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Die Ritter und Bauern zogen ein

Vor einigen Jahren wurde das Fest wiederbelebt, das alle drei Jahre in Untersiemau stattfindet.
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Alle drei Jahre findet in Untersiemau die Plankirchweih statt. Da ist es auch einmal möglich, ein Tänzchen auf der sonst stark befahrenen Durchgangsstraße zu wagen, natürlich abgesichert durch die Mitglieder der Feuerwehr. Der Umzug mit den Planburschen und Planmädchen war einer der vielen Höhepunkte des vier Tage dauernden Kirchweihspektakels in Untersiemau. In diesem Jahr stand der Festumzug unter dem Motto "Ritter - Bauern - Lutheraner". Angeführt wurde der Umzug von einem SUV, worin die Ehrenbürger Arno Stammberger und Fritz-Werner Finzel, der vor einigen Jahren die Plankirchweih wieder aufleben ließ, saßen. Beide freuten sich sichtlich über die vielen Besucher am Straßenrand. Danach folgten die Planmädchen und - burschen mit ihrem Planwagen, der mit "Gerstensaft" bestückt war. Gegen einen Obolus wurde dieser an das Publikum am Straßenrand ausgeschenkt. Die Gießkanne blieb dieses Mal allerdings am Planwagen und kam nicht zum Einsatz.


Eingekleidet wie zu Luthers Zeiten

Gleich hinter dem Planwagen folgte Bürgermeister Rolf Rosenbauer mit seinem Gemeinderat, alle waren gemäß dem Motto entsprechend gekleidet. Die Bauern wurden vom Obst- und Gartenbauverein dargestellt, der mit seinen blumengeschmückten Gartengeräten und Körben am Umzug teilnahm und den Untersiemauer Apfelsaft verteilte. Die Ritter und Burgfräulein wurden schließlich von den beiden Kinderhäusern dargestellt. An verschiedenen Plätzen in Untersiemau stoppte der Zug, und es bot sich die Gelegenheit, mit den jungen Leuten ein Tänzchen zu wagen. Dazu spielte das Untersiemauer Prinz-Eugen-Quintett, das auf der Ladefläche eines kleinen Lkw Platz genommen hatte. Die Musikanten ließen es sich aber nicht nehmen, den Umzug zu Fuß auf den Festplatz zu begleiten, wo es viele kulinarische Untersiemauer Spezialitäten gab.
Dort wurde am Kirchweihsonntag mit Spannung die Kirchweihpredigt erwartet, die wieder von den beiden "Tratschtanten" Claudia (Claudia Gössele) und Sissi (Silvia Schultheiß) gehalten wurde. Denn die Besucher füllten alle Plätze im Zelt und auf dem Vorplatz rund um den astronomischen Brunnen. Dieses Mal begann die Kirchweihpredigt etwas anders - mit einem Schnatterhüpferl, worin das Publikum im Zelt und außerhalb kräftig mit einstimmte.


Vom Ortsgeschehen zur Politik

In ihrem Zwiegespräch berichteten die beiden Damen über Kuriositäten und Lustiges aus Untersiemau. Dabei wurde unter anderem über das ungeputzte Juwel in Untersiemau, das obere Schloss, sowie über den Spielplatz, der Bagger frisst, getratscht. Auch über den Kreisverkehr und über die Strabs, die zunächst mit der Unterwäsche des Bürgermeisters verwechselt wurde, sprachen die Tratschtanten. Sie machten Werbung für die Feuerwehr und für die Lichtstube, die ab Oktober in Untersiemau eingeführt werden soll. Weiterhin wurde auch die hohe Politik von den Damen kurz angerissen. Für die Unterhaltung im Festzelt sorgte Günthers Musikexpress. Auch ein Kirchweihmarkt war auf dem Festplatz aufgebaut.
Der Kirchweihbaum, 14 Meter hoch und mit bunten Bändern in den Untersiemauer Wappenfarben geschmückt, wurde am Samstag auf dem Festplatz aufgestellt. Die Feuerwehr wurde dabei vom Bauhof, der mit technischem Gerät anrückte, unterstützt. "Die anderen haben Muskelkraft, wir haben Köpfchen!", kommentierte Bürgermeister Rosenbauer den Maschineneinsatz. Der Bürgermeister übergab die Planfahne an die Planmädchen und Planburschen. Künftig soll die neue Planfahne, die von Michaela Müller gestaltet wurde, bei jeder Plankirchweih zum Einsatz kommen. Sie war an den Kirchweihtagen immer präsent.
Es gab viele weitere Fest-Höhepunkte, zum Beispiel den Bauchredner "Erwin" mit seiner "Elly", Fußball- und Tischtennisbegegnungen, ein Wirtshaussingen, heiße Rhythmen am Freitag - und den traditionellen Hahnenschlag des Kleintierzuchtvereins am Kirchweihmontag.
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