Neudrossenfeld

Die pure Lebensfreude

Die Neudrossenfelder Europatage gingen sehr stimmungsvoll zu Ende.
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Die Kinder durften sich als Hobby-Archäologen versuchen, das machte ihnen viel Spaß.
Die Kinder durften sich als Hobby-Archäologen versuchen, das machte ihnen viel Spaß.
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Das internationale Flair bei den 10. Neudrossenfelder Europatagen zog am späten Sonntagnachmittag viele Besucher an. An vielen Ecken war die Lebensfreude der Osteuropäer zu spüren, obwohl es die Menschen in ihrer Heimat nicht immer leicht haben.

Das ukrainische Folkloreensemble "Sbrutsch" eroberte das Publikum in Sekundenschnelle mit Panflöte, Gesang und grazilen Tänzen. Nebenan die Formation "Chodovanka" aus Westböhmen mit Klarinette, Akkordeon und Teufelsgeige. Ebenfalls aus Böhmen war das Dudelsack-Duo "Dudacka" angereist und sorgte für einen etwas anderen Sound.

Der fränkische Gegensatz waren die schmissigen Weisen des Musikvereins Neudrossenfeld/Altenplos und die Rhythmen der Blues- und Rockband "Race" aus dem Kulmbacher Land. Auch die Tanzvorführungen der Bayreuther Mohrenwäscher kamen super an.

Beim kulinarischen Angebot reichte die Auswahl von Borscht und Letscho bis zu Salsiccia, von Karlsbader Oblaten und böhmischen Lebkuchen bis zu Slivovitz, Becherovka und ukrainischem Wodka.

In der Ledergasse präsentierten sich die Osteuropäische Kulturgesellschaft Bayreuth, die Deutsch-Polnische Gesellschaft und die Deutsch-Tschechische Gesellschaft. Erstere verwendeten den Erlös sogar für einen sozialen Zweck. Heimische Vereine lockten mit lokalen Spezialitäten, Handwerkskunst animierte zum Kauf von Seidenmalerei, Keramik und netten osteuropäischen Geschenkideen.

Unten im Eishaus herrschte ständiges Interesse an der Ausstellung der Stadt und der Region Pilsen mit ihren Schlössern, Burgen, Museen und pittoresken Städtchen. Die Bilder machten Lust auf eine Reise dorthin. Der Stand "KulturSozial" aus Regensburg war lohnender Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche. Denn da konnten sie ein bisschen in die Archäologie hineinschnuppern und Tonscherben ausgraben und zusammensetzen. Weitere Abwechslung hatten die Kleinen auf der Spielstraße auf dem Schlossplatz. Im Lindenbaummuseum zog die Ausstellung "Kulturschätze Böhmen" an, ein fast unerschöpflicher Fundus österreichisch-ungarischer Vergangenheit und tschechischer Gegenwart.

Schon vorher hatte es berührende Momente beim Europa-Gottesdienst in der Markgrafenkirche gegeben, den die bekannte Organistin Jurate Landsbergyte-Becher, Tochter des ehemaligen litauischen Staatspräsidenten Vitautas Landsbergyte, umrahmte. Ihre Interpretation an der Orgel löste Emotionen aus.

Gäbe es die Drossenfelder Europatage nicht, würde etwas fehlen, so ein Ehepaar aus Mistelgau: "Wir sind überzeugte Europäer, deswegen kommen wir und wollen das internationale Flair spüren und die außergewöhnliche Musik hören."

Für Bürgermeister Harald Hübner waren die 10. Europatage erneut ein Beweis, dass auch eine kleine Gemeinde etwas für die europäische Integration tun kann. "Wir haben mit den Volksmusik- und Folkloregruppen einen Volltreffer gelandet, die Europatage sind nach wie vor ein wichtiger Auftrag, die Bürger näher zusammenzubringen. Das ist uns gelungen."

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