Ebern

Die Metropolregion hilft Ebern

Die Stadt unterschrieb mit 36 anderen Kommunen den "Pakt zur nachhaltigen Beschaffung".
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Der Eberner Bürgermeister Jürgen Hennemann hat den Pakt zur nachhaltigen Beschaffung unterzeichnet.  Foto: Janina Reuter-Schad
Der Eberner Bürgermeister Jürgen Hennemann hat den Pakt zur nachhaltigen Beschaffung unterzeichnet. Foto: Janina Reuter-Schad

In Bamberg fand dieser Tage der erste Fair-Trade-Gipfel der Metropolregion Nürnberg statt, an dem auch Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), der Allianz-Manager der Baunach-Allianz, Felix Henneberger, Peter Ruppert, der Vorsitzende von Eine Welt Ebern und des Steuerkreises Fairtrade, sowie Ruth Metter vom Steuerkreis Fairtrade und Janina Reuter-Schad als Projektverantwortliche von Seiten der Verwaltung teilnahmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die feierliche Unterzeichnung des "Paktes zur nachhaltigen Beschaffung in den Kommunen der Europäischen Metropolregion Nürnberg".

37 Kommunen unterzeichneten den Pakt und wollen so ihre Beschaffung verstärkt auf Nachhaltigkeitskriterien ausrichten. Für die Stadt Ebern, die sich seit März dieses Jahres offiziell "Fairtrade-Stadt" nennen darf, hat Bürgermeister Jürgen Hennemann den Pakt - als noch einziger Bürgermeister aus dem Landkreis Haßberge - unterzeichnet. Im Landkreis soll die faire Beschaffung Thema werden. Einen entsprechenden Antrag kündigte der Bürgermeister in der Dienstbesprechung seinen Kollegen für den Landkreis bereits an.

Bislang beschaffen nur 28 Prozent der Kommunen in der Metropolregion faire Produkte und berücksichtigen Sozial- und Umweltstandards bei Anschaffungen. Das wollen die Unterzeichner nun ändern. Faire Beschaffung soll zukünftig eine Rolle spielen bei Arbeitskleidung, Büroausstattung sowie bei Geschenken zu Geburtstagen. Die Unterzeichner des Paktes erklären sich mit ihrer Unterschrift bereit, Stadt-, Gemeinderats- und Kreistagsbeschlüsse sowie verbindliche Beschaffungsleitlinien für nachhaltige Produkte zu prüfen.

Außerdem ist im Pakt festgehalten, dass 2020 acht Millionen Euro in die Beschaffung fairer Produkte fließen sollen. "Hier werden Bürger und Entscheider weiter für das Thema sensibilisiert. Denn nicht nur die Verbraucher sind gefordert. Auch die Kommunen können darauf hinwirken, dass Produkte unter umwelt- und sozialverträglichen Standards produziert werden", so Thorsten Glauber, der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz. Mit auf den Weg gebracht hat den Pakt die Entwicklungsagentur "Faire Metropolregion", die seit 2018 Kommunen der Me-tropolregion in ihrem Fairtrade-Engagement berät.

Außerdem wurde der Gipfel in Bamberg von vielen "Fairen Akteuren" mitgestaltet. Im Welt-Café und bei Coachings konnte man an sieben Stationen diskutieren, wie der Dreiklang "bio-fair-regional" gestärkt und kommunale Beschaffungsleitlinien in den Fairtrade-Towns erreicht werden können. Eine Vielzahl an Ständen boten Informationen zu fairen Materialien. So stellte etwa der Landkreis Kulmbach vor, wie er seine Kampagne "Bio-Fair-Regio - Mach mit!" mit Aktionen und Veranstaltungen gefüllt hat.

Auch die Stadt Neumarkt, die frischgebackene "Hauptstadt des Fairen Handels", präsentierte, wie sie nachhaltige Beschaffung in der Verwaltung umsetzt. So konnten die Vertreter aus Ebern zahlreiche Gespräche führen und gute Ideen aufgreifen, die auch in Ebern umgesetzt werden könnten. jrs

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