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Die Stimme für Frauenrechte

Fünf Coburger Clubschwestern erzählen, was sie motiviert, sich neben Beruf und Familie für die Belange von Frauen einzusetzen.
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Noch eine Besprechung vor dem Festwochenende (von links): Annette Hildebrandt, Helga Brachmann, Gabriele Ketteler, Elisabeth Meisinger und Andrea Schiele-Eberlein. Der Club feiert sein 20-jähriges Bestehen. Foto: Helke Renner
Noch eine Besprechung vor dem Festwochenende (von links): Annette Hildebrandt, Helga Brachmann, Gabriele Ketteler, Elisabeth Meisinger und Andrea Schiele-Eberlein. Der Club feiert sein 20-jähriges Bestehen. Foto: Helke Renner
Dass sie Schwestern im Geiste sind, sagt schon der Name des Serviceclubs: Soroptimist (vom lateinischen "sorores optimae", was so viel wie "die besten Schwestern" heißt). Der Zusatz "international" steht für eine weltweite Vernetzung. Soroptimist International (SI) gibt es in 58 Ländern. Der Coburger Club wurde im September 1997 im Riesensaal der Ehrenburg gechartert. 22 Frauen haben ihn ins Leben gerufen, heute sind es 33, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen einsetzen.
Zu den Gründerinnen gehört Annette Hildebrandt. Wie ihr Ehemann, der Mitglied im Lions-Club ist, wollte auch sie gesellschaftspolitisch aktiv sein. Als sie erfuhr, dass es in Bamberg einen SI-Club gibt, hat sie Kontakt aufgenommen, in Coburg Frauen angesprochen und angeschrieben. "Zwei Jahre später waren wir dann schon 22. Die Chemie stimmte von Anfang an und wir haben auch heute kaum Fluktuation", erzählt Annette Hildebrandt. Sie habe festgestellt, dass sie mit den Frauen über Themen sprechen konnte und kann, die sie interessieren. "Der caritative Gedanke, um den es bei Soroptimist International geht, ist mir wichtig." Und dass es um die Förderung von Frauen und Kindern, um bessere Bildung geht. "Unser gesellschaftspolitischer Anspruch wuchs mit der Zeit."
Zu den ersten Aktivitäten des SI Coburg gehörte die Einrichtung der sogenannten Müslitheke und der Hausaufgabenbetreuung im "Domino" für Kinder, die nach der Schule kein Mittagessen bekamen. Ende 2000 übernahm dann die Stadt die Kosten für die Betreuung.
Eine Frau der ersten Stunde ist auch Elisabeth Meisinger. "Mir gefällt an unserem Club der Mix aus unterschiedlichem Alter, Beruf und kulturellem Hintergrund", sagt sie. Zu den Grundsätzen von Soroptimist International gehört, dass die Clubschwestern berufstätig sind und sich gesellschaftlich engagieren.


Aufnahmebedingungen

Man kann sich nicht selbst für eine Mitgliedschaft entscheiden, sondern wird angesprochen. Und erst nach fünf Jahren kann eine Frau aufgenommen werden, die den gleichen Beruf wie eine Clubschwester hat. Das garantiert Vielfalt. "Ich finde es gut, dass wir uns immer wieder gegenseitig befruchten. Allein kann man kaum etwas bewirken, aber zusammen und international. Die Stellung der Frau in allen Facetten ist uns wichtig."


Gewalt verhindern

Mit dem Projekt SI LEaR (Soroptimist International Leadership, Education an Responsibility) zum Beispiel werden Frauen mit Führungspotenzial gefördert. Aber es gehe nicht nur um gleiche Chancen im Beruf, sondern auch darum, Gewalt gegen Frauen und Kinder zu verhindern, stellt Elisabeth Meisinger fest. Deshalb unterstützt SI Coburg seit Jahren auch die Arbeit des Frauenhauses. "Und als Gefäßchirurgin setze ich mich insbesondere gegen Genitalverstümmelung ein", ergänzt sie.
Helga Brachmann gehört seit 2004 dem Serviceclub an. Ihr liegt ein Projekt in Kenia besonders am Herzen, das der Verein Asante ins Leben gerufen hat: "Engel für Afrika" - Hilfe zur Selbsthilfe für Frauen. "Wir von Soroptimist International Coburg haben dort Patenschaften übernommen und schon viele positive Rückmeldungen bekommen." Und weil es den Frauen auch um die Nachhaltigkeit der unterstützten Projekte geht, hat sich Helga Brachmann vor Ort angeschaut, wie bei "Engel für Afrika" gearbeitet wird. "Ich war sehr beeindruckt. Die Arbeit macht die Frauen ein Stück unabhängig."
Durch den Kontakt zu Elisabeth Meisinger hat Andrea Schiele-Eberlein den Serviceclub kennengelernt. Als Kandidatin für eine Aufnahme durfte sie an einem SI-Europakongress in Berlin teilnehmen. "Mir gefiel die Frauenpower." Seit 2013 ist sie nun Clubschwester. Für sie sind vor allem die Projekte vor Ort von Bedeutung. "Wir unterstützen zum Beispiel die Stadtteilmütter Wüstenahorn, ein Projekt der Caritas." Außerdem wurden mithilfe von Soroptimist International die Räume des Treffpunkts Kaleidoskop in Wüstenahorn, der vor der Schließung stand, renoviert, neu eingerichtet und ausgestattet. Darüber hinaus engagiert sich Andrea Schiele-Eberlein im Arbeitskreis gegen sexuelle Gewalt und für den neu eingerichteten Flüchtlingsgarten in der Spittelleite.
Gabriele Ketteler ist zurzeit Präsidentin des Coburger Serviceclubs. Diese Ämter werden alle zwei Jahre neu besetzt. "Mich motiviert, dass wir bei Soroptimist International die Möglichkeit haben, die Welt aktiv mitzugestalten", erläutert sie.


International ist gut

Die weltweite Vernetzung der Clubs seien für sie bedeutsam. Immerhin gehört Soroptimist International als Nichtregierungsorganisation (NGO) dem Europarat an. Und im deutschen Frauenrat ist der Club auch vertreten.

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