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Herzogenaurach
Gedenktag

Die Stadt erinnert an Zwangsarbeiter in Herzogenaurach und dem Umland

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Auschwitz steht wie kein anderes Konzentrationslager als Symbol für d...
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Auf dem Herzogenauracher Fliegerhorst wurden sowjetische Kriegsgefangene zur Arbeit gezwungen. Foto: privat
Auf dem Herzogenauracher Fliegerhorst wurden sowjetische Kriegsgefangene zur Arbeit gezwungen. Foto: privat

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Auschwitz steht wie kein anderes Konzentrationslager als Symbol für den millionenfachen Mord des NS-Regimes vor allem an Juden, aber auch an anderen Volksgruppen. Deshalb wurde 1996 der Tag der Befreiung zum ersten Mal als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Der 27. Januar soll, wie es der damalige Bundespräsident Roman Herzog in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag ausdrückte, als zentraler Gedenktag "aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden lassen". Der Deutsche Bundestag trifft sich an diesem Tag alljährlich zu einer Gedenkstunde. Der Kulturausschuss des Herzogenauracher Stadtrats hat 2004 beschlossen, diesem Beispiel zu folgen und den Opfern des Nationalsozialismus durch eine geeignete Kulturveranstaltung zu gedenken. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor.

Opfer, Täter oder Zuschauer

Am Sonntag, 26. Januar, widmet sich ein Abend anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus diesem Thema mit besonderem Schwerpunkt auf Herzogenaurach und Umgebung. Der Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Deutschen Reich und in den von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten mehr als 20 Millionen Menschen unterworfen. Sie ist eine europaweite Erfahrung ohne Beispiel. Zwangsarbeiter wurden in Rüstungsbetrieben, auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Privathaushalten eingesetzt. Nahezu jeder aus der Bevölkerung ist ihnen begegnet, mit keinem anderen nationalsozialistischen Verbrechen waren derart viele Menschen persönlich konfrontiert - als Opfer, Täter oder Zuschauer.

Christian Hoyer vom Stadtmuseum führt durch einen Kurzvortrag in den Themenbereich ein. Die Aufzeichnung eines Interviews mit einem Herzogenauracher, der als Jugendlicher aus Polen verschleppt wurde und jahrelange Zwangsarbeit ertragen musste, wird einen authentischen Einblick in den Alltag von Zwangsarbeitern ermöglichen. Zwei Schüler des Wahlkurses "Zeitgeschichte und Politik" am Gymnasium Herzogenaurach sprechen danach am Podium mit Bertram Schacher aus Puschendorf über sein Buch "Das Jakoberhaus: Die Deportation Kärntner Slowenen in das Lager Hagenbüchach" und deren Einsatz als Zwangsarbeiter.

Der Themenabend beginnt um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Burgstaller Weg 20. Die Stadt Herzogenaurach lädt dazu ein. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 09132/901120. red

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