"Die Digitalisierung der Arbeitswelt - Revolution oder Evolution?", lautete das Thema des Eröffnungsvortrags des Volksbildungswerks am Wochenende im Rathaussaal der Stadt Königsberg. Referent des Abends war Marc Schlette, seit 1. Oktober Leiter des Funktionsbereichs "Human Ressources & Developement" bei der Business Area Steel Europe. Der Referent konnte aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit viel eigene Erfahrungen in den Vortrag einbringen. Die Fragestellung des Vortrages mochte er aber von vorneherein nicht mit "Ja" oder "Nein" beantworten.
Schlette zeigte zunächst anhand einiger Bilder die Entwicklung der "Industriellen Revolution" vom beginnenden starken maschinellen Krafteinsatz über Massenproduktionen bis hin zu arbeitserleichternden Serienfertigungen auf. Wobei die Digitalisierung oft die Qualität ökonomischer Entscheidungen verbessere, wie er sagte.
Bezüglich der Vielfalt an Daten, die zurzeit die Menschheit beherrschen, war Schlette der Ansicht, dass hier ein Wandel stattfand. Ehemals wurde eine irrsinnige Menge an Daten produziert. Heute sind eine Unmenge an Daten vorhanden, und "wir müssen den Zweck der Daten ausdenken". Dazu meinte er auch provokativ zum oft angenommen Datenschutz: "Der Datenschutz ist tot."
Schlette streifte in seinem Vortrag auch den Einfluss der Automatisierung auf die zukünftige Entwicklung von Jobs. So werden die Digitalisierung und die Demografie die Lebensläufe verändern. Trotzdem würden aber ein lebenslanges Lernen und eine Qualifizierung immer wichtiger. Verändert habe sich durch die Digitalisierung auch die Schichtung in Betrieben. So werde in den Firmen die hierarchische Führung von Netzwerksystemen abgelöst.
Beruhigend meinte er zum Schluss seines Vortrages dann doch, dass trotz der Digitalisierung die Erwerbstätigkeit des Menschen, wenn auch auf veränderten Gebieten, bleiben werde. Auffordernd meinte er zusätzlich, dass man mit allen Daten fair und human umgehen sollte.


Treffpunkt Königsberg

Beendet wurde der Vortrag mit einer kleinen Stehrunde, in der sich Heinz Robert Schlette und Werner Müller bei der Stadt Königsberg für deren langjährige Gastfreundschaft mit einem Weinpräsent bedankten. Seit 50 Jahren, davon 35 Jahre in Königsberg, kommt eine Gruppe Philosophen, Theologen und Historiker um Heinz Robert Schlette einmal im Jahr zu einem Seminar zu verschiedenen Themen zusammen.
Das 50. Treffen wurde mit einem kleinen Umtrunk gefeiert. Der Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FW) und Altbürgermeister Kurt Sieber bedankten sich bei den Seminarteilnehmern dafür, dass sie Königsberg seit vielen Jahren als den Treffpunkt ihres Seminars ausgewählt hatten. Beide hoffen auf weitere Treffen in Königsberg.