Scheßlitz
Flurgrenzen 

Die Siebener sichern Steine

Über 400 Feldgeschworene im ganzen Landkreis nahmen an Schulungen des Vermessungsamtes teil. So ging es unter anderem darum, Grenzsteine selbstständig wiederherzustellen.
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Die Praxis des Abmarkens kam bei dern Schulungen der Feldgeschworenen nicht zu kurz (von links): Johann Molitor, Bernd Dremel, Simon Cegla vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV), Johann Müller, Helmut Ruffer und Thomas Firnstein (ADBV). Foto: ADBV
Die Praxis des Abmarkens kam bei dern Schulungen der Feldgeschworenen nicht zu kurz (von links): Johann Molitor, Bernd Dremel, Simon Cegla vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV), Johann Müller, Helmut Ruffer und Thomas Firnstein (ADBV). Foto: ADBV
400, 7, 3: Rund um diese drei Zahlen drehte sich die Feldgeschworenenschulung, die das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) Bamberg in Gemeinden des Landkreises Bamberg durchgeführt hat. Über 400 Feldgeschworene, welche auch Siebener genannt werden, haben bereits teilgenommen. Die vorerst letzte Schulung fand in Scheßlitz statt, weitere Schulungen sind für Januar 2017 geplant.
Kernthema der Schulung ist die selbstständige Abmarkung. Drei Spannmaße müssen die Feldgeschworenen dabei mindestens messen, um einen Grenzstein wiederherstellen zu können. Denn unter Berücksichtigung einiger Voraussetzungen können Feldgeschworene nach wie vor selbstständig Grenzsteine wiederherstellen. Dies wurde in einer Übung dann auch praktisch umgesetzt. Ausgehend von der Information der Eigentümer, über das Einmessen und Zeichnen einer Skizze bis hin zum Setzen des Grenzsteins mit der dazugehörigen Protokollierung.


Richtigkeit der Grenze

Ziel einer solchen Abmarkung ist die Richtigkeit der Grenze in der Örtlichkeit und damit die Vermeidung von Grenzstreitigkeiten. Weitere Aufgaben sind neben der Abmarkung, sei es selbstständig oder unter Leitung des ADBV, die Erhaltung der Grenzzeichen, unter anderem im Rahmen von Begehungen der Gemeindegrenze, und die Bewahrung des Siebenergeheimnisses. Diese alte Tradition hat durchaus auch noch in Zeiten von zentimetergenauen Koordinaten ihre Wichtigkeit. Denn nur mithilfe dieses Zeichens oder einem zentrischen Beleg kann der Grenzstein durch den Feldgeschworenen gesichert und wieder gesetzt werden. Wird diese oder eine der anderen Voraussetzungen nicht erfüllt, wird in der Regel das ADBV durch einen der Beteiligten beauftragt.
Auch die lange Geschichte der Grenzsteinsetzer wurde bei den Schulungen beleuchtet. Bereits rund 1400 vor Christus wurde im damaligen Babylon damit begonnen, Flächen sichtbar mit Grenzsteinen zu kennzeichnen. Seit circa 1400 nach Christus sind Feldgeschworene in Bayern nachgewiesen. Bis 1900 hatten sie die alleinige Befugnis, Grenzsteine zu setzen, dementsprechend hoch war ihr Ansehen im Ort.
Mit der Vorstellung des im Internet frei verfügbaren Bayern- Atlas wurde die Schulung durch den Schulungsleiter Simon Cegla beendet.


Huml kommt am 14. Mai

Die nächste Veranstaltung für die Feldgeschworenen findet im Mai statt: Thomas Firnstein, Kassier der Feldgeschworenenvereinigung Bamberg, gab den 14. Mai als Termin für den Feldgeschworenentag für Stadt und Landkreis Bamberg bekannt. Die Veranstaltung wird in Rattelsdorf stattfinden, Staatsministerin Melanie Huml wird als Rednerin eine der Teilnehmerinnen sein. red


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