Adelsdorf

Die Straße ist kein Aschenbecher

Viele Adelsdorfer ärgern sich über Zigarettenkippen, die nicht nur ihren Ort, sondern auch die Umwelt verschmutzen.
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Nicht nur in Adelsdorf werden die Klagen zusehends lauter über das achtlose Wegwerfen von Kippen. Gefühlt liegen sie überall herum und verschandeln Gehsteige, Plätze und sogar Vorgärten. Die Zigarettenkippen sind jedoch nicht nur ein ästhetisches Problem, denn sie schaden auch der Umwelt. Kippen sind weltweit das am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschmutzen pro Jahr zwischen 340 und 680 Millionen Kilogramm weggeworfene Zigarettenkippen unsere Erde.

In Zigarettenstummeln sammeln sich jede Menge giftige Substanzen. Die Probleme entstehen erst, wenn die abgerauchten Glimmstängel achtlos weggeworfen werden. Das ist streng genommen eine Ordnungswidrigkeit, und wer erwischt wird, zahlt ein Bußgeld (siehe Infobox). Der FT befragte dazu einige Adelsdorfer Bürger - Raucher und Nichtraucher. Walter Springmann (Nichtraucher): "Seit einiger Zeit liegen bei uns im Hof und im Garten, aber noch mehr auf Gehweg und Straße viele Zigarettenkippen. Das Problem ist nicht neu, nimmt aber immer mehr zu. Das ist nicht nur sehr ärgerlich, es ist auch gefährlich für kleine Kinder, weil die Filter der Kippen hochgiftig sind. Und außerdem ist es eine völlig unnötige Form von Umweltverschmutzung. Das Gift gelangt ins Grundwasser und die Filter zerfallen zu Mikroplastik. Wir sehen hier den Zusammenhang mit dem Trend, dass die Obere Bachgasse immer mehr zugeparkt wird. Besonders von Gästen der anliegenden Gasthäuser. Vor dem Einsteigen lassen die Leute erst einmal ihre Kippen fallen, anstatt diese ordentlich zu entsorgen. Eine Anfrage beim Ordnungsamt ergab, dass es keine Möglichkeiten gibt, viel zu tun. Uns ist auch klar, dass es schwierig ist, das Problem abzustellen, zumal sowohl die Strafen als auch die Chancen, erwischt zu werden, noch unerheblich sind. Doch wir möchten zumindest für die Thematik Bewusstsein schaffen."

Sabina König (Nichtraucherin): "Die Raucher sollten nicht achtlos ihre Zigarettenkippen wegwerfen, denn überall sind Aschenbecher aufgestellt, so am Marktplatz, an den Bushaltestellen, vor dem Rathaus und anderswo. Man müsste sie einfach nur benutzen! Zigarettenkippen sind Sondermüll. Werden sie weggeworfen, werden viele ins Abwasser geschwemmt. Das ist problematisch, denn sie enthalten neben Nikotin Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd und mehr. Zigaretten sind für unsere Gesundheit schädlich, was aber viele nicht wissen, sie schädigen auch massiv die Umwelt. Außerdem werden die Kosten der Allgemeinheit aufgebürdet, denn die Bauhöfe der Kommunen müssen die Kippen wieder entsorgen."

Jürgen Gölz (Raucher): "Da ich filterlose Zigaretten rauche, mache ich mir keine Gedanken über das achtlose Wegwerfen überall. Sollte jedoch ein Aschenbecher in der Nähe sein, benutze ich den auch."

Manfred Langer (Raucher): "Ich rauche nur ohne Filter und versuche, draußen nicht zu rauchen, außer es sind Anlässe wie Kirchweih oder Weihnachtsmarkt. Ich drücke die Glut weg und suche dann einen Aschenbecher oder einen Abfalleimer, in den ich den Stummel werfen kann."

Hans Kuhn (Nichtraucher): "Ich rauche nicht, aber meine Frau. Um das sinnlose Wegwerfen zu verhindern, habe ich ihr einen portablen Aschenbecher geschenkt, und den benutzt sie auch."

Karsten Fischkal, Adelsdorfs Bürgermeister: "Grundsätzlich muss ich sagen, dass das Rauchen in den vergangenen Jahren doch stark nachgelassen hat. Heute ist ,in‘, wer nicht raucht - und das ist gut so! Ich kann mich noch erinnern, als in den Gaststätten geraucht worden ist - heute unvorstellbar. Ich bin froh, dass das Nichtraucherschutzgesetz 2010 im Rahmen eines Volksbegehrens eingeführt wurde. Für uns ganz ungewohnt ist, wenn man zum Beispiel nach Österreich kommt und dort am Tresen geraucht wird! Ich wohne genau eine Zigarettenlänge von einem Einkaufmarkt entfernt. Raus aus dem Geschäft, Zigarette angezündet und die Kippe landet dann bei meinen Nachbarn oder bei mir im Garten."

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