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Die SPD-Kreistagsfraktion spricht sich gegen die gelbe Tonne aus

Die Diskussion um die Einführung der gelben Tonne im Kreis Haßberge geht ihrem Höhepunkt entgegen. Am heutigen Dienstag kommt der Kreistag zur Sondersitzung zusammen, um über die Zulässigkeit des Bürg...
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Die Diskussion um die Einführung der gelben Tonne im Kreis Haßberge geht ihrem Höhepunkt entgegen. Am heutigen Dienstag kommt der Kreistag zur Sondersitzung zusammen, um über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zur Einführung der gelben Tonne zu bestimmen.

Die SPD-Fraktion im Kreistag bekräftigt ihre Position in Bezug auf das aktuelle "Bringsystem", bei dem die Bürger ihre Wertstoffe vorsortieren und zu den Wertstoffhöfen fahren - die SPD erklärt in ihrer Pressemitteilung, die gelbe Tonne könne "für umweltbewusste Menschen keine Alternative sein". Damit stellen sich die Sozialdemokraten klar gegen die Forderung der Bürgerinitiative (BI), die ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht hat, das wohl sehr gute Aussichten hat, einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Die BI will weg vom Bring- zum Holsystem. Da werden Leichtverpackungen (kurz: LVP - gemäß der Richtlinien des Dualen Systems Deutschland sind das "Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons") über einen Sammelbehälter von einem Entsorgungsbetrieb direkt an den Haushalten abgeholt.

Sammeln, trennen, sortieren

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Die SPD machte sich "ein Bild über die Müllentsorgung im Landkreis Haßberge am Beispiel Sander Wertstoffhof", wie sie mitteilt. "Wiederverwerten von Müll durch sammeln, trennen, sortieren und Recycling geeigneter Stoffe als vorrangige Maßnahme muss im Landkreis weiterhin der Weg sein. ... Mit einer stofflichen Wertungsquote von 90 Prozent bei den Leichtverpackungen (...) ist das aktuelle Wertstoffhof-Bringsystem des Landkreises Haßberge spitzenmäßig unterwegs." Da der Inhalt der gelben Tonne aber mehrheitlich verbrannt wird, lehne man diese Art der LVP-Entsorgung ab. "Umweltschutz gibt es nicht zum Preis der Bequemlichkeit", erklärt Kreisrat Paul Hümmer. Er findet, die "Initiativgruppe Gelbe Tonne" gaukle vor, "mit Einführung der gelben Tonne könne man sich die Fahrt zum Wertstoffhof sparen". Dem sei nicht so. Stoffgleiche Nichtverpackungen aus Kunststoff (StNVP) wie "Kinderspielzeug, Haarbürsten, Batterien, Küchengeräte, Eisen, Pflanzschalen, Klarsichthüllen, Kanister, Schüsseln, Vorratsdosen, Gießkannen, Styropor, Dämmmaterialen und und vieles andere" müssten weiterhin zum Wertstoffhof gebracht werden.

Allerdings hatten auch die Initiatoren der BI (unter anderem sind das Mitglieder der Jungen Liste, die ebenfalls im Kreistag vertreten ist) darauf hingewiesen, dass die Wertstoffhöfe weiter benötigt würden.

Für Hümmer ist die Debatte rückwärtsgewandt. In der heutigen Sondersitzung dürfte Diskussionsbedarf herrschen. al



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