden die Arbeiten auch durch die Witterung beeinflusst. Bei Minustemperaturen legen die Arbeiter eine Pause ein.

Ist die endgültige Brunnentiefe erreicht, wird der Bohrkern mit Edelstahl-Wickeldrahtfilter ausgelegt. Eine Art Sieb, das das Wasser filtert. Mit Edelstahlrohren, die einen Durchmesser von 40 Zentimetern haben, wird das Wasser angesaugt. Der Zwischenraum wird mit Glaskugeln aufgefüllt, ein Ersatz für den früher verwendeten Kies, der ebenfalls eine Filterfunktion hat und für klares Grundwasser sorgt.

Geht der sechste Brunnen des Wasserversorgers Leithenberg-Gruppe ans Netz, soll der 1961 errichtete erste Brunnen saniert werden. Der neue Brunnen soll die Versorgungslücke bis zur Wiederinbetriebnahme dieses Brunnens schließen. Zusammen sollen alle sechs Brunnen die Versorgungssicherheit der Bürger auf Dauer gewährleisten. Wie sich der Bau des Brunnens auf den Wasserpreis auswirken wird, sei derzeit noch nicht absehbar. "Aber mit 97 Cent für den Kubikmeter Trinkwasser gehören wir derzeit zu den günstigsten Wasserlieferanten überhaupt", stellt Petra Schubert, die Geschäftsführerin des Wasserzweckverbandes Leithenberg-Gruppe fest.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren