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Stockheim

Die Preise schießen in die Höhe

Die Ausschreibungen für Arbeiten machen dem Gemeinderat Stockheim derzeit viel Kopfzerbrechen, denn die Angebote der Firmen liegen in der Regel weit über den zuvor berechneten Kosten.
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Für den Hochbehälter zur Trinkwasserversorgung im Gemeindeteil Haig sind noch technische Ausrüstungen nötig. Doch auch bei der erneuten Ausschreibung gingen zu hohe Angebotspreise ein. Vor dem Hochbehälter diskutieren (von links) Wassermeister Werner Löffler, Bürgermeister Rainer Detsch und Kämmerin Eva Schießwohl die Situation. Foto: K.- H. Hofmann
Für den Hochbehälter zur Trinkwasserversorgung im Gemeindeteil Haig sind noch technische Ausrüstungen nötig. Doch auch bei der erneuten Ausschreibung gingen zu hohe Angebotspreise ein. Vor dem Hochbehälter diskutieren (von links) Wassermeister Werner Löffler, Bürgermeister Rainer Detsch und Kämmerin Eva Schießwohl die Situation. Foto: K.- H. Hofmann

Karl-Heinz Hofmann Stockheim —  In der Gemeinderatssitzung am Montag im Rathaus wurden unter anderem die Straßen- und Wasserleitungsarbeiten für die Sanierung der Bahnhofsiedlung in Burggrub vergeben. Mit dieser Maßnahme in dem Wohngebiet werden weitere vier Bauplätze erschlossen und entlang der rund 390 Meter langen Straße die Leerrohre für Glasfaser unterirdisch mit verlegt. Diese und weitere Auftragsvergaben entfachten eine rege Diskussion über die derzeitige Preispolitik von Firmen.

Zwar war es eine schmerzhafte Vergabe, da wiederum die Angebotspreise um circa 50 Prozent über der Kostenrechnung lagen. Doch man hatte schon einmal die Ausschreibung wiederholt und wollte dies nicht ein drittes Mal fortsetzen, versuchte Bürgermeister Rainer Detsch (FW) zu intervenieren.

Jürgen Wöhner (FW) wollte es hingegen auf einen weiteren Ausschreibungsversuch ankommen lassen und hatte dabei einen günstigeren Preis im Hinterkopf. Dem widersprach Dirk Raupach (CSU), der meinte, eine Ausschreibung koste weiteres Geld und zum anderen verliere man wieder Zeit. Man solle endlich mal ein Straßenprojekt in Angriff nehmen, denn schließlich stünden weitere auf der Prioritätenliste. Raupach sah es auch keinesfalls gegeben, dass man bei einer dritten Ausschreibung ein günstigeres Angebot erhalte. Schließlich fasste das Gremium bei drei Gegenstimmen den Beschluss, für die Straßen- und Wasserleitungsarbeiten bezüglich der Sanierung Bahnhofsiedlung Burggrub den Auftrag an die Firma STL, Sonneberg, zum Preis von 76 6645 Euro, zu vergeben.

Ferner wurden auch die Arbeiten für die Auskleidung der Wasserkammern für den Hochbehälter der Trinkwasserversorgung in Haig an die Firma Frankenplast Würzburg mit der Auftragssumme von 80 148 Euro vergeben.

Erneut konnte man sich nicht für eine Auftragsvergabe für die Technische Ausrüstung für den Hochbehälter in Haig entscheiden. Es zog sich die gleiche Diskussion um Preisangebote wie ein roter Faden durch die Sitzung. Das Gewerk für die Technische Ausrüstung wird nach einstimmigen Beschluss erneut ausgeschrieben, auch wenn man dafür eine mindestens zweimonatige Verzögerung in Kauf nehmen muss. Das Gremium verspricht sich auf jeden Fall eine Preisersparnis bei dieser Investition, die in der Kostenrechnung mit 134 000 Euro zu Buche steht. Das wirtschaftlich günstigste Angebot liegt in der jüngsten Ausschreibung bei rund 182 000 Euro.

Nicht nur in einem Fall, sondern in mehreren Fällen bereiten die Angebotspreise nach Ausschreibungen den Räten großes Kopfzerbrechen. Denn diese weichen in der Regel um mehr als 50 Prozent oder gar um 100 Prozent und mehr von den Kostenberechnungen ab. "Das kann doch so nicht weitergehen", schimpfte Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth (CSU). Er fragte auch nach Fördermitteln als Ersatz für die von der Staatsregierung abgesetzte Straßenausbaubeitragssatzung. "Da müsste sich doch in Kürze was bewegen, denn so kann man die Kommunen doch nicht sitzen lassen", meinte Weißerth.

Zügig und einstimmig konnte ein Antrag des Schützenvereins Burggrub auf Zuschuss für die Sanierung des Großkaliberstandes mit 1200 Euro Förderung (auf Gesamtkosten von circa 12 000 Euro) bewilligt werden. Bürgermeister Rainer Detsch würdigte die Eigenleistungen der Schützen und dankte für deren Engagement.

Hinsichtlich verschiedener anstehender Brückensanierungen im Gemeindebereich wird man nochmals Rücksprache mit dem Ingenieurbüro nehmen und dann erneut in einer Sitzung darüber beraten, welche Maßnahmen durchgeführt werden. Auf Nachfrage einiger Räte gaben Bürgermeister Rainer Detsch und Geschäftsleiter Rainer Förtsch Entwarnung, es sei bei keiner der Brücken Gefahr in Verzug.

Klaus Völk vom Landratsamt Kronach wurde zum Datenschutzbeauftragten der Gemeinde Stockheim bestellt. Für einen Bauantrag im Baugebiet "Am Schmiedsberg" in Neukenroth auf Neubau eines Wohnhauses mit Pkw-Doppelgarage wurde das gemeindliche Einvernehmen, unter Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes, erteilt.

Auf Nachfrage von Dritten Bürgermeister Jörg Roth nach dem Stand der Dorferneuerung in Reitsch, informierte Geschäftsleiter Förtsch, dass es zu weiteren Verzögerungen aufgrund eines wasserrechtlichen Verfahrens kommen wird. Hierfür läuft das Planfeststellungsverfahren welches zur Bewilligung an das Amt für Ländliche Entwicklung weitergegeben wird. Man rechne wohl nicht vor August mit der Fortführung der Maßnahme. Allerdings werden weitere kleinere Maßnahmen durchgeführt wie der Abriss einer Garage um den Ausbau des Grünbaches fortführen zu können. Derzeit laufen Ausschreibungen. Förtsch rechnet im Jahr 2021 mit einen Abschluss entlang der Dorferneuerung entlang der Dorfstraße.

Bürgermeister Detsch informierte, dass der Investor für das Baugebiet Sportplatzstraße anstatt eines Wohngebietes nun ein Mischgebiet beantragt habe. Dies hat ein neues Bauleitverfahren zur Folge, dessen Genehmigungsverfahren sich einige Zeit hinziehen werde. Es sollen hier neun Wohneinheiten, eventuell auch für kleine Handwerksbetriebe, entstehen.