Augsfeld

Die Musiker schlagen Brücken

Die Lebenshilfe-Blaskapelle in Augsfeld feierte das 40-jährige Bestehen. Es gab viel Lob und Erinnerungen.
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Im großen Inklusionschor spielten die Lebenshilfe-Kapelle und befreundete Musiker den Frankenlied-Marsch.  Fotos: Christian Licha
Im großen Inklusionschor spielten die Lebenshilfe-Kapelle und befreundete Musiker den Frankenlied-Marsch. Fotos: Christian Licha
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Christian Licha Auf eine stolze Geschichte von vier Jahrzehnten kann die Blaskapelle der Lebenshilfe Augsfeld zurückblicken. Mit zahlreichen Ehrengästen wurde das Jubiläum mit einem Festakt am Sonntag in der Werkstatt für behinderte Menschen in Augsfeld gefeiert.

Als "Mutter der bayerischen Lebenshilfen" und heimliche "Mutter Bavaria" empfing der Werkstattleiter Harald Waldhäuser die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm. In ihrer Ansprache hob Stamm besonders Konrektor Anton Schobert hervor, ohne den es die Blaskapelle nicht geben würde. Ihm ist es zu verdanken, dass sich vor 40 Jahren Musikbegeisterte der Lebenshilfe zusammengetan haben und die Formation gründeten.

"Anton Schobert ist eine Persönlichkeit, die nicht nur über Inklusion redet, sondern sie auch lebt", zollte Stamm dem Gründungsvater ihren Respekt und Anerkennung. Sie selbst sei ebenfalls tief verbunden mit der Blaskapelle Augsfeld, die auch schon im Landtag und bei ihrem Geburtstag vor zehn Jahren auf Kloster Banz gespielt hat.

In seinem Rückblick dankte der ehemalige Dirigent Anton Schobert seinen bereits verstorbenen Mitstreitern Bernhard Dömling und Otmar Hammer, die ihn immer bei seiner Arbeit mit der Blaskapelle unterstützt haben. Auch Alois Jonetzko, ein ehemaliger Stabsmusikmeister, war ein wichtiger Mann für Schobert, brachte er ihm doch nach anfänglichen musikalischen Disputen das Tubaspielen bei und wurde so zu seinem Vorbild. Schobert schwang bei der Feier noch einmal den Taktstock und präsentierte den Gästen zusammen mit "seiner" Blaskapelle das Stück "Behinderte grüßen", das bei jedem Auftritt als erstes gespielt wird.

Landrat Wilhelm Schneider zeigte sich stolz, dass die Blaskapelle Augsfeld viele Feste im Landkreis, wie zum Beispiel das Haßfurter Straßenfest und das Altmain-Weinfest in Sand, bereichert. Aber es gehe hierbei nicht alleine um Musik, sondern auch um Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt, betonte der Landrat. "Die Blaskapelle der Lebenshilfe ist ein Brückenschlag zwischen den Menschen. Unser Landkreis lebt von solchem Engagement", unterstrich Wilhelm Schneider.

Einst beim Papst

Bürgermeister Günther Werner lobte die ehrenamtlichen Musiker und zeigte sich überzeugt, dass die Weiterentwicklung dieser engagierten Gruppe gesichert sei.

Horst Golücke, der Vorsitzende der Lebenshilfe Schweinfurt, die Träger der Augsfelder Werkstatt ist, hob die Gemeinschaft der Musiker hervor, die auch schon eine Privataudienz beim Papst in Rom hatte.

Bewegende Worte fand Thea Hammer, die Witwe von Otmar Hammer, der seinerzeit die Augsfelder Werkstatt gegründet hatte. Die zukünftige Arbeit der Blaskapelle unterstützte Thea Hammer mit einer Geldspende, die sie Anton Schobert übergab.

Roland Schwarzer, der durch das Programm führte, hatte auch einen eigenen Auftritt zusammen mit seiner Kollegin Gusti Markert. Sehr humorvoll blickten die beiden in einem Schwank zurück auf 40 Jahre Blaskapelle und einige lustige Ereignisse in dieser Zeit.

Manfred Ländner, der Präsident des Nordbayerischen Musikbundes, ehrte zusammen mit Kreisvorsitzendem Peter Detsch verdiente Musiker der Blaskapelle. Für das jahrelange Musizieren erhielten folgende Aktive eine Ehrennadel mit Urkunde überreicht: Paul-Philip Gläser und Karsten Rausch (fünf Jahre), Ludwig Krämer und Tatjana Moser (zehn Jahre), Bernd Papst, Angelo Vollert, Robert Weiglein und Kerstin Wörthmann (20 Jahre), Siegfried Fetsch, Michael Lendziewski und Eduard Stock (30 Jahre) sowie Andreas Engel, Paul Moser und Josef Werner (40 Jahre). Tobias Trunk wurde für zehn Jahre Dirigieren ebenso geehrt wie Margarete Kurzeja und Konrad Schneider für ihr zehnjähriges Engagement im Vorstand.

Im weiteren Verlauf des Jubiläumsfestes zeigte die Blaskapelle mit zahlreichen Stücken ihr Können. Als besonderes Glanzstück spielten die Musiker die Titelmelodie von "Star Wars". Mit einigen Musikern waren die Blaskapellen Ebelsbach, Hainert, Hofstetten, Augsfeld und Wipfeld gekommen und spielten gemeinsam mit der Lebenshilfe-Blaskapelle und den Veeh-Harfen den Frankenlied-Marsch.

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