Herzogenaurach

Die Qualität der Arbeit beeindruckte

Das Männerforum besuchte die Aurach-Werkstatt der Lebenshilfe in Herzogenaurach und war von der Führung durch die Werkstatt und den Erläuterungen der Werkst...
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Das Männerforum besuchte die Aurach-Werkstatt der Lebenshilfe in Herzogenaurach und war von der Führung durch die Werkstatt und den Erläuterungen der Werkstattleitung sehr beeindruckt.
Die Aurach-Werkstatt ist eine Einrichtung des gemeinnützigen Vereins Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt e.V.. Kostenträger ist überwiegend der Bezirk Mittelfranken. Die Aurach-Werkstatt steht in engem Kontakt mit der Arbeitsagentur. Sie bietet Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und drohender Behinderung. Dabei liegt der Schwerpunkt in Herzogenaurach auf geistiger und zum Teil zusätzlich körperlicher Behinderung, während andere Einrichtungen sich psychisch Erkrankten zuwenden. Derzeit zählt die Aurach-Werkstatt 210 Arbeitsplätze.
Der Kreisverband der Lebenshilfe wurde vor 50 Jahren gegründet. Nachdem im Nationalsozialismus Behinderung als unwertes Leben bezeichnet und behandelt wurde, dauerte es bis 1967, als eine Initiative von Eltern behinderter Kinder einen Verein gründete. Die Kinder wurden älter und neue kamen hinzu, so dass der Verein permanent wuchs. Auch erreichen heute Behinderte ein höheres Alter. Seit einiger Zeit bleiben die Zahlen konstant.
Matthias Rein, der Leiter der Aurach-Werkstatt, erläuterte die Arbeitsweise in der Werkstatt. Die Aurach-Werkstatt sieht sich als Dienstleister für Industrie und Handwerk. Aufgabe der Werkstattleitung ist es, Aufträge zu akquirieren. Dabei müssen die Arbeiten einerseits durchführbar sein für die Beschäftigten. Andererseits spricht für die Aurach-Werkstatt die lokale Nähe zu Auftraggebern, Flexibilität und hohe Zuverlässigkeit.
Die Aurach-Werkstatt ist ISO-zertifiziert und durch gewissenhafte Kontrolle ist die Ausschussrate äußerst gering. Anstatt niedrigqualifizierte Arbeiten nach Asien zu verlagern, werden lokale Unternehmen schnell und zuverlässig bedient.
Die Arbeit wird generell in Gruppen durchgeführt. Das Geschick der eine Gruppe leitenden Mitarbeiter sorgt dafür, dass die Behinderten weder über- noch unterfordert werden, dass die Arbeiten fristgerecht abgewickelt werden, aber dabei kein Druck an die Beschäftigten weitergegeben wird.
Neben der Beschäftigung gibt es in der Aurach-Werkstatt auch arbeitsbegleitende Maßnahmen. Das sind Angebote zur Persönlichkeitsbildung, zum Beispiel als Sport oder Anleitung zum Malen. Die Ergebnisse kann man in Fluren und Räumen in Form farbiger Zeichnungen bestaunen.
Beim Rundgang durch die Werkstatt konnten die Teilnehmer des Männerforums an vier Stationen von der erfolgreichen Arbeit im Team überzeugen. Seit 2011 verpackt die Aurach-Werkstatt für die Firma Schaeffler Produkte luftdicht bis zur Versandbereitschaft.
Für Playmobil werden Figuren zusammengesteckt und für die Firma Bauer Teemischungen verpackt.
Am meisten imponiert die Fertigung von Lüfterbaugruppen und vor allem von Kabeln für Siemens. In neun Arbeitsschritten werden hochkomplizierte Kabel bis zum Abisolieren angefertigt. Die ständige Qualitätskontrolle attestiert der anspruchsvollen Arbeit, dass 98,1 Prozent der Kabel fehlerfrei sind.
Am Ende des Rundgangs schaute man noch in den Berufsbildungsbereich. Dort wird versucht, die Betroffenen (z.B. einen Mann nach einem Schlaganfall) mit einem zweijährigen Programm auf den regulären Arbeitsmarkt vorzubereiten. red

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