Stadtsteinach

"Die Schöpfung bewahren"

In Stadtsteinach zelebrierte der neue Pfarrer Sebastian Masella die traditionelle Hubertusmesse
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Zur Erinnerung an den Heiligen Hubertus von Lüttich zelebrierte Pfarrer Sebastian Masella die Hubertusmesse in der St.-Michael-Kirche in Stadtsteinach. Foto: Sonny Adam
Zur Erinnerung an den Heiligen Hubertus von Lüttich zelebrierte Pfarrer Sebastian Masella die Hubertusmesse in der St.-Michael-Kirche in Stadtsteinach. Foto: Sonny Adam
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Traditionell wird am Sonntag nach dem Hubertustag in Stadtsteinach eine festliche Hubertusmesse gefeiert. Für den neuen Pfarrer Sebastian Masella war dies gestern eine Premiere. Er nutzte die Gelegenheit, um an die Christenpflicht zur Bewahrung der Schöpfung zu erinnern.

Die St.-Michael-Kirche war auch in diesem Jahr mit Zweigen und Bäumen festlich geschmückt. Vor dem Altar zogen ein prächtiges Geweih und ein illuminiertes Kreuz die Blicke auf sich. Jagdhornbläser aus Stadtsteinach und Kulmbach sorgten für eine stilechte musikalische Umrahmung. Denn der Sonntag nach dem 3. November steht traditionell im Zeichen der Jagd.

An diesem Tag wird an den ehemaligen Bischof von Maastricht und Lüttich erinnert: an Hubertus von Lüttich oder Hubert de Liège. Er lebte von 655 bis 727.

Die Legende besagt, dass Hubertus von Lüttich einst ein passionierter Jäger war, der Tiere zum Selbstzweck schoss. Doch dann hatte der Sohn eines Edelmannes ein Erlebnis. Er spürte bei der Jagd einen Hirsch auf und verfolgte ihn. Als Hubertus von Lüttich das Tier töten wollte, erstrahlte zwischen dem Geweih des Hirsches plötzlich ein Kreuz. Und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu dem Jäger. Der Jäger Hubertus erkannte daraufhin in allen Tieren "Wesen göttlichen Ursprunges". Er wandelte sich, hegte und pflegte die Tiere - so wie es die modernen Jäger und Förster tun.

Der neue Stadtsteinacher Pfarrer Sebastian Masella nutzte die Gelegenheit, um auf die Bedeutung der Natur hinzuweisen: "Die Natur und die Schöpfung wirken sich wohltuend auf die Menschen aus. Menschen finden in der Natur Erholung, können im Wald neue Kraft tanken. Auch wenn die Natur erschaffen wurde, braucht sie dennoch die Schützenhilfe der Menschen."

Der neue Stadtsteinacher Seelsorger appellierte an alle, sich für artgerechte Lebensräume für die Tiere und eine intakte Natur einzusetzen. Er knüpfte an den Aufruf von Papst Franziskus an, die Schöpfung zu bewahren und die Schöpfung in ihrer Gesamtheit als "Geschenk Gottes" zu betrachten. "Wir müssen darum kämpfen, dass dieses Geschenk nicht verloren geht", so Masella.

Der heilige Hubertus gehört übrigens zu den sogenannten "vier Marschällen Gottes", er wird in manchen Regionen zu den vierzehn Nothelfern gezählt. Nur in katholischen Gegenden wird Hubertus als Heiliger verehrt.

Der dritte November als Gedenktag erinnert an die "Erhebung der Reliquien" an diesem Tag. Bis heute gilt Hubertus als Schutzpatron der Jagd, aber auch als Patron für Hunde, als Helfer gegen die Krankheit Tollwut, als Schirmherr der Schützen, der Kürschner, Metzger, Büchsenmacher sowie der Optiker und Mathematiker.

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