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Herzogenaurach

Die Thesen der sechs Unbekannten

Viele junge Herzogenauracher wissen nicht, wer sich in ihrer Heimatstadt um das Bürgermeisteramt bewirbt. Die sechs Kandidaten versuchten im Jugendhaus "Rabatz", diesen Umstand zu ändern.
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Michael Dassler, Georgios Halkias, Steffen Moroskow, Manfred Welker, German Hacker und Sabine Hanisch (v. l.) stellten ihre Positionen zu Themen wie Mobilität, Veranstaltungen und Freizeitflächen vor. Foto: Gabriela Ruyter
Michael Dassler, Georgios Halkias, Steffen Moroskow, Manfred Welker, German Hacker und Sabine Hanisch (v. l.) stellten ihre Positionen zu Themen wie Mobilität, Veranstaltungen und Freizeitflächen vor. Foto: Gabriela Ruyter

Speziell um die Themen, die Jugendliche und junge Erwachsene bewegen, ging es bei einer Podiumsdiskussion mit den Herzogenauracher Bürgermeisterkandidaten, zu der das "Rabatz" und die evangelische Kirchengemeinde ins Jugendhaus eingeladen hatten. Sabine Hanisch (CSU), German Hacker (SPD), Manfred Welker (Freie Wähler), Georgios Halkias (Bündnis 90/Grüne), Michael Dassler (FDP) und Steffen Moroskow (Die Partei) stellten sich den Fragen von Moderatorin Viktoria Ostler.

Für alle Diskutanten galten die gleichen Spielregeln, die Zeit pro Antwort wurde vorgegeben. Die Veranstalter hatten im Vorfeld Jugendliche befragt: Wer sind die Bürgermeisterkandidaten? Was macht für Dich einen guten Bürgermeister aus? Was würdest du machen, wenn du eine Woche Bürgermeister wärst?

Auf die Frage, wer die Bürgermeisterkandidaten sind, konnten viele nicht antworten, aber was einen guten Bürgermeister ausmacht, darauf hatten die Jugendlichen eine Antwort: mehr auf Vorschläge von Jugendlichen eingehen, mehr Kommunikation und mehr den Willen der Bürger durchsetzen. Falls Jugendliche für eine Woche Bürgermeister wären, würde es mehr Geschäfte geben und sogar ein "KFC". Aber sie würden auch auf Bürger achten, denen es nicht so gut geht und mehr mit anderen Parteien zusammenarbeiten. Zu all den Antworten durften die Kandidaten ein Statement abgeben und waren sich einig, dass es schade ist, dass so viele junge Menschen sie nicht kennen. Dann stellte Viktoria Ostler drei Themenblöcke zur Diskussion. 1. Verkehr und Mobilität: Zu diesem Thema wurde sehr heftig diskutiert, die Meinungen gingen teilweise weit auseinander. German Hacker: " Die Stub wird in acht Jahren kommen." Sabine Hanisch: " Wenn man die Aurachtalbahn als Variante nehmen würde, wäre sie schneller fertig." Michael Dassler: "Ein Tunnel im Lohof wäre eine Lösung und die andere die Aurachtalbahn." Steffen Moroskow: "Ein Zeppelin-Flugplatz ist genau das Richtige." Manfred Welker: "Ich fordere eine objektive Bewertung für die Aurachtalbahn als S-Bahn." Georgios Halkias: "Wichtig ist, dass die Stub bald fertig wird." 2. Freizeitflächen und Treffpunkte: Welker: "Ich weiß, dass jedes Alter andere Bedürfnisse hat, so ist es wichtig, verschiedene Arten von Treffs zu haben. Zum Beispiel einen Wasserspielplatz für die Kleinen und für die Älteren mehr Möglichkeiten für Indoor-Aktivitäten." Hacker: "Wir haben 15 Bolzplätze in Herzogenaurach und das Thema Indoor-Spielplatz ist ein Thema für Investoren. Leider ist das ehemalige Praktiker-Gebäude nicht dafür geeignet, denn es ist nur als Baumarkt zugelassen. Und das Rabatz ist ein offenes Haus, hier können sich Jugendliche treffen." Dassler: "Es sollte alles unbürokratischer sein, dadurch könnte man schneller agieren. Aber ich wünsche mir auch mehr Eigeninitiative von den jungen Leuten."

Hanisch: "Wichtig ist, den jungen Menschen zuzuhören, und wir haben die Junge Union, wo sich die jungen Leute auch hinwenden können." Moroskow: "Alle Aktivitäten sind außerhalb, nicht in der Stadt, darum ist der Platz, wo das Rathaus hinkommen sollte, genau richtig für eine Skaterbahn und ein Café mit einem Laufhaus." Halkias: "Ich denke, wenn die Dreifachhalle kommt, wird einiges leichter." 3. Veranstaltungen und Feste: Hacker: "In einer Jugendkonferenz kann man über alles reden" Halkias: "Ein Jugendparlament könnte vieles anstoßen." Welker: " Jedes Alter hat andere Wünsche." Moroskow: " Mehr Party auf dem Weihersbach oder in der Innenstadt." Dann wollte Viktoria Ostler wissen: "Was würdet ihr davon halten, wenn bei der Kerwa der Alkohol erst ab 21 ausgeschenkt wird?" Hacker: "Nichts, wichtig ist es, nicht zu viel zu trinken. Nicht die Jugendlichen sind das Problem, sondern laut Statistik sind die Komatrinker über 50." Moroskow: "Auch nichts, ich finde das Drogenproblem viel schlimmer." Hanisch: "Ich möchte kein Verbote aussprechen." Halkias: "Als Apotheker sage ich nur: Die Dosis macht es." Welker: "Das Problem ist das Trinken vor der Kerwa, nicht auf der Kerwa."

Zum Schluss hatte jeder Kandidat eine Minute Zeit, ein Abschlussstatement zugeben und den Satz "Ich bin der beste Kanditat, weil ..." zu beenden. Dassler: "... ich mit den Bürgern und Firmen auf Augenhöhe reden kann. Und ich ein Herzogenauracher bin." Halkias: "... man nicht nur mit Geld regieren kann, sondern auch mit Herz." Moroskow: "... die Partei die Partei für junge Leute ist und wir rocken es schon." Welker: "... ich die Stadt liebe, mich gerne für die Stadt engagiere und auf die Bedürfnisse der einzelnen Bürger eingehen werde." Hacker: "... sich die Stadt in den letzten zwölf Jahren gut entwickelt hat. Und ich für jeden da sein will von 0 Jahren bis 107." Hanisch: "... ich neue Impulse bringe und immer Interesse habe, im Dialog zu bleiben."

Am 9. März dürfen die Jugendlichen und Schüler in den Schulen eine Testwahl machen. Wer nicht die Möglichkeit hat, dort zu wählen, darf am Nachmittag ins "Rabatz" gehen, um dort seine Stimme abzugeben.