Bamberg

Die neuen Stipendiaten sind da

13 Musiker, Schriftsteller, Künstler und Komponisten verbringen die kommenden Monate im Künstlerhaus Villa Concordia. Das diesjährige Gastland ist Großbritannien.
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Die Direktorin der Villa Concordia, Nora Gomringer (r.) im Gespräch mit drei der neuen Stipendiaten (v . l.): Steven Daverson, Lisa Streich und Christian Mason Foto: Gerhard Schlötzer
Die Direktorin der Villa Concordia, Nora Gomringer (r.) im Gespräch mit drei der neuen Stipendiaten (v . l.): Steven Daverson, Lisa Streich und Christian Mason Foto: Gerhard Schlötzer

Christoph Hägele Wenn in diesen Tagen auf Großbritannien die Rede kommt, dann geht es entweder augenrollend um den Brexit und all seine Kollateralschäden oder ehrfurchtsvoll um die drückende Dominanz des englischen Vereinsfußballs in den laufenden europäischen Pokalwettbewerben.

Der diesjährige Stipendiatenjahrgang des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia ist dazu angetan, dieses Themenspektrum um Kunst und Kultur zu erweitern. Neben acht Künstlern aus Deutschland hat das Künstlerhaus in diesem Jahr fünf Musiker, Künstler und Autoren mit einem Stipendium bedacht. Sie alle werden in den kommenden Monaten in Bamberg arbeiten und ihre - entweder in Bamberg entstehende oder schon ältere Arbeiten - auch der interessierten Öffentlichkeit präsentieren.

Die folgenden Künstler verbringen die kommenden Monate in der Villa Concordia:

Nancy Campbell, aufgewachsen in Schottland und Northumberland, lebt in Oxford/UK. Ihre Artikel über die bildenden Künste und andere Themen erscheinen regelmäßig unter anderem im Times Literary Supplement. Steven Daverson, geboren 1985 in Northampton/UK. 2011 war er der bis dato jüngste Empfänger des Komponistenpreises der Ernst-von-Siemens-Stiftung. Seine Musik wird von namhaften Ensembles gespielt. Eine CD mit Kammer- und Ensemblemusik, "Shadow Walker" (Col Legno), ist im Handel erhältlich. Alexander Deubl, geboren 1983. 2007 studierte er zuerst Innenarchitektur, bevor er 2009 in die Bildhauer Klasse von Nikolaus Gerhart wechselte. Er arbeitet innerhalb der Künstlergruppe super+. Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, wuchs in Potsdam auf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich studierte sie von 2008 bis 2011 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2016 erschien ihr Debütroman "Familie der geflügelten Tiger". Helmut Lachenmann, geboren 1935 in Stuttgart. Helmut Lachenmann gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartskomponisten. Solowerke, Kammermusik, die Oper "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" und große Orchesterwerke gelangen weltweit zur Aufführung. Enis Maci, geboren 1993 in Gelsenkirchen, hat Literarisches Schreiben und Kultursoziologie an studiert. Ihr Stückentwurf "Mitwisser" wurde mit dem Hans-Gratzer-Stipendium 2017 ausgezeichnet und 2018 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. Derzeit läuft es am Bamberer E.T.A.-Hoffmann-Theater. Kate Mackeson, geboren 1985 in Taunton/UK, absolvierte das Royal College of Art mit einem Master in Malerei. Sie hatte bereits mehrere Solo-Ausstellungen in England. Gruppenausstellungen führten sie bereits nach Deutschland und Frankreich. Christian Mason, geboren 1984 in London, wurde in Komposition am Kings College London bei George Benjamin promoviert. Zuletzt übernahm er viele Auftragsarbeiten für renommierte Festivals und Ensembles im In- und Ausland. 2015 gewann er den Komponistenpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung. Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen, lebt in Görlitz. 2018 erschien sein Romandebüt "Mit der Faust in die Welt schlagen", für den er den Retzhof-Preis für junge Literatur erhielt.

Lisa Streich, geboren 1985 in Norra Råda/Schweden, studierte Komposition und Orgel. Ihre Musik wurde in Europa, Israel, Japan, Kanada und in den USA von namhaften Orchestern und Ensembles gespielt. 2017 erhielt sie den Komponistenpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung. Antje Vowinkel, geboren 1964 in Hagen/Westfalen. Die Klangkomponistin, Radiokünstlerin und Performerin studierte Literatur und Musik. Sie wurde 1994 bei Klaus Ramm an der Universität Bielefeld zu "Collagen im Hörspiel. Die Entwicklung einer radiophonen Kunst" promoviert. Johannes Tassilo Walter, geboren 1982 in München studierte Bildende Kunst in München und Düsseldorf. 2015 schloss er das Studium als Meisterschüler von Markus Oehlen ab. Seine Bilder wurden unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Kopenhagen, Leipzig und Reykjavik ausgestellt. James Stephen Wright, geboren 1988 in Pontefract/UK. Wright arbeitet interdisziplinär als Kurator und Musiker.

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