Coburg
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Die Liebesgeschichte des 19. Jahrhunderts pfiffig auf die Bühne gebracht

Vorhang auf für das Coburger Kindertheater Cobi! Im Naturkundemuseum gab es jetzt die Erstaufführung des Stückes "Albert is worth ten of me", zu deutsch: Albert ist zehnmal mehr wert als ich. Der Tite...
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Queen Victoria wurde beim Theaterstück des Coburger Kindertheaters "Cobi" sowohl als junge Frau (blaues Kleid) als auch als trauernde Witwe (in Schwarz) dargestellt. Foto: Edwin Meißinger
Queen Victoria wurde beim Theaterstück des Coburger Kindertheaters "Cobi" sowohl als junge Frau (blaues Kleid) als auch als trauernde Witwe (in Schwarz) dargestellt. Foto: Edwin Meißinger

Vorhang auf für das Coburger Kindertheater Cobi! Im Naturkundemuseum gab es jetzt die Erstaufführung des Stückes "Albert is worth ten of me", zu deutsch: Albert ist zehnmal mehr wert als ich. Der Titel geht auf einen Ausspruch von Queen Victoria zurück, den sie über ihren geliebten Ehemann Albert getätigt haben soll.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Albert und Victoria hatte Nicole Stehl ein Theaterstück über die beiden geschrieben und es mit zahlreichen theaterbegeisterten Kindern eingeübt. Das Stück ließ das victorianische Zeitalter wieder lebendig werden und stellte die unterschiedlichen Charaktere von Victoria und Albert deutlich heraus. Übersetzte Zitate der englischen Königin und Aussprüche ihres Gemahls ermöglichten den jungen Schauspielern, ein lebendiges Bild der interessanten Beziehung darzustellen. Insgesamt 38 Kinder und Jugendliche haben das Theaterstück eingeübt, 27 Darsteller waren jetzt bei der Premiere zu sehen.

Dass auf das Königspaar durchaus die Sprichwörter zutrafen "Gegensätze ziehen sich an" und "Gleich und gleich gesellt sich gern" faszinierte in ihrer Widersprüchlichkeit das jüngere und ältere Publikum gleichermaßen. Gemein war Victoria und Albert, dass sie beide unter ihrer Erziehung gelitten hatten. Im Stück wurde die junge Victoria teils als rebellische und von ihren Emotionen getriebene Frau vorgestellt. Der gleichaltrige Albert rebellierte hingegen intelligent kühl und mit klaren Aussagen. So empfand Albert die junge Königin Victoria anfangs als unreif, und Victoria hielt Albert erst einmal für einen Langeweiler. Allerdings entschieden sich die beiden doch füreinander, auch aufgrund der Empfehlungen ihrer Berater. Victoria, klein von Wuchs (1,52 Meter!), wusste andere Bewerber deutlich abzulehnen. So sagte sie einmal etwa: "Der Prinz von Oranien sieht aus wie ein Kürbis!" - An dieser Stelle des Stücks durfte natürlich herzhaft gelacht werden. Aufgrund der hohen gesellschaftlichen und politischen Position von Königin Victoria soll sie ihrem Mann den Heiratsantrag gemacht haben mit den Worten: "Ich würde mich glücklich schätzen, wen Du das tust, was ich wünsche."

Auch wenn sie nicht begeistert war von den Auswirkungen der Schwangerschaft, schenkte sie ihrem Albert und dem englischen Königreich in 21 Ehejahren doch neun Kinder. Daraus folgten 40 Enkel und 88 Urenkel. Albert wusste aufgrund seiner Intelligenz und seines hohen Engagements das englische Volk und die Königin für sich zu gewinnen. Er setzte sich sehr für die Verbesserung der Lebensumstände des Volkes, die Wissenschaft und Kunst ein, erhob gegen die Sklaverei seine Stimme, rettete seine Königin vor einem Anschlag und holte die erste Weltausstellung der Wissenschaft nach London. Zudem wusste er sich auf charmante und ehrliche Art und Weise zahlreicher Vorurteile gegen seine Person und "die Deutschen" zu erwehren. Die Ehe der beiden wurde als eine glückliche Ehe bezeichnet. Als Albert im Alter von 42 Jahren verstarb, trauerte Queen Victoria ein Leben lang.

Weitere Aufführungen

Das interessante Theaterstück wird noch mindestens zweimal zu sehen sein: am Sonntag, 7. Juli, im Theater in der Reithalle Coburg und am Samstag, 7. September, im Rahmen der Museumsnacht im Gewölbekeller der Veste Coburg.

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