Burgstall am Main
Burgstall.infranken.de  28 Personen nahmen am Sensenkurs mit Jupp Schröder auf dessen Biotopgrundstück bei Burgstall teil.

Die Sense muss fast von alleine schneiden

Der Sensenkurs auf dem Biotopgrundstück von Jupp Schröder bei Burgstall war ein großer Erfolg. 28 Personen nutzten das Angebot des Fränkischen Tages, um sich in der "Kunst" des Mähens unterweisen zu l...
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Die Sensenmäher auf dem Biotopgrundstück von Jupp Schröder bei Burgstall  Foto: Christa Schröder
Die Sensenmäher auf dem Biotopgrundstück von Jupp Schröder bei Burgstall Foto: Christa Schröder
Der Sensenkurs auf dem Biotopgrundstück von Jupp Schröder bei Burgstall war ein großer Erfolg. 28 Personen nutzten das Angebot des Fränkischen Tages, um sich in der "Kunst" des Mähens unterweisen zu lassen. Assistiert wurde Schröder bei dem Kurs von Alexander Zientek aus Oberlangheim, der gekonnt das Einstellen der mitgebrachten Sensen und das Dengeln übernahm. Außerdem brachte Ewald Dorsch aus Wolfsloch seine Erfahrungen mit ein und bereicherte zusätzlich den Kurs.
Es stellte sich heraus, dass das Mähen mit den mitgebrachten Sensen nicht immer möglich war. Diese waren zum Teil verrostet, falsch eingestellt oder total stumpf. So bestand ein Teil des Kurses darin, Sensen in Ordnung zu bringen. Schröder betonte, wie wichtig es sei, mit einem guten Gerät zu arbeiten. Nur dann mache das Mähen Freude, weil nur wenig Kraft benötigt werde.
"Zuerst gehören die Sensen richtig eingestellt. Die Spitze der Klinge soll zweieinhalb Zentimeter tiefer stehen als der Ansatz. Nur so kann ein richtiger runder Schnitt erfolgen, ohne zu hacken. Auch das richtige Schärfen mit einem Wetzstein ist von Bedeutung. Hier werden selbst von Fachleuten große Fehler gemacht. Immer gilt es dabei, den Wetzstein locker aus dem Handgelenk von hinten nach vorn zu ziehen. Bei dieser Arbeit muss gefühlvoll und nicht hektisch vorgegangen werden", sagte Schröder.
Beim praktischen Arbeiten wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Sensen ohne großen Aufwand fast von ganz alleine schneiden. "Die Bewegung muss immer in einem Halbkreis mit einem Drehmoment um den Körper herum erfolgen. Die Sense wird dabei nicht hochgehoben, sondern bleibt mit dem Knauf am Boden. Fast alle Neuanfänger machen den Fehler, sich nach rechts zu orientieren und rauben sich dabei die Kraft für einen richtigen Schwung. Wichtig ist es aber, sich beim Mähen mehr nach links zu orientieren", betonte der ehemalige Kreisfachberater eindringlich.
Für viele Neuanfänger kam es nach dieser Einführung zu einem besonderen Erfolgserlebnis. Eine richtige Handhabung dieser alten Technik ohne Einweisung durch Fachleute sei nicht gut möglich. Schröder fand es bedauerlich, dass es in den Dörfern immer weniger Menschen gibt, die sich mit dem Sensenmähen auskennen. Viele der Teilnehmer bereuten es, ihren Opa nicht gefragt zu haben.
"Der Kauf einer guten Sense ist besonders gut abzuwägen. Das Blatt muss sehr hell klingen, wenn man damit rückwärts über einen harten Gegenstand schleift. Gute Sensen kauften früher die Bauern sehr gern von den ,Kiepenkerlen', die aus meiner Heimat im Sauerland kamen und in ganz Deutschland mit ihren Kiepen auf dem Rücken ihre hochwertigen Geräte anboten. Daran können sich noch viele Bauern gut erinnern. An einem solchen Gerät zu sparen, ist völlig unangebracht", betonte Schröder, der mit dem Sensenmähen aufgewachsen ist.
Das Dengeln der Sense sei eine sehr wichtige Arbeit, da ohne eine solche Behandlung des Gerätes ein Schneiden des Grases nicht gut möglich ist. Leider gebe es nur noch wenige Menschen, welche die richtige Technik dieses Schärfens beherrschen, so Schröder. Mit sogenannten Dengelmaschinen würden sich die Sensen leider sehr schnell abnutzen.
Als sehr wichtig erachtete es Schröder, altes Wissen neu zu beleben. Dazu gehöre auch das Mähen mit der Sense. Es solle dabei auch an den gesundheitlichen Aspekt des Mähens ohne Motorkraft gedacht werden. "Der ganze Körper ist dabei im Einsatz und wird entsprechend trainiert. Man kann diese Bewegungsart etwa mit dem Skilanglaufen vergleichen, welches als besonders gesund gilt", so Schröder. JS
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