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Thurnau

Die Spuren des Mentors

Pianist Gerhard Oppitz begeisterte in Thurnau sein Publikum.
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Gerhard Oppitz am Flügel Foto: Katharina Müller-Sanke
Gerhard Oppitz am Flügel Foto: Katharina Müller-Sanke

Katharina Müller-Sanke Dass ein wahrer Meister am Flügel sitzt, war schon vom ersten Ton an klar: Gerhard Oppitz ist ein Weltstar am Piano. Beim Wilhelm-Kempff-Festival in Thurnau trat er in diesem Jahr zum ersten Mal auf.

Er war einst Schüler des Pianisten Wilhelm Kempff. Dieser war mit dem Schloss und generell mit Thurnau eng verbunden. Nach dem Krieg hatte er hier mit seiner Familie Unterschlupf gefunden und zahlreiche Hauskonzerte gegeben. In der Tradition Kempffs tritt auch Oppitz auf. Auch er erfüllt die Musik mit Leben und erkundet die spannende Geschichte hinter den bloßen Noten.

Oppitz erinnert sich: "Er hat mir gezeigt, die Poesie in der Musik zu entdecken und nicht nur an der Materie zu arbeiten." In der Tradition seines Mentors spielte Oppitz die Sonate "op. 7 Es-Dur" von Beethoven, Schuberths drei Klavierstücke "D946" sowie Brahms zwei Rhapsodien "op. 79" und die sieben Fantasien "op. 116".

Oppitz und Kempff verband ein langer gemeinsamer Weg. Die Tochter Kempffs, Mechthild Freifrau von Künßberg, besuchte das Konzert genau wie Hunderte weitere Kulturbegeisterte.

Von Künßberg ist Schirmherrin des Festivals. Veranstalter ist das Ehepaar Dannhorn. Ingo Dannhorn ist Enkelschüler Kempffs und tritt beim Festival ebenfalls auf. Das Wilhelm-Kempff-Festival ist als dauerhafte Einrichtung für Thurnau geplant.

Vor der eigentlichen musikalischen Darbietung wurden gelesene Textauszüge von Kempffs Erinnerungen eingespielt. Ein stimmiges Gesamtbild, das sicherlich die großen Fußstapfen der Hauskonzerte von einst deutlich ausfüllt.

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