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Coburg

Die Partei als Netzwerk - und noch dazu "charismatisch, stark, umarmend"

"Beim Herrn Straubel hat's was geholfen." Bei Christian Meyer soll der Besuch von Ministerpräsident Markus Söder auch helfen, das Amt an der Spitze zu erobern. Sebastian Straubel ist seit 2019 Landrat...
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Die Bürgermeisterkandidaten durften auf die Bühne fürs Gruppenbild mit dem CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Markus Söder. Foto: Barbara Herbst
Die Bürgermeisterkandidaten durften auf die Bühne fürs Gruppenbild mit dem CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Markus Söder. Foto: Barbara Herbst

"Beim Herrn Straubel hat's was geholfen." Bei Christian Meyer soll der Besuch von Ministerpräsident Markus Söder auch helfen, das Amt an der Spitze zu erobern. Sebastian Straubel ist seit 2019 Landrat in Coburg, Meyer möchte ab 1. Mai Oberbürgermeister sein, nachdem 30 Jahre lang SPD-Männer dieses Amt inne hatten.

Der CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident war am Sonntag zu einem Wahlkampfauftritt nach Coburg gekommen. Da hätte er einiges zur städtischen Themen sagen können: Landestheater, Hochschule, Regiomed beschäftigen Kommune und Freistaat gleichermaßen. Dass sich die CSU vor Ort hier Hilfen vom Freistaat erhofft, konnte Söder schriftlich mitnehmen. Er selbst führte in seiner Rede vor, wie er sich die CSU vorstellt: "Charismatisch, stark, umarmend" müsse die Partei sein, die Kandidaten gute Laune verbreiten. "Bei euch hab ich den Eindruck, dass es läuft", versicherte er den CSU-Kandidaten zur Kommunalwahl in Stadt und Landkreis.

Gute Laune verbreiten kann Söder: Ein bisschen Selbstironie hier, ein paar Seitenhiebe da, gern auch gegen die eigenen Leute, die dann wieder gestreichelt werden. Der schon genannte Landrat Sebastian Straubel durfte sich anhören, dass er sich seit dem Amtsantritt "schick eingekleidet" habe, aber offenbar seinen Job gut mache. "Ich höre nur Gutes, und das freut mich sehr." Christian Meyer könne in Coburg neuen Schwung bringen, sagte Söder. "Die anderen haben genug Möglichkeiten gehabt zu zeigen, was sie leisten."

Christian Meyer hatte zuvor die Gäste im vollbesetzten Saal begrüßt. Die CSU-Kreisverbände von Stadt und Landkreis Coburg hatten gemeinsam zu der Veranstaltung eingeladen. "Stadt und Land, Hand in Hand" sei auch das Motto der gemeinsamen Politik, sagte Meyer. Vor allem in Sachen Regiomed dürfe zwischen Landrat und Oberbürgermeister "kein Blatt Papier" passen. Dass die CSU ein Netzwerk biete über alle politischen Ebenen hinweg sei ein Vorteil, sagte Meyer: "Wer meint, er brauche das nicht, weil er nur eine lokale Wählergruppe ist, läuft mit Scheuklappen durch diese Stadt."

Dass die CSU sich als "Netzwerk", als "Familie" verstehe, sagte auch Markus Söder. "Eine Familie wie die CSU ist ein Standortvorteil." Seine Partei ermahnte er, das Thema Ökologie anzuerkennen. "Den Klimawandel zu leugnen ist politische Sünde." Deutliche Worte wählte Söder in Bezug auf die AfD: "Das ist kein Stammtisch der verwaisten Konservativen. Das ist die neue NPD, und das brauchen wir in der Kommunalpolitik nicht."

Woanders wird der Ministerpräsident mit dem Bayerischen Defiliermarsch empfangen, in Coburg war es der Coburger Marsch. Vor Söders Rede spielte die Stadtkapelle Seßlach das "Rennsteiglied", zum Abschluss - nach Bayern- und Nationalhymne - das Frankenlied. sb

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