Bamberg

Die "Schienenspitzen" müssen raus

In Beton verankerte Eisenteile entlang der Bahnstrecke in Pettstadt gelten nun als Sicherheitsrisiko.
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Die "Schienenspitzen" sichern seit Jahrzehnten den Schienenweg entlang der Bahnstraße in Pettstadt. Nun wurden sie als Sicherheitsrisiko eingestuft; sie müssen durch neue Leitpfosten ersetzt werden. Die Kosten teilen sich die Bayerische Regionaleisenbahn und die Gemeinde. Foto: Baier
Die "Schienenspitzen" sichern seit Jahrzehnten den Schienenweg entlang der Bahnstraße in Pettstadt. Nun wurden sie als Sicherheitsrisiko eingestuft; sie müssen durch neue Leitpfosten ersetzt werden. Die Kosten teilen sich die Bayerische Regionaleisenbahn und die Gemeinde. Foto: Baier

Seit Menschengedenken schrecken entlang der Bahnstraße "Schienenspitzen" Auto- oder Lastwagenfahrer davon ab, auf den Bahnkörper auszuweichen. Neuerdings werden diese in Betonsockeln verankerten Eisenteile als Sicherheitsrisiko für Fußgänger und Zweiradfahrer betrachtet. Ein Ortstermin mit den zuständigen Verkehrs- und Sicherheitsexperten des Polizei, des Landratsamtes, der Landeseisenbahnaufsicht (Regierung von Mittelfranken) und der Bayerischen Regionaleisenbahn ergab: Die Schienenspitzen müssen raus und durch Leitpfähle moderner Bauart ersetzt werden.

Die Beseitigung veranlasst und zahlt die Bayerische Regionaleisenbahn, das Aufstellen der neuen Pfosten ist aber Sache der Gemeinde, der die Verkehrssicherheit obliegt. Auf der etwa 700 Meter langen Strecke werden 140 Leitpfähle benötigt, das Stück kostet über 40 Euro - ohne Einbaulohn.

Während einzelne Gemeinderäte noch an der unerwarteten Ausgabe kauten, informierte Bürgermeister Jochen Hack (FWG), dass die Nebenbahnstrecke Strullendorf - Schlüsselfeld im Zuge des Wanderleitsystems Fränkische Schweiz als Besonderheit ausgeschildert wird. Was bis zur Automobilisierung gern genutzte Zugverbindung zwischen dem Steigerwald und dem Regnitztal mit seiner Städteachse war, wird heute an Werktagen höchstens noch von einem Güterzug befahren: Im Schneckentempo werden auf der betagten Schiene Drahtrollen nach Schlüsselfeld transportiert, dass es in Pettstadt nur so pfeift und poltert und die Erde erschüttert.

Bürgerhaus größes Vorhaben

2019 werden mit Sicherheit die ersten Projekte aus dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept Realität, andere werden bei Architekten in Auftrag gegeben und ab 2020 verwirklicht. Mit einem Volumen von voraussichtlich 2,16 Millionen Euro ist die Errichtung des Bürgerhauses im Hopfengarten das größte Vorhaben.

Eingebettet in die Planung einer alten- und behindertengerechten Wohnanlage an der Fabrikstraße, liegt das Projekt derzeit jedoch auf Eis: Es müssen eine Anfechtungsklage und ein Normenkontrollverfahren vor dem Verwaltungsgerichtshof abgewartet werden. Einzelne Anlieger, die gegen das Projekt schon zwei Bürgerentscheide angeschoben (und verloren) haben, beschreiten den Gerichtsweg, um das ihrer Meinung nach überdimensionierte Konzept zu Fall zu bringen. Bis - vielleicht in 2022 - das Bürgerhaus seine zentrale Funktion erfüllen kann, soll ein Bürgertreff im ehemaligen Nahkauf am Kirchplatz eingerichtet werden. Dafür beantragt der Gemeinderat für 2019 Städtebau-Fördermittel aus dem Programm "Soziale Stadt" auf der Basis von 30 000 Euro Herstellungskosten.

Weitere Zuschüsse werden für das Quartiersmanagement (86 500 Euro), für die Umgestaltung des Spielplatzes an der Bahnstraße (20 000 Euro) und für das kommunale Förderprogramm 32 000 Euro erbeten. Aus diesem "Topf" können private Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet bezuschusst werden. Weiteren finanziellen Bedarf meldet der Gemeinderat für ein städtebauliches Konzept rund um die Regnitzfähre an. Dabei geht es auch um die Gestaltung des Umgriffs der Schiffsbrücke und deren Radwege-Anbindung an Pettstadt. Die Planungskosten allein summieren sich auf über 60 000 Euro.

Neues Verkehrskonzept

Im Jahr 2020 will die Gemeinde ein neues Verkehrskonzept entwickeln lassen, das unter anderem die Modernisierung der Hauptstraße für geschätzte 430 000 Euro und den Ausbau der Etterwege für 60 000 Euro umfassen soll.

Bürgermeister Jochen Hack ist zuversichtlich, bei der Regierung von Oberfranken die eingeplanten Zuschüsse bewilligt zu erhalten.

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